Abenteuer USA Sommer 2015

Nachts am See

Das Abenteuer USA 2015 ist zu Ende

Mit diesem Eintrag im Reisetagebuch endet nun auch das virtuelle Abenteuer USA 2015. In zwanzig Berichten habe ich versucht, einen Eindruck unserer Reise zu vermitteln.

Für meine Töchter, für meine liebe Frau und für mich haben sich Träume verwirklicht, Wünsche wurden erfüllt und neue Wünsche wurden geweckt. Wenn Ihr uns nach den Highlights fragt, wird jeder sein großes oder kleines Erlebnis hervorheben.

Da war New York City: Eine Stadt, die wirklich nie schläft. Eine Metropole, die einen in ihren Bann zieht. Die Wolkenkratzer, die großen und kleinen Parks, die vielen Menschen und die großen und kleinen Geschichten. Es gab diese Momente ungläubigen Staunens, diese Momente der absoluten Entspannung, diese Momente voller Emotionen.

Da war der vergessene Führerschein, der das Abenteuer USA fast beendete, wie mir meine liebe Frau hinterher erzählt hat.

Dann war da unser Haus am See, unser Zentrum der Ruhe bei unserer Reise.

Nicht zu vergessen sind die Niagarafälle, der Lake Ontario, der Lake Erie, der Lake Senica und die Genesee Falls.

Die Wale in freier Wildbahn zu sehen, hat uns sicher geprägt. Die vielen kleinen, nebensächlichen Bekanntschaften, die wir überall gemacht haben. Keine Namen, keine Adressen, nur Erinnerungen.

Nach der Reise hörten wir immer wieder den Satz: Das habt Ihr richtig gemacht, das kann Euch keiner mehr nehmen. Diese Erinnerungen und Erlebnisse sind jetzt ein Teil von Eurem Leben.

Ja, es stimmt. Was auch in Zukunft passiert, diese vielen, tollen Erinnerungen bleiben erhalten.

Nach der digitalen Aufbereitung der Bilder und meiner Gedanken zu unserer Reise kommt nun der nächste Schritt. Ich werde die Texte und Bilder so anordnen und überarbeiten, dass ich daraus ein Buch gestalten kann. Auflage: 1 Stück, ganz exklusiv, einzusehen bei uns zu Hause.

Danke!

  • Danke, dass Ihr uns auf unserem Abenteuer USA begleitet habt. Ihr habt dabei über 30.000 Worte ertragen!
  • Danke an meinen Papa, der unser Airportshuttle in Berlin war.
  • Danke an Susi und Ulf, dass Ihr uns den Führerschein gemailt habt.
  • Danke an Heike, Susi, Jochen und Ulf, die den Trip an die Niagarafälle mit ermöglicht haben.
  • Danke an Gerlinde und Klaus für Eure Zuwendung zu dieser Reise.
  • Danke an die beste Ehefrau von allen, die mir die Planung überlassen und mit ihren Notizen dieses Tagebuch ermöglicht hat.
  • Danke an meine Töchter, die jeden Moment dieser Reise in sich aufgesogen haben.
  • Danke an Petrus, der das Wetter so grandios sein ließ.

Wie geht es weiter?

Nach dem Abenteuer USA ist vor dem nächsten Abenteuer. In fünf bis sechs Jahren wollen wir wieder „rüber“. Wo es hingehen wird, wissen wir noch nicht. In unseren Köpfen spielt Oregon, der Washington State und Kalifornien eine große Rolle – also die Westküste. Es kann aber auch nach Virginia, North-Carolina und South-Carolina gehen – also an die Ostküste. Unser nächstes Abenteuer kann sich aber auch irgendwo dazwischen abspielen. Für unser nächstes Abenteuer USA beginnen die Planungen jetzt. Ganz grob, ohne Druck, ohne festen Plan – nur die Idee, dass wir wieder anders Reisen werden. Die Mädels sind dann 11 und 15 Jahre alt. Ob da ein ruhiges Haus am See die richtige Wahl ist oder ein echter Roadtrip mit vielen Meilen im Auto – man weiß es nicht.

Und bis dahin?

Zwischen den Reisen in die USA haben wir auch Urlaub gemacht und auch diese Urlaube strotzten nur so von Erlebnissen, Abenteuern und Erfahrungen. Freundschaften haben sich dadurch vertieft, andere Regionen wurden entdeckt und unzählige Fotos wurden gemacht. So wird es auch in den nächsten Urlauben sein. Ziele? Viele!

Heimreise – alles geht einmal zu Ende…

Heimreise - Textnachricht

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 20 03. August 2015

Um 6:00 Uhr klingelt unser Wecker für uns Eltern. Die Kinder dürfen noch ein wenig liegen bleiben. Es verschwinden auch die letzten Teile in den Taschen und Koffern. Beim letzten Frühstück vor der Heimreise ist das Haus fast schon fertig zur Übergabe. Jeder nimmt für sich Abschied vom Haus, vom Pond. Im Gästebuch wird ein lieber Eintrag und ein Bild hinterlassen und ein kleines Papierboot wird auf den Namen „Pondhouse“ getauft und zu Wasser gelassen. Nachdem alle Taschen und Rucksäcke im Auto verstaut sind, schließe ich das Haus ab und lege den Schlüssel unter die Fußmatte.

Es war eine schöne Zeit im Haus am See. Wir vier haben die Tage auf der Insel sehr genießen können und sind sehr gut erholt. Als wir die erste Etappe der Heimreise beginnen, läuft ein Lied aus dem letzten Muppets Film. „We’re doing a sequel“. Das ist sicher ein Zeichen und auch unsere Hoffnung. Es beginnt die Fahrt zum Flughafen, die Fahrt nach Newark. Die Strecke führt uns entlang des Kanals, der Cape Cod zu einer Insel macht. Um 10:25 Uhr Ortszeit überqueren wir die Sagamore Bridge und lassen Cape Cod hinter uns.

Vor uns liegen ingesamt knapp 300 Meilen. Die Fahrt durch die Bundesstaaten ist unspektakulär bis…

Wie steht der denn da?

… wir auf unserer Heimreise durch das hüglige Connecticut fahren und in der Einfahrt einer Raststätte, in der Talsohle ein dunkles Auto steht. Die beste Ehefrau von allen stellte die Frage „Was macht der da?“ und ich antwortete „Das ist ne Radarfalle.“ In dem Moment wird mir klar, dass der auch uns messen kann und ich – wie Ihr sicher noch wisst – nur mit einer Kopie meines Führerschein unterwegs bin. Ein Blick auf den Tacho sagt mir, dass ich etwa fünf Meilen pro Stunde schneller als erlaubt unterwegs bin.

Bis hier hin war alles sehr entspannt. Als wir den Wagen des Sheriff passierten, packte der seine Radarpistole ein und ich beobachtete wie er los fuhr. In dem Moment war das Adrenalin in den Haarspitzen, der Blutdruck erreichte erschreckende Werte und der Puls war nicht mehr messbar. Er blieb weit hinter uns und ich wollte mich gerade wieder entspannen. Auf einmal sah ich den Ordnungshüter mit Blaulicht hinter uns auftauchen. Ich war blass, ich schwitzte und ich schob etwas Panik. Wie erkläre ich dem das mit dem Führerschein? Welche Strafe wird erhoben? In meinem Kopf war die Hölle los und in diesem Moment schoss der Sheriff an uns vorbei und setzte sich hinter ein anderes Fahrzeug.

So langsam kehrte Entspannung bei mir ein. Es war klar, dass er nicht uns gemessen hat. Meine liebe Frau und ich konnten wieder lachen. Nur zehn Minuten später sah ich im Rückspiegel wieder Blaulicht. Ich zitiere mich mal selbst: „In dem Moment war das Adrenalin in den Haarspitzen, der Blutdruck erreichte erschreckende Werte und der Puls war nicht mehr messbar.“ Wie sich herausstellt, war das „nur“ ein Krankenwagen.

Heimreise durch die Bronx

Nach einer Pause zum Tanken – am Flughafen wäre das sicher unnötig teuer geworden – fuhren wir nach New York. Durch die Bronx ging es im Schritttempo, so dass ich mir meine Gedanken über den zum Teil fragwürdigen Zustand der Straßen machen konnte. Immer, wenn es möglich war, ging der Blick nach Links. Hier konnten wir nochmal die Skyline von Manhattan mit dem Empire State Building sehen und auch noch einen Blick auf den Central Park erhaschen.

Wir schoben uns im New Yorker Verkehr zur George Washington Bridge. Auf der unteren Fahrbahn verließen wir dann New York (sowohl Staat, als auch Stadt) und steuerten zunächst den Wal Mart an, in dem wir die Sitzerhöhung für Johanna gekauft haben. Am Serviceschalter machten wir vom 90-tägigen Rückgaberecht gebrauch. Das Teil wurde uns ohne Murren abgenommen und der Kaufpreis wieder auf der Kreditkarte gutgeschrieben.

Tanken auf der Heimreise – Flughafen vs. Interstate

Aus Deutschland kennt man das. Dort wo viele schnell noch tanken (Flughäfen vor den Mietwagenstationen, Autobahn) ist der Sprit teurer als in der nahen Stadt. Mit diesem Gedanken hatte ich in Connecticut getankt für 1,65 $ pro Gallone (ca. 40 cent pro Liter). Am Flughafen hätte ich 30 US-Cent weniger pro Galone bezahlt und es hätte auch bis dahin gereicht… Naja, hilft nüscht.

Jetzt abbiegen?

Um zur Alamo Station zu kommen, waren es noch zehn Meilen und wir waren sehr gut in der Zeit. Somit fuhren wir gern die zusätzlichen Runden, die wir aufgrund von unübersichtlichem Straßengewirr gepaart mit späten Ansagen von Helga gefahren sind. Nachdem wir die Station dann erreicht haben, gaben wir das Auto ab. Beim Ausräumen fiel uns auf, dass wir noch Donuts hatten – noch verschweißt. Diese schenkten wir den Mitarbeitern von Alamo. Die erste Etappe der Heimreise war geschafft.

Mit den Koffern und Rucksäcken ging es jetzt zum Airtrain, der uns von P5 nach P2 bringen wird. Hier gilt nur noch Flughafenroutine. Wir geben unser Gepäck auf und vertilgen die letzten Brote und Gemüseteile. Dann geht es zur Ausreise und durch die Sicherheitskontrolle.

Bloß nicht einschlafen!

Es ist 19:30 Uhr, unser Boarding ist für 22:50 Uhr terminiert. Mit allen Tricks beschäftigen wir die Mädels, damit sie nicht schon auf dem Flughafen einschlafen. Immer wieder gehen wir auf Suche nach verlorenem Kleingeld und wir wurden fündig. Der Flughafen gab auch den Blick auf Manhattan frei, so dass wir sehen konnten, wie dort die Lichter angingen.

Ich genehmigte mir ein letztes Bier vor der Heimreise und die beste Ehefrau von allen labte sich an etwas Schokolade. Pünktlich kam unser Flieger und wir nahmen unsere Plätze ein. Die Kinder haben den Start fast gar nicht mehr mitbekommen. Auch Jasmin hatte ihre Ruhe. Ich sagte immer wieder, welche Sehenswürdigkeiten von Manhattan gerade zu sehen sind. Sie quittierte das mit der Frage: „Papa, darf ich jetzt endlich schlafen?“.

Ich unterhielt mich gerade noch mit meiner lieben Frau, da kam auch schon das Essen. Zwischen dem Ende des Gespräches und dem fragenden Blick der Stewardess vergingen fünf Sekunden. Ich weckte meine Frau, damit sie auch etwas essen kann. Das Essen war äußerst lecker, die Kinder haben echt was verpasst. Dann war auch für uns Alte der Tag zu Ende.

Licht an, Frühstück!

Das Ende der zweiten Etappe unserer Heimreise wurde uns durch viel Licht klar gemacht. Ca. 105 Minuten vor der geplanten Landung wurden wir geweckt. Leider hat das Licht die Wirkung bei unseren Kindern total verfehlt. Es war nicht einfach die Damen zu wecken und wach zu halten.

Das Frühstück wurde serviert und dann hieß es auch schon „Velkommen til København“. Europa hat uns wieder. Bei der Einreise haben unsere Mädels auch einen Einreisestempel erhalten, so dass deren Pass jetzt schon Stempel von folgenden Ereignissen hat:

  • Einreise in San Francisco 2010
  • Einreise in New York 2015
  • Einreise in Canada 2015
  • Einreise in Dänemark 2015

Heimreise ohne Speed Boarding?

Wenn einer eine Heimreise tut… Es ist schon der vierte August und wir sind seit einigen Minuten in Kopenhagen. Nachdem wir unser Gate für die dritte und letzte Etappe unserer Heimreise gefunden haben, wurde es witzig.

Ein älteres Ehepaar fiel uns auf. Also weniger das Paar, eher sie. Beim Checkin sagte Sie mehr als einmal zu ihm und mit deutlicher Hektik in der Stimme „Wir haben doch Speedboarding!“ Er – durch die Jahre sicher einiges gewohnt – überhörte ihr lamentieren. Wir machten uns so unsere Gedanken. Das Flugzeug, mit dem es jetzt weitergeht, hat 96 Sitze, aufgeteilt in 2 Reihen zu drei bis vier Sitzen. Die Tür ist auch die Treppe. Es gibt keine First Class, es gibt nicht mal eine Business Class. Was erwartet die Dame?

Am Bus, der uns zu diesem kleinen Flugzeug bringen wird, gab es für die Dame wieder kein Speed Boarding, was meine Frau und ich auch hörbar feststellten. Mittlerweile machten wir uns einen Spaß daraus auch über Speed Boarding zu sprechen. Am Flugzeug wurde die Dame erneut enttäuscht. Kein Speed Boarding und es sollte noch schlimmer kommen.

Ich bewunderte ihn für seine Ruhe, doch sie verlor langsam aber sicher die Haltung. Nicht etwa weil unsere Kinder vor dem Paar saßen. Sein Handgepäck passte weder unter den Sitz vor ihm, noch in das Fach über ihm. Die Stewardess nahm sich des Koffers an und ging Richtung Cockpit. Die Dame war außer sich. Folgende Fragen stellte sie:

  • „Wo geht die mit dem Koffer hin?“
  • „Warum steigt die jetzt mit deinem Koffer aus?“
  • „Warum passt der nicht da oben rein?“
  • „Wo ist jetzt dein Koffer?“

Wir mussten lachen, denn er war tiefenentspannt und unterhielt sich mit der Stewardess auf skandinavisch, während sie die Fragen immer wieder wiederholte, ohne eine Antwort zu erhalten. Dann platzte es aus ihr raus „Hoffentlich bekommen wir den Koffer in Deutschland wieder…“. Auftritt Stewardess „Natürlich bekommen sie den Koffer in Berlin wieder.“ Lächelt, dreht sich um und geht. Wir konnten nicht mehr. Das Gesicht der Dame verlor jeden Zug. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass die Stewardess sie verstand. Der Ton der Stewardess signalisierte auch sehr deutlich, aber freundlich, dass die Dame bitte mal die Luft anhalten solle. Wir lachten noch die nächsten dreißig Minuten.

Mit der Landung in Berlin endete diese Etappe unserer Heimreise. Am Gepäckband wartete die Dame mit uns auf das aufgegebene Gepäck, den Koffer hatte ihr Mann schon wieder. Auch hier übrigens kein Speedboarding für die Dame.

Am Ausgang wartete mein Papa auf uns. Wir waren pünktlich wieder in Berlin gelandet und er brachte uns nach Hause. Das Abenteuer #USAN3J endet an dieser Stelle mit dem Ende der Heimreise.

Die Notizen meiner lieben Frau enden mit folgenden Worten:

Und ja – AMERIKA – WIR KOMMEN WIEDER

Euch danke ich auch an dieser Stelle fürs Lesen, Teilen und Kommentieren. Gute Nacht!

Kennedy – wir besuchen die Königsfamilie

Das Kennedy Museum

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 19 02.08.2015

Dieser Sonntag beginnt mit einem sehr entspannten Frühstück. Wir genießen die Ruhe und jeder macht sich so seine Gedanken. Der heutige Tag ist ein wenig der amerikanischen Königsfamilie gewidmet. Wir werden nach Hyannis fahren, um dort das JFK-Memorial-Museum zu besuchen. Hyannis und Hyannis-Port sind so sehr mit der jüngeren amerikanischen Geschichte verbunden. Der Kennedy – Clan hat hier seinen Ursprung und auf den besinnt man sich in Hyannis sehr stark.

Zur Einstimmung mal ein Kennedy Bild aus dem Jahr 1962.

John F. Kennedy mit seiner Frau Jackie mit den Kindern John jr. und Caroline in Hyannis Port, 04 August 1962
Jackie und John mit den Kindern in Hyannisport.
JFK and family in Hyannis Port, 04 August 1962“ von Cecil W. Stoughon - [1]. 
Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Amerikas heimliche Monarchie – der Kennedy Clan

Das Wetter hat es an diesem Tag sehr gut mit uns gemeint. Die Sonne brutzelte vom Himmel und das schon am Vormittag. Neben dem Besuch bei der Kennedy Familie stand ein Shoppingbummel in Hyannis auf dem Plan. In Hyannis haben wir dann relativ schnell einen guten Parkplatz bekommen, so dass wir uns auf den Weg ins Museum machen konnten.

Wenn man sich in diesem Ort umsieht, fällt einem wiedermal der liebevolle Fahnenschmuck an den Häusern auf. Es wird sehr viel Wert auf das Sternenbanner gelegt. Das Museum findet man sehr einfach, denn es steht eine Statue von John Fitzgerald „Jack“ Kennedy davor. Der 35. Präsident der USA ist sicher die berühmteste Figur aus diesem Kennedy Clan.

Familie Kennedy – Tragödien liegen wie ein Schleier über dem Namen

Im JFK Museum geht es in erster Linie um den bis heute mächtigsten Spross der Kennedy Familie – John Fitzgerald Kennedy. Sein Leben wird sehr anschaulich nachgezeichnet. Ob als Soldat im zweiten Weltkrieg, als Kongressmitglied, als Senator von Massachusetts und natürlich seine Präsidentschaft werden dort ausführlich beleuchtet und mit dem für die USA üblichen Pathos dargestellt.

Wenn man sich den Stammbaum der Kennedys ansieht, kommt man aus dem Staunen nicht raus. John F. Kennedy hatte acht Geschwister, die alle in mehr oder weniger mächtigen Positionen in der Politik unterwegs waren. Deren Kinder wiederum haben sehr klug geheiratet, so dass der Clan immer größer wurde. Den meisten Lesern sagt Arnold Schwarzenegger etwas. Durch die Hochzeit mit Maria Shriver Kennedy (eine Nichte von JFK) ist er zum Teil des Clans geworden. Mit diesem Einfluss im Hintergrund konnte er Gouverneur von Kalifornien werden. Ihr Vater war Botschafter der USA in Frankreich.

Was einem auch auffällt, sind die Tragödien, die mit dem Namen Kennedy in Verbindung stehen.

John F. und sein Bruder Bobby Kennedy fielen Attentaten zum Opfer, Johns älterer Bruder Joseph Patrick fiel im zweiten Weltkrieg. Kathleen, eine jüngere Schwester von John F. und Jackie Kennedy starb bei einem Flugzeugabsturz. Auch John jr. , Sohn von JFK kam 1999 bei einem Flugzeugabsturz mit seiner Frau und ihrer Schwester vor Martha’s Vineyard ums Leben.

Noch heute ist die Familie Kennedy eine der einflussreichsten Familien in den USA. Viele vergleichen die Kennedys mit Monarchen. Der Vergleich ist durchaus angebracht. Die Ehen erweitern regelmäßig den Einfluss der Familie, so wie es Monarchien auch gestalten.

Baseball Hall of Fame

Unter dem Kennedy-Museum befindet sich eine Baseball Hall of Fame. Wenn wir schon kein großes Spiel besucht haben, schauen wir uns wenigstens hier um. Fertig! 😉

Raus aus dem Museum – Zeit für Überraschungen

Als Fazit unseres Museumsbesuches hat meine liebe Ehefrau – die beste von allen! folgendes in Ihren Notizen festgehalten:

Museum von JFK angeschaut – sehr interessant für die Eltern 😉

Vor dem Museum setzten wir uns entspannt auf eine Bank und labten uns am Rucksackinhalt meiner lieben Frau. Im Vorfeld unseres Museumsbesuches hatten wir kleine Souvenirs gekauft und die Mädels hatten für die Mama eine Überraschung gekauft – mit väterlicher Unterstützung. Diese wurde der Mama jetzt überreicht. Ein Armband mit einem Herzen dran, in dem ihr Name steht.

Im Rahmen des vormusealen Einkaufsbummels haben sich meine kleinen Damen Ohrringe ausgesucht und für die Bewacher unserer Wohnung und für unseren Flughafenshuttle kauften wir auch noch kleine Mitbringsel. Für unsere Erinnerungen haben wir uns vier Untersätzer und einen Kühlschrankmagneten gekauft. Ich kann Euch sagen, es gibt in allen Souvenirläden dieser Welt ein Haufen Schrott, so auch hier.

Auf Wiedersehen Hyannis

Nach einem kleinen Spaziergang durch Hyannis ging es zum Auto zurück. Unser Ziel war der nächste Supermarkt. Eine der bekannten Einkaufsregeln lautet: Niemals hungrig einkaufen gehen! Wir taten es trotzdem und kauften für den abendlichen Barbecue ein.

Neben frischem Mais, Obst, Gemüse landeten auch Zitronen und Coleslaw in unserem Einkaufswagen. Dann ging es an die Fleischbeschaffung. Als auch dieses erledigt war und Ketchup, Senf und Barbecuesauce im Einkaufswagen ihren Platz gefunden hatten, ging es zur Kasse. Am Ende des Kassenbandes fing ich an, wie üblich die Sachen in Tüten zu verstauen. Das gefiel Jasmin überhaupt nicht und sie hatte recht. Alles war so verpackt, dass man es einfach zum Auto bringen, im Auto verstauen und auch wieder ausladen konnte. Sehr zur Verwunderung des Kassenpersonals hing ich die Tüten wieder an das Karussell und legte alles in den Wagen.

Im Haus angekommen wurde alles verstaut und ich machte mich an die Eisbereitung. Wasser in Form, Form in den Froster, fertig! Die Kinder tobten durch den Garten und entspannten sich am Steg. An dieser Stelle wiedermal ein Zitat aus den Notizen meiner lieben Frau:

Das schöne am Ferienhaus – Waschmaschine und Trockner – also schnell nochmal alles gewaschen und getrocknet und sauber in die Koffer verstaut.

Koffer packen!

Nun wird es immer realer. Dieser Urlaub ist zu Ende. Wir packen die Koffer und bereiten alles für die Rückfahrt und den Rückflug vor. Während die Mädels voller Vergnügen durch den Garten tobten, sortierten wir alles ein. Dank Dollarkurs und mangelndem Interesse an ausgedehnten Shoppingtouren konnten wir getrost der Rückreise ins Auge sehen. Unser Gepäck ist nicht angewachsen.

Zur Sicherheit haben wir die Schränke und alle Schubfächer mehrfach durchsucht, damit auch gar nichts vergessen wird.

Einkaufsliste und Zitronenlimonade

Unsere Mädels stellten das Toben ein und setzten sich auf eine Bank im Schatten. Mit Stift und Papier machten sie sich Notizen. Später stellte sich das als Einkaufsliste heraus. Anfang September wird unsere Johanna eingeschult und die beiden haben schon mal geplant, was es so zu trinken geben wird. Außerdem erklärten sie uns, dass sie auf der Party die Getränkeversorgung der Gäste übernehmen wollen. Der Blick und die Gesten dazu machten uns klar, dass es sich nicht um einen Vorschlag handelte. 😀

Anschließend gingen Jasmin und die beste Ehefrau von allen in die Küche. Es wurde Zitronenlimonade zubereitet. Diese sollte am Abend zum Barbecue gereicht werden. Es war so organisiert, dass Jasmin meine Frau als Assistentin einsetzte und ihr Hilfsarbeiten auftrug.

Für mich stand an diesem Abend eine Premiere auf dem Programm. Unser Haus verfügte auf der Terrasse über einen Grill, einen Gasgrill. Bis zu diesem Abend bin ich Verfechter von Kohlegrills und nun MUSS ich das Fleisch und die Maiskolben auf einem Gasgrill zubereiten. Ob das gut geht?

Der Tisch musste gedeckt werden und im Haus waren alle Zutaten für unser Barbecue. Trinkhalme und Servietten in Landesfarben, Messer, vor denen sich das Fleisch selbst zerlegt und Spieße, die man für den Mais benutzen kann. Jeder wirbelte rum, so dass der Abend schnell da war und es ans Grillen ging.

Wir brauchen einen Gasgrill!

An diesem Abend fasste ich den Entschluss, dass wir uns zu Hause auch einen Gasgrill anschaffen werden. Grillen auf hohem Niveau, ohne Asche, ohne Funkenflug mit regulierbarer Hitze – ein Traum. Es stellte sich heraus, dass wir zu viel Fleisch hatten, dass der Coleslaw verdammt lecker war, dass die Limonade zu wenig war – Beschluss des Familienrates: Die gibts auch zur Einschulung – und das der Wein vom Vorabend ganz vorzüglich zum Barbecue passt. In den Fotos findet Ihr ein Bild unserer „Tafel“ und ein Bild, mit welchem Licht Cape Cod – die Insel der Kennedy Familie an diesem Abend verabschiedete.

Jasmin formulierte an diesem Abend noch den Satz des Tages: „Hier ist es zwar schön, aber zu Hause gibt’s Nutella!“ In die Wehmut mischte sich bei allen die Vorfreude auf zu Hause.

Der Abend wurde länger als geplant, denn die Dunkelheit war so gut, dass ich Bilder von der Milchstraße machen konnte. Jasmin deutete unter dessen noch Sternbilder. Zum großen Finale ging der Mond über dem See in einem satten Orange auf.

Als endlich Ruhe im Haus war, haben wir noch unseren Wein ausgetrunken. Ein letztes Mal heißt es nun „Gute Nacht Cape Cod.“

Vor den Fotos des Tages sage ich wieder: Danke fürs Lesen, Teilen und Kommentieren. Gute Nacht.

Tag am Meer mit ganz viel Sonne

Der Tag am Meer in Bildern

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 18 01.08.2015

Wir waren noch mit den Eindrücken des vergangenen Tages beschäftigt, da begann auch schon der nächste Tag. Das geht im Urlaub irgendwie sehr schnell alles. Gestern waren wir auf dem Meer, heute verbringen wir den Tag am Meer. Zur Einstimmung etwas Musik…

So entspannt, wie es die Jungs von Fanta4 darstellen, sollte auch unser Tag am Meer werden.

Der Tag am Meer beginnt

Gestern Abend haben wir überlegt, welchen Strand wir besuchen wollen. Die Kriterien waren einfach:

  • Keine zu lange Autofahrt!
  • Keine langen Fußmärsche durch Parks!
  • Bewacht!

Nun ja… Mit diesen Kriterien kannst Du fast jeden Strand auf Cape Cod ausschließen, denn eine Autofahrt von 10 Minute kommt manchem schon lang vor. 😀 Doch wir wurden fündig und mussten nur sechs Minuten mit dem Auto fahren. Dann hatten wir Parkers River Beach erreicht. Zuvor hatten wir natürlich unseren Picknick und die diversen Strandutensilien ins Auto geladen. Helga wies uns – zuverlässig und nimmer müde – den Weg. Für 15 Dollar durften wir unser Auto parken und dann hieß es „Vamos a la Playa!“ oder „Let’s go to the beach“. Nach ca. 53,41 m hatten wir unseren Platz gefunden. In vierter Reihe und noch ziemlich allein packten wir unsere Sachen aus.

Um das Wasser zu erreichen mussten wir noch unbeschreibliche 35,64 m zurück legen. Zu Glück war Flut, denn bei Ebbe hätten wir dort noch ziemlich auf dem Trockenen gestanden.

Wir bauen uns auf und die Kinder machen sich auf den Weg ins Wasser. Die Wellen machen ordentlich Spaß. Meine liebe Ehefrau – ich erwähnte ja schon, dass es die beste von allen ist – machte die erste Runde im Wasser mit und merkte sehr schnell die Strömung. Es hieß also aufpassen.

Der große Weiße…

In meinem Kopf arbeiteten immer wieder die Meldungen der vergangenen Tage. Immer wieder wurde der große weiße Hai vor Cape Cod gesichtet. Wir haben den Kindern davon nicht erzählt und selbst auf die Strandüberwachung vertraut. Um es kurz zu machen: Wir haben keinen Hai zu sehen bekommen. 🙁

Ich entspannte mich Minute für Minute mehr. So ein Tag am Meer kann schon ziemlich ermüdend sein. Ich schlief irgendwann ein und meine Mädels spielten und erholten sich am Strand. So verging der Tag am Meer ohne weitere Highlights, von den wiederholten Ausflügen ins Wasser mal abgesehen. Wenn man sich überlegt, was ein Ruhetag mit sich bringt, muss ich die Definition nochmal überarbeiten. 😉

Etwas ist doch passiert: Ich konnte meine lange Siesta unter unserem Sonnenschirm genießen. Somit war ich sehr gut gegen die Sonne geschützt. Wie heißt es bei Asterix immer? Ganz Gallien? Nein, ein kleiner… Das galt auch für meinen Sonnenschutz. Ich war im Schatten, aber nicht alles von mir. Das linke Knie hat die Sonne etwas stärker genießen müssen, so dass ich mir an diesem Tag auf dem Knie einen Sonnenbrand holte.

Nach einer abschließenden Baderunde endete der Tag am Meer am Nachmittag, es ging zurück ins Haus am See.

Was der Abend noch bringt?

Im Haus angekommen wurde unsere Außendusche massiv genutzt. Das Salz, der Sand und die Wasserpflanzen mussten runter von der Haut. Anschließend gab es Apre Sun. Dabei wurde mir schmerzhaft bewusst, dass mein Knie ziemlich stark von der Sonne verwöhnt wurde…

Für mich war der Tag am Meer noch nicht zu Ende. Nach dem Abendessen zog ich mit dem großen Besteck nochmal los. Heute Abend wollte ich unbedingt noch den Sonnenuntergang einfangen. Ausgewählt dafür hatte ich Sandy Neck Beach. Dazu musste ich einmal auf die andere Seite der Insel. Unser Haus lag auf der Ostseite, so dass ich Abends das Licht erahnen konnte, welches mich heute erwarten soll.

Wolken, viele Wolken

Nachdem ich alles im Auto hatte, fuhr ich also Richtung Westen, Richtung Sonnenuntergang. Mein Tag am Meer hatte mir soviel Sonne gegeben und trotzdem freute ich mich wie ein kleines Kind auf die Stunden am Strand. Wenn die Straße mal wieder nur gerade aus zeigte, blickte ich Richtung Himmel. Was war das denn? Eine geschlossene Wolkendecke zog von Westen auf. Ich traute meinen Augen nicht. Es war der Abend, an dem ich einen schönen Sonnenuntergang einfangen wollte – so als Finale vom Tag am Meer. Es wurden immer mehr Wolken. Ich schwankte zwischen Umkehren und Weiterfahren. Ich fuhr weiter und es wurden immer mehr Wolken. Es war aber noch Zeit bis zum großen Finale der Sonne im Meer. Am Strand angekommen checkte ich die Lage. Die Sonne war dabei, hinter den Wolken unterzugehen. Das wollte ich wenigstens einfangen. Eine Mole auf Felssteinen begrenzte eine Hafeneinfahrt. An die Spitze der Mole wollte ich – und einige andere.

Ich sprang von Stein zu Stein, überholte Teeniegruppen, Familien und wartete bis Selfies gemacht waren. Ich kam pünktlich am Leuchtfeuer an und baute mich in Windeseile auf. Die Sonne setzte zum ersten Finale an. Es war toll, die Sonne zu beobachten. Vom Meer kam eine ganz leichte Brise und es begann das große Finale des Tag am Meer.

Der Tag am Meer – Finale in zwei Akten

Ich beschreibe euch mal, was mich umgab. Da waren sechs Mädels, die sich gegenseitig, miteinander und ganz alleine mit ihren Smartphones fotografierten. Dabei wurde sich ausgiebig über die Posts unterhalten und auch über die – ich vermute mal Jungs – die die Bilder dann kommentierten und – ebenso vermutlich – mit einem Like bedacht haben. Vor mir breitete sich der Atlantik aus und eine Familie schaffte es auch noch nach vorne. Rechts von mir wurde geangelt. Das Kichern der Mädelsgruppe wurde immer mal wieder unterbrochen – für das Gruppenselfie.

Die Sonne ging nun hinter den Wolken unter und Mutter Natur bereitete den darauf folgenden Sonnenaufuntergang vor. Die Wolkendecke war in Auflösung begriffen, so dass die Sonne unter den Wolken wieder aufging um danach direkt im Meer unterzugehen.

Die Mädels, die Familie und die Angler machten sich auf den Weg zum Strand. Nur ein Pärchen – ich schätze mal 15 – 16 Jahre alt – saß noch mit mir auf der Mole. Dicht nebeneinander saßen die Beiden und sahen in den Sonnenuntergang. Es war zu sehen, dass das Schmetterlinge die Mägen ordentlich in Aufruhr brachten, aber keiner traute sich. Ob es an mir lag? Ich konzentriert mich jetzt auf die Sonne und das Meer.

Für mich stand dann noch auf dem Plan, dass ich auch ein Selfie mache, aber eines der besonderen Art. Dazu kam auch mal wieder mein Blitz zum Einsatz. Mit einer Langzeitbelichtung und der Blitzauslösung auf dem zweiten Vorhang ist es mir dann auch gelungen.

Melancholie macht sich breit…

Der Ort und die Stunden dort waren so ruhig. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass diese Reise bald zu Ende sein wird. Leichte Melancholie machte sich in meiner Seele breit. Kennt Ihr das Gefühl? Ihr wollt die Zeit anhalten, damit dieser Moment einfach nicht enden soll? Dieses Gefühl kroch in mir hoch. Ich machte mich auf den Rückweg zum Strand. Eine große Gruppe hatte ein Lagerfeuer entzündet und es lief leise Musik. Die Luft war warm, der Sand unter den Füßen war warm. Mit meinen Mädels hätte ich jetzt auch ein Lagerfeuer gemacht. Zu denen ging es jetzt zurück – mit mehreren Stops.

Da war der Seven G’s Liquor Shoppe auf dem Weg, in dem ich noch eine Flasche Weißwein holte und der aufgehende Vollmond, der über dem Highway aufstieg und fotografiert werden wollte.

Der Tag am Meer endet

Am Haus angekommen saßen meine liebe Ehefrau – die Beste von allen und ich noch auf der Terrasse und ließen den Tag am Meer und den Urlaub ein wenig Revue passieren. Der Weißwein schmeckte und wir fassten einen Beschluss: In fünf oder sechs Jahren kommen wir wieder in die USA! Wohin die Reise gehen wird? Oregon oder zum Grand Canyon oder nach Kalifornien? Wir wissen es noch nicht.

So endet der Tag am Meer mit diesem Beschluss. Ihr habt wieder über 1.300 Worte ertragen und jetzt sollt Ihr Euch auch Bilder ansehen. Wie in jedem Beitrag heißt es jetzt wieder:

Vielen Dank fürs Lesen, Kommentieren und Teilen. Gute Nacht.

Wale vor und Lobster auf Cape Cod

Wale

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 17 31.07.15

Guten Morgen auf Cape Cod. Ich lasse das Vorspiel mal weg, denn heute steht ein absolutes Highlight unserer Reise auf dem Programm. Nach einem gemütlichenn Frühstück checke ich besonders intensiv meine Fotoausrüstung. Heute darf kein Akku versagen. Heute darf keine Speicherkarte voll sein. Heute sehen wir hoffentlich Wale.

Nachdem ich also meine Ausrüstung geprüft habe – so ca. vier oder fünf Mal und die Verpflegung für die Tagestour eingepackt war, ging es los. Wir fuhren also nach Provincetown um mit Dolphin Fleet Whale Watch auf große Fahrt zu gehen. Wale zu beobachten wird auf der Insel in nahezu in jedem Ort angeboten. Die Bewertungen im Netz haben uns im Vorfeld schon diesen Anbieter auswählen lassen – euch ist das sicher egal, denn ihr wollt doch auch nur Wale sehen. 😛

Wale vor Cape Cod

Pünktlich um 12:30 Uhr gingen wir an Bord unseres Schiffes. Die Dolphins VIII lag im Hafen von Provincetown und wir setzten uns auf der Backbordseite am Heck hin. Schon bei der Ausfahrt aus dem Hafen machte ich meine Ausrüstung startklar, denn ich wusste nicht, wann wir die ersten Wale sehen werden.

Die Fahrt über den glatten Atlantik war bei herrlichem Sonnenschein sehr entspannt. Wir konnten von unserem „Walfänger“ aus die Insel betrachten und ich konnte erste Testaufnahmen machen. Mit einer ISO 200 konnte ich entsprechend kurze Belichtungszeiten erreichen. Der Himmel war blau und die Wale hätten jetzt auftauchen können, doch es hieß noch warten.

In einem ruhigen Moment sah ich am Horizont eine kleine Wolke. Ich beachtete die nicht weiter, bis daneben eine neue Wolke aufstieg. Ich war mir nicht sicher, was ich da sah. Doch dann sah ich die erste Schwanzflosse und es war klar.

Wale voraus!

Was jetzt kam, kann man mit Fotorausch beschreiben. Ich drückte immer wieder ab. Die Dolphin VIII verlangsamte deutlich die Fahrt. Um uns herum sahen wir immer wieder Schwanzflossen und Rückenflossen. Mal einzeln, dann in der Gruppe – die Wale schienen völlig ungestört immer wieder aufzutauchen. Ich habe mir gewünscht, dass ich einen springenden Wal erfassen kann. Es ist mir gelungen! Mit einem lauten YES! brachte ich meine Freude zum Ausdruck. Im nächsten Moment – ich stand gerade bei meiner lieben Ehefrau – tauchten direkt am Heck zwei Wale auf. Zum Greifen nah waren diese Wale. In diesem Moment standen wir Junghähne ganz zufällig zusammen. Es war ein Moment voller Energie und Frieden. Diese riesigen Meeressäuger so nah zu erleben, war absolut fantastisch. Eine ältere Dame kämpfte mit Freudentränen. Das sie so nah an Wale herankam, hätte sie wohl nicht erwartet. Der besten Ehefrau von allen und mir ging es ähnlich.

Ich machte mich auf den Weg nach vorne. Am Bug angekommen, traute ich meinen Augen nicht. Ein Wal tauchte direkt vor uns mit dem Kopf nahezu senkrecht auf. Es schien, als schaue er nach, was da an der Oberfläche ist. Ich drückte den Auslöser und dieses riesige Tier tauchte sanft wieder ins Meer ab.

Reicht das nicht?

Immer wieder fing ich die Schwanzflossen der Wale ein. Dabei entstand folgender Dialog zwischen meiner lieben Nicki und mir:

Ich: „Guck mal Schatz, ich habe wieder tolle Schwanzflossen fotografiert.“
Sie: „Wieviele hast Du denn schon?“
Ich: „So ca. 7 Milliarden.“
Sie: „Meinst Du nicht, dass das reicht?“
Ich: „Ich verstehe die Frage nicht.“ 😀

Eine Frau lachte, meine verdrehte etwas die Augen. Die lachende Frau kam auch aus Deutschland und war mit Tochter und Mann an Bord. Für mich ging die Jagd auf die Wale weiter. Unser Schiff nahm wieder Fahrt auf und ich machte mich dran, große Wasservögel im Flug zu fotografieren. Auch hier sind mir einige gute Schüsse gelungen.

Nach einiger Zeit, die ich mir mit der Erkundung des Oberdeck vertrieb, tauchten am Horizont wieder diese Wolken auf. Dieses mal wussten wir, was das heißt. Wieder tauchten Wale auf. Wieder hielt ich drauf. Wieder war es absolut fantastisch, diese Tiere zu sehen.

Zeit für den erhobenen Zeigefinger

Jeder, der diese Berichte liest, kann helfen, dass noch möglichst viele Generationen Wale in freier Wildbahn zu sehen bekommen. Es sind Kleinigkeiten, die unsere Umwelt schützen. Wenn jeder ganz viele dieser Kleinigkeiten beachtet, helfen wir alle mit.

  • Kauft keine Einkaufstüten aus Kunststoff.
  • Kauft Getränke in Mehrwegverpackungen.

Gerade diese leichten Dinge machen den Tieren im Meer das Leben so schwer. Jeder kann helfen!

Auf der Rückfahrt nach Provincetown habe ich mit Jasmin das Thema Umweltschutz ganz intensiv besprochen. Ja, unsere Umweltbilanz ist auf dieser Reise durch die Flüge nicht die beste. Wir achten jedoch mehr denn je darauf, dass wir auf Kunststofftüten verzichten. Wenn sich Kunststoff nicht verhindern lässt, muss das Zeug zumindest im Recycling landen.

Zurück nach Provincetown

Nachdem wir mit den sanften Riesen unsere Bekanntschaft geschlossen haben, ging es wieder zurück nach Cape Cod, genauer nach Provincetown. Wir waren absolut beeindruckt von den Erlebnissen. Die Wale zu sehen, sie fast berühren zu können war absolut gigantisch. Was da an positiver Energie zu erleben war, ist schwer in Worte zu fassen. Wenn Ihr die Chance habt, eine Tour zu machen, um Wale zu beobachten, nehmt die Chance wahr.

Übrigens: Der Rucksack meiner lieben Frau war an Bord um einiges leichter geworden…

Wieder am Hafen gingen wir erstmal zurück zum Auto. Wir hatten uns vorgenommen, dass wir heute das Urlaubsgeld vom lieben Opa Jochen auf den Kopf hauen und dass die Kinder Lobster probieren.

Erst Wale, jetzt Lobster

Wir zogen entspannt durch die Stadt und ließen uns etwas treiben. Immer wieder haben wir Geschäfte betreten. In den Läden gab es allerlei Kram. Unter anderem Uniformen von deutschen Polizisten, Lederkombis und andere skurrile Kostüme. Den Kindern haben wir das mit Mottoparties und Kostümen erklärt. 😉

Es gab auch ganz viel Läden mit wunderschönen Bildern und Kunstgewerbe. Zwischendurch kamen wir an Restaurants und Bars vorbei, die alle damit warben, den besten Lobster in P-Town anzubieten. Wir haben uns zunächst mal ein Eis geholt und sind weiter durch die Stadt gezogen.

Mein Appetit auf die Krebse wurde immer größer und so kehrten wir im Governors Bradford Restaurant ein. Im Außenbereich haben wir dann unseren Tisch gefunden. Neben Wasser, welches uns als Flatrate serviert wurde, haben wir uns für folgende Speisen entschieden:

  • Johanna und Jasmin jeweils ½ Lobster
  • Die beste Ehefrau von allen Lobster Salat
  • Ich 1 ¼ Lobster mit Kartoffelpüree (inkl. viel Garlic 🙂 )

Wir wurden mit Schürzen und Werkzeug ausgestattet und dann kam das Essen. In den Fotos findet Ihr auch unser Essen, so dass Ihr Euch ein Bild davon machen könnt. Jasmin bestellte Lemonade und ich hatte mich für ein Bier (alkoholfrei) entschieden. Nachdem wir alle bei Jasmin gekostet haben, bestellten wir eine große Runde Lemonade, denn es handelte sich um frisch zubereitete Zitronenlimonade. Oberlecker und gesund!

Johanna und der Lobster wurden keine Freunde, so dass meine liebe Frau dann mit ihr getauscht hat. Jasmin hat den Lobster aufgegessen, hat aber eine sehr zurückhaltende Begeisterung gezeigt. Ich selbst war froh, die Wahl so getroffen zu haben.

Im Anschluss schlenderten wir zum Auto. Nach 1 ¼ Stunden Fahrt haben wir unser Haus am See erreicht. Meine Mädels sind ins Bett verschwunden und ich habe auf der Terrasse mein erstes Panorama bei Nacht aufgenommen. Das Ergebnis ist einfach toll.

So neigt sich der Tag dem Ende entgegen. Die Beobachtung der Wale war grandios und der Tag war rundum schön. Jetzt heißt es wieder:

Danke fürs Lesen, Kommentieren und Teilen. Gute Nacht.

Ruhetag Nr. 2 oder Dramatik auf hoher See

Ruhetag am See - Tierbeobachtung

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 16 30.07.15

Nach drei aufregenden Tagen im Empire State wurde für den heutigen Tag mal ein Ruhetag ausgerufen. Nach der langen Autofahrt gestern war unser Haus am See genau der richtige Ort für Entspannung, Erholung und Dramatik auf hoher See – aber dazu später mehr.

Wir haben Nachbarn!

Etwas hat sich verändert. Da sind Geräusche, die wir hier nicht kannten. Huch, das Nachbarhaus ist ja mal bewohnt. Mal sehen, was das für Leute sind. Noch ein Highlight testen wir ab heute, unsere Außendusche. Wenn kreischende Kinder ein Gradmesser für Spaß unter der Dusche sind, hat unsere Außendusche alle Vorgaben erfüllt. Wer jetzt an eine Außendusche Marke Campingplatz denkt, liegt falsch. Natürlich ist unsere Dusche mit einer Mischbatterie versehen und man kann so ganz frei seine Wohlfühltemperatur einstellen. Die Mädels haben aber die Angewohnheit mit entsprechendem Lärmpegel noch Kalt zu duschen. Die Nachbarschaft wurde darüber auch informiert. 😀

So ein Ruhetag beginnt man – nach dem Duschen – am besten mit einem entspannten Frühstück. Heute wurden zusätzlich Blaubeeren und Pfirsiche gereicht – die wir gestern auf dem Feld gekauft haben. Nach dem Frühstück wurden nochmal Postkarten geschrieben, damit auch alle eine bekommen, die wir mit Grüßen aus Amerika erfreuen wollten. Die Kinder tobten sich im Garten und am Steg ausgiebig aus und ich wechselte zwischen Sessel und Terrasse. Nach jedem Wechsel gab ich mich wieder der Entspannung hin.

Auto fahren am Ruhetag?

Bei der Planung der nächsten Stunden und Tage fiel uns auf, dass unsere Vorräte an Lebensmitteln zur Neige gingen. So hieß es rein ins Auto und ab zum Supermarkt. Neben den üblichen Dingen haben wir auch besonders wohl schmeckende Weintrauben entdeckt. Diese durften bei keinem Ausflug oder beim Frühstück oder als Snack oder so nebenbei oder zum Mittag oder zum Abend fehlen.

Für die Postkarten fehlten uns noch Briefmarken. Aus New York wussten wir, dass die Marke für den Versand nach Europa 2,50 $ kostet. Was wir nicht wussten, wir wurden beim Kauf der Briefmarken in New York übers Ohr gehauen. An unserem Ruhetag steuerten wir eine Poststation an und erlebten eine Überraschung. Statt 2,50 $ kostet der Versand einer Postkarte nach Europa nur 1,25 $. Was lernen wir daraus?

  1. In den USA steht auf der Briefmarke kein Preis.
  2. Briefmarken kauft man am besten im Postoffice.

Mit dieser Lehre und den Einkäufen ging es zurück ins Haus, der Ruhetag musste weiter ausgiebig zelebriert werden.

Jetzt fahr’n wir über’n See

Nachdem wir die Einkäufe eingelagert haben, gab ich mich wieder der Entspannung hin, ist ja Ruhetag. Auf einmal waren Johanna und Jasmin ganz geschäftig unterwegs. Ich kümmerte mich nicht, bis ich sah, dass die Kajaks, die gerade noch unter der Terrasse lagen, fachmännisch am Steg vertäut waren. Im nächsten Moment rumpelte es aus Richtung der Garage und die Mädels kamen mir mit Schwimmwesten entgegen. Fröhlich lachend kündigten sie an, dass sie jetzt zur Sandbank paddeln werden. Aha! 😯

Meine liebe Ehefrau – die beste von allen – erklärte dann, dass es sich dabei um eine reine Damentour handeln werde. Jasmin paddelte wie gewohnt alleine, Johanna und meine Nicki teilten sich ein Kajak. Ich wurde zum Smutje ernannt und durfte meine Piraten nach erfolgreicher Karperfahrt ein Mahl reichen. Ich? Kochen? Am Ruhetag? Okay, aber nur mit der passenden Musik.

Meine Schrecken des Swan Pond machten sich also auf den Weg zur Sandbank und ich verzog mich in die Kombüse.

Ruhetag vs. Seenot

Während ich am Ruhetag also in der Küche schufften musste, vergnügten sich meine drei Damen auf der Sandbank. An dieser Stelle wieder mal ein Auszug aus den Notizen meiner lieben Frau:

• Wasser heute höher auf Sandbank, Halterung mit Paddel hielt Kajaks nicht ganz und musste immer wieder fest gesteckt werden.
• Mädels genossen es von der Sandbank ins Wasser zu springen, dann ging’s wieder zurück.

Was ich während meiner harten und schweren Küchenarbeit am Ruhetag nicht mitbekam, war absolute Dramatik auf hoher See. Während der Rückfahrt hatten meine Piratenbräute mit kräftigem Gegenwind zu kämpfen. Das doppelt besetzte Kajak ließ sich schwer steuern und beim Gegensteuern passierte es dann. Johanna und Nicki kenterten. Bevor ihr die DGZRS ruft, lasst Euch sagen, dass Nicki noch gut stehen konnte und auch Johanna mit ihren Zehenspitzen den Boden berührte.

Jasmin – ein Profi auf dem Kajak – eilte den Schiffbrüchigen zur Hilfe. Das Kajak konnte gedreht werden, Jasmin hielt es fest und Johanna entkam Neptuns Griff als Erste. Auch meine Nicki konnte sich ins Kajak ziehen und die Fahrt konnte fortgesetzt werden.

Als ich auf dem Vorderdeck erschien, um das – am RUHEtag – unter größten Anstrengungen in der Kombüse bereitete Mahl anzukündigen, wurde ich über die dramatischen Ereignisse informiert. Mein erste Gedanke: Wenn das meine Schwiegermutter hört… 😀

Die von mir zubereiteten Nudeln mit Würstchen schmeckten nach diesen Erlebnissen nochmal so gut. Anschließend gingen meine Piratenbräute das Salz aus dem Pond abduschen – natürlich in der Außendusche.

Den Abend verbrachten wir damit, dass wir unsere Nachbarn beobachteten – nein, nicht die Nachbarn im Haus, sondern unsere tierischen Nachbarn auf dem Pond. Unsere Krabben Kurt, Karl und Cornelius labten sich an den Algen, die Graugänse und Schwäne naschten gemeinschaftlich von den Wasserpflanzen, Möwen zogen ihre Kreise und auch die beiden Fischadler versuchten sich im Fischfang.

So fand dieser Ruhetag ein Ende, nicht jedoch ohne dass ich meine Kamera nutzte um das Treiben auf dem See festzuhalten. Viel Spaß mit den Bildern.

Vielen Dank fürs Lesen, Teilen und Kommentieren. Gute Nacht.

Wasser, verdammt viel Wasser!

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 14 28.07.15

Nun sind wir vierzehn Tage in der Weltgeschichte unterwegs, aber heute sind wir verdammt nah am Wasser gebaut. Aber eins nach dem anderen…

Nachdem sich am Abend der erste Schock wegen unseres Hotels gelegt hatte, starteten wir gut ausgeruht in den neuen Tag. Im Bad floss das Wasser zum duschen und Zähneputzen und gut erfrischt ging es zum Frühstück. Im Denny’s haben wir zum ersten Mal ein Frühstück mit dem Kaloriengehalt eines ganzen Tagesbedarfes genießen dürfen. Johanna und Jasmin hatten jeweils drei Pancakes, dazu Joghurt und Rührei. Für die Erwachenen gab es Pancakes (mit viel Süß und Topping), Bacon, Bratwurst, Ei (Spiegelei für den Herren, die Dame wählte Rührei) und Kartoffelrösti… Kaffee und für die Kinder Milch waren dabei. Thomas unser Kellner hatte ordentlich zu tun, war dabei aber ausgesprochen freundlich. So gestärkt konnte der Tag an den Niagarafällen beginnen.

5.000 Badewannen pro Sekunde

Die ersten Minuten an den Niagarafällen lesen sich in den Notizen der besten Ehefrau von allen so:

Wow, wow, wow, unglaublich, fantastisch, großartig, irre, der Wahnsinn ….. Das alles und noch viel mehr beschreibt unseren Eindruck

Kennt Ihr das Gefühl, wenn Ihr an einen Ort Eurer Träume kommt und alles real wird und besser ist, als Ihr Euch das vorstellen konntet? So ging es uns, als wir das Wasser der Fälle sahen. Wir hatten von der Größe gelesen, wir haben Bilder und Filme über die Niagarafälle gesehen, nun sind wir hier. Wir sehen diese Unmengen an Wasser, die sich mit Getose an den Fällen ergießen. Wir sehen die Boote, die von der kanadischen und der US Seite immer wieder die Leute ganz nahe an die Fälle heranbringen. Wir können die Fälle fast berühren.

Wenn die Menge von 5.000 vollen Badewannen pro Sekunde zwischen 20 und 50 Meter tief stürzen, dabei Regenbögen entstehen, Wolken aufsteigen, dann kann man einen Eindruck gewinnen, welche Kraft Wasser hat.

Was haben wir heute alles vor?

Der Tag heute ist ausschließlich für die Niagarafälle geblockt:

  • Wir wollen mit einem Boot ganz dicht an die Niagarafälle heranfahren.
  • Wir wollen nach Kanada laufen.
  • Wir wollen wieder zurück in die USA laufen.
  • Wir wollen die Treppe der Winde runter.
  • Wir wollen im HRC auf der US Seite essen.
  • Wir wollen das viele Wasser genießen.
  • Wir wollen viele Fotos machen.

All das soll in einem Tag untergebracht werden.

Es geht auf’s Wasser!

Zunächst müssen wir uns von diesem rauschenden und berauschenden Anblick der Niagarafälle lösen und uns die Eintrittskarten für Maid of the Mist kaufen. Das sind die Bootstouren, die einen ganz nah an die Fälle bringen und bei denen man voll im Wasser steht. Unseren lieben Freunden Nicki und Björn ist es zu verdanken, dass wir auch auf dem Boot Aufnahmen machen konnten. Hier konnten wir uns eine wassergeschützte Kamera ausleihen, die nun auch hier endlich zum Einsatz kam.

Danke liebe Nicole F.! 🙂

Zunächst konnten wir auf einer Plattform einen neuerlichen Blick auf das viele Wasser werfen, das hier in die Tiefe stürzt. Dank einer Gruppe aus Niedersachsen entstand auf der Plattform ein Familienfoto, im Gegenzug habe ich die Truppe auch bildlich festgehalten. Anschließend bewegten wir uns in Richtung Aufzug, denn jetzt wollten wir mit dem Boot in den Nebel fahren. Im Aufzug wies mich ein Guide auf meine offenen Schnürsenkel am Rechten Schuh hin – hörbar und verständlich für alle Fahrgäste. Ein wunderbarer Moment, der nur davon gestoppt wurde, dass eben dieser Guide mir – wieder hörbar für alle – den Rat gab als nächstes meine Schnürsenkel zu schließen. Ich nahm mir diesen Rat zu Herzen. Nun hieß es alles vor dem kommenden Wasser zu schützen. Also Kamera einpacken, Handy verstauen und den Regenschutz über den Rucksack ziehen. Anschließend habe ich dann auch den Schnürsenkel am linken Schuh neu gebunden – sicher ist sicher. 😀

Ein Blick auf die Schlange vor uns ließ uns kurz schaudern. Ne Menge Leute wollen wohl mit dem Boot fahren. Zu unserer Freude legt dann ein Boot an und die Schlange reduzierte sich sehr schnell. Auf dem Weg zum Anleger wurden uns die Regenponchos in modischem Blau überreicht. Mein Wunsch nach Größe L wurde übergangen und ich bekam die verfügbare Universalgröße und einen kleinen Anranzer von meiner Ehefrau – der besten von allen. Ich vermute, dass Sie auch nicht die Wunschgröße erhalten hat und mir damit Ihren Unmut kundtun wollte. 😀

Unser Boot war ansprechend leer, so dass wir mit den Kindern backbord vorn an der Reling standen und das Ablegemanöver herbeisehnten. Alles, was jetzt passiert ist Wasser. Nach kurzer Fahrt standen wir in der Gischt der kleineren amerikanischen Fälle. Ich schloss die Augen und ließ mich benetzen. Die Geräuschkulisse setzte sich zusammen aus dem Tosen der Niagarafälle und dem Johlen der Fahrgäste. Irgendwann auf dieser Fahrt in dem vielen Wasser gab ich meiner Frau einen dicken Knutscher, denn dieser Tag ist Ihr geschenkt worden. Unsere beiden Mädels genossen die Fahrt hörbar und schon erreichten wir die Brautschleierfälle – also die kanadische Version der Niagarafälle. Auch hier erhob sich ein Johlen auf dem ganzen Schiff. Die Leute erlebten hörbar die sanfte Seite dieser Naturgewalt. Schon ging es zurück zum Anleger.

Von der Tour habe ich hier ein kleines Filmchen für Euch.

Niagarafälle Maid of the Mist von Jan Junghahn bei Vimeo.

Runter vom Boot, Treppe rauf

Wir haben nicht genug Wasser abbekommen, also sind wir noch die Treppe (rechts neben dem Anleger) rauf. Hier kommt man ganz nah an die Fälle und wird endlich wieder nass. Der Wind der dabei entsteht ist schon deutlich spürbar. Ein riesiger Spaß für Groß und Klein und so schön kühl an diesem heißen Tag. Zum Glück hatten wir die blauen Universalponchos schon abgelegt. Meiner war mir zu groß… Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, dass wir auch unsere eigenen Capes dabei hatten, denn wir haben diese überhaupt nicht gebrauchen können. 😉

Übers Wasser nach Kanada

Nachdem wir uns von den Fällen gelöst haben, gingen wir zunächst in unser Hotel zurück. Hier haben wir eine kurze Erholungspause eingelegt, etwas gegessen und die Trinkflaschen wieder aufgefüllt. Wir waren bereit für den nächsten Schritt. Mit leichtem Herzklopfen gingen wir auf den Grenzübergang zu. Die Pässe hatten wir dabei und in uns wuchs die Aufregung mit jedem Schritt. Kommen wir einfach rüber? Wie läuft die Einreise nach Kanada? Kommen wir einfach zurück? Wie läuft die Einreise in die USA?

An einem Parkplatz ist ein Schild, das den Weg zum Grenzübergang weist. Wir folgen dem Schild und stehen vor einer Drehtür. Einfach durchgehen? Ja! Also los…

Schon stehen wir auf der Rainbow Bridge und gehen nach Kanada. Unfassbar! Dieses Kribbeln im Bauch, dass wir auch dieses Land besuchen können. Immer wieder denke ich zurück. In dem Alter meiner Kinder war das alles Utopie. Da waren wir an der Ostsee, im Harz oder im Erzgebirge. Die einzige Grenzen, die ich in diesem Alter zu sehen bekam war die Mauer und die Grenze zur CSSR. Geträumt haben wir damals von Ungarn… Zurück ins Jetzt…

Wir haben die Mitte der Brücke erreicht. Ein Schild weist diese Stelle als Grenzlinie aus. Wir nahmen uns an die Hand und machten einen beherzten Sprung nach Kanada. Die Freude in mir war riesig. Nur noch wenige Schritte, einige Fragen einer Grenzbeamtin, die ich freundlich beantwortete – als sie nach Waffen fragte, verneinte ich, obwohl die Vorlage für einen Wortwitz zu verlockend war. 😀 Dann drückte die Dame in unsere Pässe den notwendigen Stempel und wir betraten offiziell Kanada.

Die Ansicht der Fälle von der kanadischen Seite ist großartig. Viele beschreiben den Anblick als Besser, ich sage eher anders. Denn die Nähe zu den Fällen auf der US-Seite erlaubt einen ganz anderen Blick. Ich habe mich dran gemacht ein HDR Panorama von den Fällen zu machen. Also baute ich meine Kamera mit Stativ und Nodalpunktadapter auf, richtete alles ein und begann zu fotografieren. Meine Mädels machten sich auf den Weg und erkundeten die Umgebung. Ich nahm mir die Zeit auch noch den Graufilter einzusetzen um längere Belichtungszeiten zu erzeugen und dadurch Bewegungsunschärfen zu erzeugen – ich gab mich ganz in Ruhe meinem Hobby hin und vergass den Trubel um mich herum.

Nachdem ich meine Bilder auf dem Chip hatte, suchte ich meine Familie und fand sie – wie soll es anders sein – im Shoppingtempel. 😉 Nachdem die Damen sich gegen alle Versuchungen entschieden haben, sind wir noch Richtung Hard Rock Café Niagara Fall (Canada) gelaufen. Dabei haben wir einen schön angelegten Park passiert. Immer wieder suchten wir nach den kleinen oder großen Unterschieden zwischen Kanada und den USA – wir konnten keine entdecken. Das liegt sicher daran, dass wir nicht wirklich in Kanada, sondern an den Niagarafällen sind. Kanada steht aber auf der Löffelliste.

Zurück übers Wasser

Nachdem wir im Rock Shop des HRC nichts ansprechendes gefunden haben, ging es wieder in Richtung USA. Jetzt kribbelte es wieder im Bauch. Kommen wir einfach so wieder rüber? Wie wird die Einreise verlaufen? Am Übergang standen wir jedoch vor einem ganz anderen Problem. Wir mussten Geld bezahlen um Kanada zu verlassen. Ein toller Trick, rein kommt man kostenlos, wenn man jedoch raus möchte… Nun ja, für uns vier waren es zwei US-Dollar. 😉

Auf der Brücke kam ich wieder kurz ins Grübeln. Wir können einfach zwischen den Staaten hin und her laufen, unbeschwert das Leben genießen – es geht uns doch verdammt gut!

Den Strich in der Mitte der Rainbowbridge sind wir wieder im geschlossenen Familienverband übersprungen um dann zur Border-Control zu gehen. Der Officer prüfte unsere Pässe und fragte uns nur, wann wir wieder nach Deutschland reisen würden, dann ließ er uns passieren. Da wir nur als Tagesbesucher in Kanada waren, mussten wir auch keine Gebühren entrichten und waren einfach wieder in den USA angekommen.

Jetzt ging es erneut ins Hotel. Wir erholten uns wieder ein wenig und machten uns frisch für den Abend, denn der Besuch des HRC auf der US-Seite stand an. Ich hatte im Vorfeld reserviert, so dass wir an der Schlange vorbei gehen konnten und zum Tisch geführt wurden. Eine Reisegruppe Senioren saß auch im HRC. Die älteren Damen schauten etwas verstört drein, denn die Musik war laut (Rock eben), an den Wänden flimmerten die passenden Videos (Rockmusikvideos) und an der Wand hingen eingerahmt Schlüpfer. Die älteren Herren schauten etwas anders, sobald sich die jungen Kellnerinnen näherten.

Nach dem Essen ging es in den Shop und dieses mal haben sich die Kinder auch etwas ausgesucht. Jasmin hat sich eine Kette ausgesucht und damit uns Eltern überrascht. Keine klassischen Kette, die 10 jährige Mädchen tragen, sondern eine Kette mit einem schwarzen Plektron, einer silbergrauen Kugel und einer silbergrauen Krone. Johanna hat sich ein großes Tuch ausgesucht und für den Kühlschrank kam noch der Magnet mit. An diesem Tag haben wir beschlossen, dass wir aus jedem HRC uns diesen Magneten (HRC Logo und Ort) mitbringen, wenn wir schon dort waren.

Abendstimmung am Wasser

Es war ein lauer Sommerabend, den wir mit einem ausgedehnten Spaziergang über den Niagara-River zu einem ganz gemütlichen Abschluss brachten. Das Licht war schön, die Luft ganz mild und wir gingen ganz gemächlich. Hier noch ein Foto, dort noch ein Blick auf das Wasser und dann ging es in gemütlichstem Spazierschritt zurück zum Hotel, nicht ohne immer wieder auf das Wasser zu sehen. Die Kinder waren müde und auch wir „Alten“ waren geschafft.

Es war der erhoffte tolle Tag an diesem Naturwunder in Nordamerika. Es war die absolut richtige Entscheidung, die Niagarafälle in die Reise einzubauen.

Wenn Ihr die Chance habt, die Niagarafälle zu besuchen, macht es, Schaut Euch dieses Naturschauspiel aus Wasser an.

Schon wieder habt Ihr nahezu 2.000 Worte über Wasser, Grenzen und Boote gelesen. Da habt Ihr Euch auch einige Fotos verdient. Ich bedanke mich fürs Lesen, Kommentieren und Teilen und sage: Gute Nacht!

Interstate 90 Richtung West-Nordwest

Interstate 90

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 13 27.07.15

Was für ein schreckliches Geräusch ist das? Ach der Wecker… Moment mal! Ich habe doch Urlaub; es ist noch nicht ganz hell und ich werde von einem Wecker geweckt? Das muss einen guten Grund haben… Ach stimmt, heute fahren wir Baden. Jedoch nicht im Atlantik und auch nicht in unserem Pond oder in der Badewanne… Der Lake Ontario ist heute das große erste Ziel. Von dort aus geht es dann nach Niagara Falls. Unsere Route führt entlang der Interstate 90, dazu aber später mehr, der Tag beginnt.

Küken Travel übernimmt

Warum wir zu so früher Stunde aufstehen und die Kinder wecken hat eine Vorgeschichte, die im Januar beginnt, wenn man es genau nimmt, sogar noch früher. Es war dieser eine Nebensatz, den meine liebe Frau – die beste Ehefrau von allen! – im Rahmen der gemeinsamen Planungen fallen ließ. „…, gern würde ich die Niagarafälle sehen.“ Was dann geschah, lest Ihr in meinem Vorbericht.

Nun hatte meine liebe Frau also die Reiseunterlagen zum Geburtstag bekommen und ich begab mich ab heute in die Rolle eines Reiseleiters, Fahrers und Fotografen. Meine Reisegruppe saß mit mir am Frühstückstisch. Entgegen zu den anderen Tagen, war es heute sehr ruhig und noch etwas verschlafen.

In den Notizen meiner Frau liest sich das so:

Montag, 27.7.
• Alle pünktlich aus den Federn
• Frühstück – Verhalten ruhig und noch sehr verschlafen
• letzte Sachen für den Trip zusammengepackt und die Fahrt zu den Niagarafällen kann starten, der Fahrer von Küken Travel erwartet uns schon 😊

Hauptroute: Entlang der Interstate 90

Im Vorfeld hatte ich schon entlang der Interstate 90 eine Route gesucht. Wir fuhren aus Massachusetts raus und durchquerten den Empire State New York. Ich hatte mir vorgenommen, dass die Fahrt auch für die jungen Gäste meiner Reisegruppe interessant wird. So standen für die jungen Fahrgäste Getränke und Snacks bereit. Auf den iPads waren aktuelle Filme mit direktem Bezug zu unserer Reise (Madagaskar 1 und 2) und auf dem iPod bzw. iPhone war für jeden eine exklusive Musikmischung.

Wir fuhren über den Hudson River durch eine bergige Umgebung. Auf den Schildern an der Interstate 90 wurden uns Orte mit spannenden Namen angekündigt. So fuhren wir an New Lebanon, Albany (das ist die Hauptstadt des Bundesstaates New York), Shenectaddy und Rotterdam vorbei. Kurz vor Amsterdam passierten wir den mit 1724 Fuss Höhe höchsten Punkt der Route. Das hört sich gewaltig hoch an und da wir quasi bei Normalnull gestartet sind, ist das auch ordentlich – dieser etwa 525,4752 Meter hohe Pass auf der Interstate 90.

Die erste Pause machte ich nach 2,5 Stunden. Beine vertreten, WLAN checken und weiter geht es.

Die kommenden 2,5 Stunden zogen sich wie Kaugummi. Wir fuhren zwar durch eine reizvolle Landschaft, aber mit 3,5 Litern Hubraum in einem V6 Aggregat sind 65 erlaubte und 75 gefahrene Meilen pro Stunde schon anstrengend. Ich kann nicht mal sagen, dass tolle Orte an der Interstate 90 waren. Auch diese Etappe beendeten wir mit einer Pause für alle. Dieses Mal wurde auch die Keramik besucht – nicht dass das interessant wäre, aber mehr ist auf der Interstate 90 nicht passiert.

Daten und Fakten zur Interstate 90

Da es weiterhin alles andere als spannend wird, langweile ich Euch mal mit Fakten zur Interstate 90. Diese Straße verbindet den Atlantik mit dem Pazifik. Dabei werden auf einer Länge von 4958 km von Westen nach Osten folgende Bundesstaaten durchquert:

Washington > Idaho > Montana > Wyoming > South Dakota > Minnesota > Wisconsin > Illinois > Ohio > Pennsylvania > New York > Massachusetts

Die Interstate 90 ist mit fast 5.000 km der längste Interstate Highway, den die USA zu bieten haben. Östlich der Staatsgrenze zu New York wird die Interstate 90 als Massachusetts Turnpike geführt. Mautstationen gibt es eine Menge und die funktionieren alle. 😉 Wir werden im Laufe unseres Ausfluges die Interstate 90 in beide Richtungen befahren.

Die nächste Etappe hatte ein wichtiges Ziel. Der Lake Ontario wurde angesteuert. Das dieses Etappe wiederum drei Stunden dauern wird, habe ich im Vorfeld verschwiegen. Die Fahrt dorthin war ähnlich abwechslungsreich wie die vorhergehenden Etappen und hier und da kam von meinen Fahrgästen eine leise Nachfrage nach der geplanten Ankunft. Die Interstate 90 haben wir hinter uns gelassen.

Auf einmal war links und rechts nur noch Wasser und Marinas säumten den Weg. Es waren die ersten Ausläufer und Zuflüsse zum Lake Ontario und auf den Hinweisschildern lasen wir „Hamlin Beach State Park“. Wir sind gleich da!

See oder Meer?

Nachdem wir die obligatorischen sieben Dollar Eintritt bezahlt haben, steuerte ich den Parkplatz an. Es gab kein Halten mehr, wir schnappten uns die Badesachen und machten uns auf den Weg zum Strand. Möwen und Graugänse in großer Anzahl machten uns klar, dass WIR hier die Besucher sind.

Lake Ontario
Der Strand im Hamlin Beach State Park

Am Strand angekommen legten wir kurz eine neue Regel fest: Neue Gewässer werden im geschlossenen Familienverband erobert. So nahmen wir vier uns an den Händen und gingen etwas ehrfürchtig in diesen See, dessen Mitte die Grenze zwischen den USA und Kanada darstellt, an dessen Horizont der Himmel ins Wasser taucht. Das Wasser war angenehm kühl so dass unsere Ehrfurcht schnell in einen ausgiebigen Badespaß umschlug.

Ich habe meine Gedanken zu diesem Moment in einem kleinen Film festgehalten. MAZ ab.

In diesem Film stelle ich etwas fest, was mich auf unseren Reisen schon mehrfach beschäftigt hat. Als ich 10 Jahre alt war – so alt ist meine große Tochter auf dieser Reise -, waren die USA ein unerreichbares Ziel. Selbst unser Reisebüro war nicht erreichbar, denn es hat seinen Sitz in Berlin Tempelhof. Heute ist es für unsere Kinder selbstverständlich, mit der S-Bahn zum Olympiastadion zu fahren, in Spanien oder den USA Urlaub zu machen, mit den Großeltern nach Tschechien oder Dänemark zu fahren. Überall ist dieser Tage auch die Rede von der deutschen Einheit. Ich bin froh und glücklich, dass wir diesen Tag feiern können und ich bin dankbar den Leuten, die vor 26 Jahren friedlich Ihre Stimme erhoben haben, um diese Freiheit einzufordern.

Zurück zu unserer Reise…

Wir badeten ausgiebig, wir konnten die warmen Sonnenstrahlen genießen, bis zu dem Moment, an dem unsere Mägen meldeten, dass wir hungrig sind. Wir nahmen uns noch die Zeit, ein Familienfoto zu machen und dann ging es weiter.

Stilecht fanden wir ein klassisches Diner am Lake Ontario. Das Black North Inn wurde dank Navi schnell angesteuert und wir gaben uns der amerkanischen Küche hin. Die Fahrt zu diesem Restaurant war speziell, denn die Straße parallel zum Lake Ontario (Lake Ontario State Parkway) war so leer und in einem so schlechten Zustand, dass ich mir nicht zu jeder Zeit sicher war, ob uns das Navi auch richtig führte. Nach etwa 20 Minuten hatten wir das Restaurant erreicht.

Das verpasste Bild

Was wir gegessen haben, haben wir nicht dokumentiert. Wir konnten den beginnenden Sonnenuntergang beobachten und dann saßen wir schon wieder im Auto. Auf der Fahrt nach Niagara Falls habe ich die kürzeste Strecke ausgewählt. Diese führte uns über Landstraßen durch romantische kleine Orte, die im Licht des Sonnenuntergangs leuchteten. Ich kann mich noch erinnern, dass wir an einem Haus vorbeigefahren sind, das im roten Licht des Sonnenuntergangs so schön anzusehen war. Die Veranda war geschmückt mit dem Sternenbanner, zwei Schaukelstühle standen einladend bereit, die Fensterläden waren weiß, wie auch die Überdachung der Veranda. Das Rot des Sonnenuntergangs ließ das Haus leuchten, das weiche Licht sorgte für ganz sanfte Farben. Mit Rücksicht auf meine Reisegruppe habe ich auf einen Fotostop verzichtet und ganz ehrlich… ich bereue es ein wenig. Dieses Bild geht mir nicht aus dem Kopf und ich verbinde es mit der Reise, ohne dass ich es Euch zeigen kann.

Es war bereits dunkel, als Helga (so nennen wir unser Navi) die erlösenden Worte sagte: „Sie haben Ihr Ziel erreicht.“. Ich hatte das „Days Inn“ wegen der Lage gebucht. Zu Fuß werden wir in fünf Minuten an den Fällen und an der Rainbow Bridge sein und auch das Hardrock Café auf der US-Seite ist nur wenige Gehminuten vom Hotel entfernt.

Beim Einfahren in die Tiefgarage schauerte es mich etwas. Das Hotel machte nicht den besten Eindruck. Es war muffig und es tropfte von der Decke. Auch der Geruch im Flur und der „herzliche“ Empfang sprach nicht unbedingt für das Hotel. Nachdem wir unser Zimmer mit den zerschlissenen Vorhängen, der sehr lauten Klimaanlage und dem komischen Geruch übernommen haben – die Tür wurde durch einen zarten Tritt geöffnet – gaben wir die Losung aus „Es ist nur zum Schlafen und zwei Nächte halten wir das aus…“.

Die Kinder fielen müde ins Bett, ich holte noch zwei Bier und dann hieß es für meine Reisegruppe und mich „Gute Nacht“.

An dieser Stelle wie immer vielen Dank fürs Lesen, Kommentieren und Teilen.

Ein Tag in der Natur

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 12 26.07.15

Ausschlafen ist etwas ganz wunderbares. Hat der Erfinder / die Erfinderin von Ausschlafen wirklich schon alle Orden erhalten? Ist die Heiligsprechung erledigt? Wurden ihr/ihm Denkmäler errichtet? Heute, am zwölften Tag unserer Reise haben wir ausgeschlafen und anschließend ganz gemütlich gefrühstückt. Hatte ich schon gesagt, wie angenehm ruhig es hier auf Cape Cod ist? Ja? Dann wisst Ihr ja bescheid. 😉 Ein Ritual des Urlaubs hat sich nicht verändert. Vor jedem Ausflug werden Brote vorbereitet, Obst und Gemüse mundgerecht portioniert und verstaut. Auch am heutigen Tag wurde dieses Ritual mit einer Hingabe gepflegt, dass einem das Herz aufgeht.

Raus in die Natur

Das Wetter war wieder bedeckt und so haben wir uns für einen Besuch im Cape Cod Museum of Natural History in Brewster entschieden. Wir wussten nur vage, was uns dort erwartet, aber der Besuch dort war auch ein wenig dem instabilen Wetter gewidmet und, um es gleich zu sagen, es war ein voller Erfolg.

Das Museum besteht aus einem großzügigen Gebäude und einem tollen Weg zum Strand. Im Haus wird einem das Leben auf der Insel und im Ozean nahe gebracht. Wir konnten eine Fischadlerfamilie in ihrem Horst beobachten, dazu standen auch Ferngläser zur Verfügung. Vor einem großen Fenster war eine Futterstation aufgebaut, die Vögel und Nagetieren anlockte und so auch vor meine Linse brachte. Ein regelmäiges Ohhhhh erzeugten vor allem die Nager. Chip and Chap kennt Ihr vielleicht. Die beiden Streifenhörnchen ärgerten regelmäßig Donald Duck. Hier konnten wir die kleinen Nager in freier Wildbahn beobachten. Außerdem rannten auch immer wieder die amerikanischen Eichhörnchen durch die Szene. Auch die zu beobachtenden Vögel waren artenreich vertreten, so dass an diesem Tag auch die Natur im Fokus meiner Fotos lag. Die bequemen Sessel vor dem Fenster erleichtern die Arbeit eines Hobbyfotografen unheimlich. Die Kinder konnten während dieser Zeit basteln und sich mit Puzzeln der örtlichen Flora und Faune nähern.

Im Keller waren eine Reihe von Aquarien, in denen auch unsere Nachbarn, die Krabben vom Steg, zu sehen sind. In einem kleinen Becken kann man sehr gut sehen, was einem am Grund unseres Pond auch erwartet. Plattfische, Butterfische (sehen Aalen sehr ähnlich), Einsiedlerkrebse, Krebstiere in allen Größen und Muscheln. Ein echtes Wimmelbild ist dagegen übersichtlich gewesen. Wir konnten dann noch die Fütterung von Quallen und einem Hummer beobachten. Dem Hummer möchte ich nicht zu nahe kommen. Riesengroße, kräftige Scheren machten auch auf die Kindern ordentlich Eindruck.

Nachdem die Viecher alle ihr Futter hatten, gingen wir raus in die Natur, um den riesigen Außenbereich zu erkunden.

Picknick in der Natur

Wie schön ist es, in der Natur ganz entspannt ein Picknick zu machen, um dann festzustellen, dass ausgerechnet meine Brote im Haus geblieben sind. Also nicht im Haus des Museums, sondern im Haus am See. Ich nehme das nicht persönlich und ich habe trotzdem etwas essen können, aber es muss doch erwähnt werden, dass der Fahrer, Reiseleiter, Fotograf und Familienvater nicht versorgt war.

Wir stärkten uns für den „John Wing Trail„, der uns durch die Dünen zum Strand und ans Meer führen soll.

Ein Trail durch die Natur

Ich hätte Euch gern Hintergründe benannt, warum der Weg, den wir im folgenden beschreiten werden, John Wing Trail heißt. Die weiten des WWW gaben aber keine passende Antwort darauf, so dass ich Euch nur sagen kann: „Fahrt hin und informiert Euch dort.“ 😉

Der Weg führte uns zunächst an einem Schaukasten vorbei. Hier wurde gezeigt, wie lange einzelne Materialien in der Natur benötigen, bis sie zersetzt sind. In einer Gesellschaft, bei der selbst Papiertüten in Plastetüten eingepackt werden (das haben wir selbst erlebt), sollten diese Kästen vor jedem Supermarkt stehen.

Weiter ging es durch Marschland in die Dünen. Der Weg ist sehr gut ausgebaut, so dass wir auf einmal am Strand waren. Hier hieß es Schuhe aus und Barfuß laufen. Es war gerade Ebbe, so dass wir sehr weit laufen konnten. Unser Weg war gesäumt von allerlei Getier. Hier ein Einsiedlerkrebs, dort eine Möwe, an anderer Stelle wiederum eine Krabbe bzw. ein Gehäuse einer Krabbe. Der Rest des Krebstiers war höchtwahrscheinlich im Magen einer Möwe gelandet. Muscheln und Muschelteile in tollen Formen und Farben gab es zu sehen. Wir liefen durch kleine Fließe und konnten so das „Ende von Cape Cod“ ganz gut sehen.

An einer Stelle blieben wir eine Weile stehen, um den Wind und die Sonne zu genießen. Auf einmal standen wir im Wasser. Völlig unbemerkt kam das Wasser zurück, die Flut begann. Überall wurde der Rückweg Richtung Strand begonnen. Auch in der weiteren Nachbarschaft machten sich die Besucher auf den Weg zurück – allerdings mit dem Auto. Einige Strände sind hier für Autos zugelassen, so dass eine lange Kette von Allradfahrzeugen durch die tiefer werdenden Gewässer fuhr.

An dieser Stelle zeige ich mal einige Bilder aus der Natur, damit Ihr für den zweiten Teil den Augen etwas Abwechslung bieten könnt.

Auf nach P-Town

Die Flora und Fauna auf und um Cape Cod ist sehr maritim – was nicht wundert, da wir ja im Atlantik sind. Neben dem großen weißen Hai, der hier immer wieder gesichtet wird, liegt die Insel an den Routen der großen Wale. Somit hatten wir uns schon im Vorfeld für eine Walbeobachtungstour entschieden. Also sind wir nach Province Town (kurz P-Town) gefahren um die Tickets zu buchen.

Province Town zeichnet sich durch seinen liberalen Umgang mit gleichgeschlechtlichen Paaren aus und ist ein wenig deren Hauptstadt. An jeder Ecke in dieser Stadt sieht man die Regenbogenfahne und im Zentrum findet man Klubs, Bars und Theater, die auch mit Travestie-Shows werben – nach Aussagen der Promotoren ein Spaß für Groß und Klein. Durch diese Kultur ist es in dieser Stadt alles ein wenig entspannter. Heute sind wir aber nur hier, um die Tickets für das Whalewatching zu holen.

Anschließend ging es mit dem Auto wieder zum Haus am See. Dort angekommen, habe ich mich um die Bewohner des Sees gekümmert und einige Bilder von denen gemacht, die ich Euch am Ende dieses Berichtes gern zeige. Im Anschluss an das Abendbrot – es gab Nudeln 🙂 – ging es ans Kofferpacken, denn am nächsten Tag ging es Richtung Nord-Nordwest zu den Niagarafällen. Damit wir pünktlich loskommen, klingelt unser Wecker morgen früh um 6:00 Uhr.

Damit sage ich wieder Danke fürs Lesen, Teilen und Kommentieren. Gute Nacht.

Cape Cod erkunden – Wo sind wir hier gelandet?

Hummer bei Seafood Sam's auf Cape Cod

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 11 25.07.15

Alles geht etwas langsamer auf Cape Cod. Wir haben den Takt von New York City sehr schnell abgelegt und den Takt von West Yarmouth angenommen. Heute waren wir etwas planlos, denn im Gegensatz zu New York hatten wir uns hier nicht jeden Tag straff durchgeplant.

Sonnig ging es los auf Cape Cod

Nach dem Frühstück fingen wir an zu überlegen. Was machen wir heute? Unsere Überlegungen müssen Petrus etwas überfordert haben, denn er hat der Sonne einen Vorhang aus Wolken spendiert. Es war trotzdem gemütlich warm. Die grobe Planung sah vor, dass wir bei Seafood Sam’s zum Mittagessen einkehren, denn für Seafood ist Cape Cod berühmt. Zudem mussten wir einige Lebensmittel auffüllen. Also Obst schnippeln und ab ins Auto.

Auf Cape Cod einfach mal treiben lassen…

Es ging zunächst nach Yarmouth und hier fuhren wir einfach die Mainstreet entlang und schauten uns an, wo wir gelandet sind. Am Flughafen vorbei ging es dann nach Hayennis Port. Hier residiert der Kennedy Klan und hier entstanden auch berühmte Fotos von John F. Kennedy mit seiner Frau Jackie, den Kindern und Bobby Kennedy. Wenn man sich in Hayennis umschaut, versteht man, warum auch von Amerikas Königsfamilie gesprochen wird – dazu aber später mehr. Alles in allem ist auf Cape Cod augenscheinlich kein Haus höher als zwei Etagen und alle Häuser sind mit Flaggen oder Stars-and-Stripes-Bannern geschmückt. Zum Teil ist das wirklich liebevoll gestaltet.

Bei Stop ’n‘ Shop füllen wir unsere Vorräte auf und schon meldet sich auch der Magen mit einem freundlichen Grummeln und meldet an, auch gefüllt werden zu wollen. Seafood Sam’s auf Cape Cod hatte im Vorfeld unseren Zuschlag auf Vorschlag meiner Ehefrau – der besten von allen – erhalten. Es handelt sich dabei um eine Art Schnellrestaurant und nun stehen wir vier am Orderdesk und sehen die Karte. Vier Junghähne standen davor und rätselten, was man uns hier offeriert. Wir ließen Leute vor, weil wir einfach nicht klar kamen. Was ist das für eine Sorte Fisch? Wie ist dieses Menü zubereitet? Was will uns der Künstler damit sagen? Hier für Euch mal die Speisekarte.

Wir haben dann geordert und bezahlt und als nächstes wurde uns ein Pager in Form eines Hummers in die Hand gedrückt. Die Getränke bekamen wir gleich, wenn der Hummer blinkt und brummt, können wir unser Essen in Empfang nehmen. Beim Warten habe ich mich wieder bei den Sozialstudien erwischt, das Ergebnis wurde bestätigt.

Hummer bei Seafood Sam's auf Cape Cod
Dieser „Pager“ informierte uns, dass unser Essen fertig ist.

Auf einmal rappelte und blinkte der Hummer wie wild über unseren Tisch – Essen ist fertig! Es war ausgesprochen lecker, was uns die Küche hier vorbereitet hat. Der Fisch war auf den Punkt, die gebackenen Kartoffelstäbchen waren außen knackig. Wir sind also gesättigt und stehen wieder vor der Frage… und jetzt?

Shopping!

Es gibt auf Cape Cod die Cape Cod Mall. Ein Einkaufszentrum nach meinem Geschmack, suggeriert mir der Auftritt auf Facebook. Da das Wetter heute nicht so besonders ist (Wolken und relativ kühl) steuerten wir also diese Mall an. Wiedermal wurden wir deutlich schockgefroren, so dass wir beschlossen, dass die Kinder eine leichte Strickjacke bekommen sollten.

Machen wir es kurz: Die Mall war okay, wir haben die Strickjacken bekommen. Vom Hocker gerissen haben mich die Angebote und die Preise nicht und da wir quasi 1:1 umrechnen konnten, war auch dieser Vorteil dahin. Wir sind noch eine Weile geschlendert und auch für meine liebe Ehefrau – die beste von allen – sind auch noch einige Teile in der Tüte gelandet.

Schuhe kaufen auf Cape Cod 😯

Es gibt Wortkombinationen, die treiben mir überall auf der Welt Angstschweiß ins Gesicht. An diesem Tag kam der Satz von meiner lieben Frau. „Die Mädels brauchen noch Schuhe.“ Mein Gesicht beschreibe ich mal nicht. Mein Frau sah sich veranlasst, die Aussage konkreter zu machen, es waren Badeschuhe gemeint. Entspannung machte sich breit, denn auf unserer Fahrt haben wir Beachshops gesehen und gegenüber war auch ein Sportshop. Der Sportshop war nicht der erhoffte Treffer, so dass wir in zwei Beachshops auf Cape Cod fündig wurden.

Ein gruseliger Moment in einem der Shops war, als wir sahen, dass dort Einsiedlerkrebse in bemalten Schalen zum Kauf angeboten wurden. Lebende Tier, die unter fragwürdigen Bedingungen ausgestellt werden. Wie ich hinterher herausfand, gibt es die überall an der Ostküste zu kaufen.

Ein Fläschchen Wein

Für den Abend wollte ich noch eine Flasche Wein besorgen. Da ich in den Supermärkten keinen Wein bekam, steuerte ich den ersten Liquor Store in meinem Leben an. Kinder kommen da gar nicht rein, so dass ich dieses Erlebnis für mich exklusiv hatte. Ich war geplättet. Alles, was mit Alkohol zu tun hat, wird hier angeboten. Wein in allen Sorten und Preisklassen, Bier in gefühlt 10.000 Sorten und Verpackungsgrößen, die wir in Deutschland nicht mal im Großmarkt sehen. An der einen Stelle wurde mir angeboten, ein Bier zu probieren – ich lehnte ab. An anderer Stelle wurden die Kunden mit Hamburgern versorgt um damit eine andere Biersorte zu promoten. Wo in anderen Supermärtken die berühmte Quengelware feilgeboten wird, sind es hier die Kurzen, die in unterschiedlichsten Sorten zum Kauf angeboten werden. Ich zog mich in den Bereich „Wine“ zurück um meine Auswahl zu treffen. Ein trockener Weißwein hat dann mein Herz gewonnen. Beim Bezahlen ist mir dann aufgefallen, dass der Amerikaner hier bar bezahlt. Als ich meine Kreditkarte zeigte, sorgte das zuerst für einen verwirrten Gesichtsausdruck, dann wurde das Lesegerät abgestaubt und ich konnte bezahlen. Eingepackt wurde mein Wein in eine unscheinbare Papiertüte.

Nun geht es zurück zum Haus, die Kinder und auch wir haben die Nase vom Shopping voll. Wir lassen den Tag auf Cape Cod ganz entspannt ausklingen, Johanna und meine liebe Frau spielen Karten, meine Große spielt mit dem Nintendo und ich bearbeite einige Bilder, die ich dann auch veröffentliche.

Nach dem Abendessen genießen wir den Wein, während die Kinder im Land der Träume nach dem Rechten schauen. Ganz nebenbei führe ich noch das Reisetagebuch, denn diese Artikel entwickeln sich zu einem Bestseller bei der Familie und bei Freunden. Zu guter Letzt noch einige Bilder für Euch und dann heißt es wieder:

Vielen Dank fürs Lesen, Kommentieren und Teilen. Gute Nacht.

Ruhetag im Haus am See

Cape Cod von oben - sehr weit oben

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 10 24.07.15

„Was ist das für ein Geräusch? Regnet es? Ein kurzer Blick aus dem Fenster und ich sehe keinen Regen, also schlafe ich mal weiter…“ – oder versuche es zumindest. Immer wieder dieses Geräusch von Regen. „Was, um alles in der Welt, ist das für ein Wetter? Ich muss wohl doch mal aufstehen und nachsehen.“ Das sind ziemlich genau die Gedanken, die ich an diesem Morgen hatte. Also raus aus dem Bett und patsch… Fuß nass! Kurzer Blick auf den Boden und das Unheil nimmt seinen Lauf. Da ist Wasser, es regnet rein! Blick nach draußen, da ist kein Regen. Was ist hier los und wieder dieses Geräusch. Kennt Ihr amerikanische Spielfilme? Was passiert dort gern, wenn der Bösewicht oder der niedliche Hund im Garten steht? Die Beregnung geht los. Genau das passiert auch vor unserem Haus am See und in eines des Schlafzimmerfenster regnet eine dieser Düsen rein. Also Fenster leise zu und den Tag beginnen, den Ruhetag.

Der Tag beginnt!

Noch etwas schlaftrunken wanke ich durch das Haus. Alles ist still, meine Kinder und die beste Ehefrau von allen schlafen noch tief und fest. Ich gehe weiter in Richtung Wohnzimmer, im Tageslicht sieht alles sehr nett aus. Hier soll es doch eine Terasse geben und einen Steg an einem See. Ich ziehe die Vorhänge auf und traue meinen noch sehr verschlafenen Augen nicht. Vor mir liegt der See, die Sonne geht am Horizont auf und alles ist still. Das Wasser ist glatt wie ein Spiegel und diese Ruhe ist fast unecht. Ich teste mein Gehör und stelle erleichtert dessen volle Funktionsfähigkeit fest. Man kann Stille hören.

An diesem Tag habe ich nur ein Bild gemacht und zwar dieses.

Sonnenaufgang vor dem Haus am See
Dieses Bild ist als erstes auf Cape Cod entstanden.

Ich konnte es nicht fassen, dieses Haus, die Lage, die Ruhe… Alles genauso, wie es sein sollte. Der absolute Kontrast zu New York City. Keine Sirenen, keine Motorgeräusche, keine Klimaanlagen, kein Baustellenlärm – nur Stille.

Glaubt mir, wenn Peter Fox vom Haus am See singt, muss er das gemeint haben. Die Reaktionen bei der Familie und bei Freunden, die dieses Bild dann per WhatsApp bekamen waren „Wunderschön“ oder „Mein lieber Schwan…“ oder auch „Alter… Hammer“.

Ich stand einfach nur auf der Terasse und habe es mit geschlossenen Augen genießen können, wie die Sonnenstrahlen wärmten. Nach einigen Minuten ging ich wieder rein. Ich hatte noch nicht einmal auf die Uhr gesehen. Ich beschloss, mich auf das große, kuschlige Sofa zu legen und die Ruhe zu genießen. Die sozialen Netze habe ich ein wenig durchforstet, dann schlief ich wieder ein. 😀

Du hast geschlafen, da haben wir…

Etwa nach 1,5 Stunden wurde ich wieder wach, weil ich meine Kinder gehört habe. Ich bin leise zu den Beiden hin und wurde mit vorwurfsvollem Blick empfangen. Die Kinder haben mich im Wohnzimmer gesehen und haben dann lieber leise im Zimmer gespielt, als auch mal endlich den See sehen zu können. Ich nahm die beiden erst mal in den Arm und dann gingen wir drei auf die Terrasse. Meine Frau schlief immer noch. 🙂

Die Kinder sagten nichts, sie waren einfach sprachlos – bei Johanna ein sehr seltener Moment.

Ich ließ die Kinder auf der Terrasse stehen und machte mich dran, das Frühstück vorzubereiten. Kein Buffet, keine Fernseher an der Wand, keine Klimaanlage – einfach ein Frühstück in Familie. Es gab Cornflakes, Obst, Brötchen, Marmelade, Jam und Honig. Zudem standen Kaffee, Saft und Milch auf dem Tisch.

In der Zwischenzeit ist meine liebe Frau auch aufgestanden und hat den Blick über den See schweifen lassen. Es war ein ganz ruhiges Frühstück.

Was machen wir heute?

Ich habe auf diese Frage gewartet, denn auf die Antwort habe ich mich lange vorbereitet. Es war kompliziert, die passenden Worte zu finden um das Tagesprogramm zu beschreiben, soviel hatten wir geplant. Ich atmete tief ein und fing dann an den Tagesablauf zu umreißen.

NÜSCHT!

Heute ist Ruhetag! Wir entspannen uns am See, im Haus und von New York. Die gestrige Fahrt steckte mir noch etwas in den Knochen und auf eines hatte ich heute absolut keine Lust – auf Auto fahren. Nach dem Frühstück nahmen wir das Haus erstmal unter die Lupe. Alles ist liebevoll dekoriert. Im Essbereich und im Wohnzimmer sind Kamine, die wir nicht nutzen dürfen (macht auch nichts 😉 ), im Wintergarten steht ein riesiges Ecksofa – da hatte ich heute früh geschlafen und der Tresen, an dem wir gestern Abendbrot gegessen haben. Die Küche ist komplett ausgestattet (Gasherd, Backofen, Mikrowelle, Kühlschrank und Geschirrspüler) und in der Waschküche steht eine Waschmaschine und ein Trockner. Das Bad ist relativ klein, aber auch komplett mit Duschwanne ausgestattet. Die beiden Schlafzimmer sind mit ordentlichen Betten ausgestattet und überall findet man liebevolle, maritime Dekorationen.

Auf der großen Terrasse steht ein großer Tisch mit vier Stühlen und zwei dieser wunderbaren Stühle, in denen man so wunderbar entspannen kann und ein Gasgrill.

Was uns schon in New York und bei der Fahrt nach Cape Cod aufgefallen ist, fand sich auch hier wieder – die US-Flagge ist hier an jedem Gebäude angebracht.

Wie Kinder den Ruhetag verbringen

Ich ließ mich abwechselnd auf einem Sessel im Wintergarten, auf der Terasse oder auf dem Steg nieder. Die Mädels haben den Garten erkundet und ein Obstpicknick vorbereitet. Damit wir „Alten“ auch am Picknick teilnehmen durften, mussten wir fünf Stationen „abarbeiten“. Kniebeuge, Hock-Streck-Sprung, Rad schlagen (meine Top-Disziplin 😉 ) waren drei dieser Stationen. Dann gab es endlich Äpfel, Weintrauben und Pfirsich im Garten. Meine liebe Frau hat anschließend die Waschmaschine genutzt, unsere Wäsche wurde langsam knapp.

Ich ließ mich auf dem Steg nieder. Hier konnten wir unseren See erkunden. Es war kein See, wie wir uns das vorgestellt haben, sonder ein Pond. Diese sind direkt mit dem Atlantik verbunden und damit auch den Gezeiten ausgesetzt. Das Salzwasser hatte eine angenehme Temperatur, zum Baden war der Pond allerdings zu bewachsen und reich an Getier. Da sind zum Beispiel unsere Hauskrabben Kurt, Karl und Kornelius. Die drei labten sich an den Algen und Wasserpflanzen. Außerdem konnten wir kleine Krebstiere, Enten, Graugänse, Reier, Möwen und ein Fischadler beobachten.

Auf einem benachbarten Grundstück waren drei Mädels, die immer wieder zu einer Sandbank paddelten und dort badeten. Jasmins Augen sagten mir, dass sie auch dahin möchte und so haben wir die im Haus befindlichen Kajaks zu Wasser gelassen, haben die Schwimmwesten angelegt und sind losgepaddelt. Irgendwie sah das bei den Mädels und bei Jasmin so einfach aus, mein Kajak wollte aber nicht wie ich wollte. Irgendwann kam auch ich an und war erstaunt, wieviel Leben auf dieser Sandbank zu entdecken war. Da war der Butterfisch – sieht aus wie ein Aal, kleine Fischschwärme, die einem direkt an den Füßen knabberten und Einsiedlerkrebse, die mit den Schneckenhäusern durch die Gegend rennen. Jasmin und ich tobten ausgiebig. Nach unserer Rückkehr sah ich Johannas Blick… Kennt Ihr das? Man kommt näher und ohne dass etwas gesagt wird, weiß man, ein „Nein“ oder „Später“ ist nicht akzeptabel. So sah mich Johanna an. Also habe ich Ihr eine Rettungsweste angelegt und bin mit Ihr ein Stück gepaddelt. Anschließend habe ich das Kajak an eine Leine gebunden und Johanna probierte sich selbst im Paddeln. Ihr Blick wandelte sich in Begeisterung und Stolz, während diese Fische an meinen Füßen knabberten.

Nachdem die Kajaks fachmännisch am Steg vertäut waren, habe ich die Ruhe genießen wollen – es war ja RUHETAG! 😉

Dürfen wir Papa?

Die Mädels von vorhin paddelten wiedermal in Richtung Sandbank. Eine fuhr einen Bogen, winkte und fragte, ob die Mädels zur Sandbank mitkommen wollen. Moment mal, war das gerade eine Einladung zum Spielen, die ich meinen Kindern übersetzt habe? Ich habe doch Ruhetag… Und da war so ein Blick, den nur Kinder und Männer können. Frauen kennen diesen Blick als Dackelblick oder Welpengesicht. Die Frage dahinter lautet „Dürfen wir?“. Und liebe Frauen, könnt Ihr diesem Blick wiederstehen? Ich auch nicht… So teilte ich den Nachbarmädels mit, dass wir noch Mittag essen werden und anschließend zur Sandbank kommen. Die Mädels haben eine Verabredung zum Spielen! Ein tolles Gefühl, denn in der Zeit in New York waren keine anderen Kinder, mit denen sie im Kontakt waren.

Nachdem Mittag ging es los. Jasmin im Kajak, Johanna und ich in einem alterschwachen Ruderboot mit eingerosteter Ruderführung… Was soll ich sagen, Jasmin war innerhalb weniger Sekunden auf der Sandbank, während Johanna und ich versuchten die Richtung zur Sandbank zu halten. Meine Frau hatte auf der Terasse ihren Spaß, während ich im besten deutsch fluchte. Irgendwann waren wir dann am Ziel und nun gab es auch für Johanna kein Halten. Es wurde getobt. Die Mädels waren 11 und 13 Jahre alt, besuchten den Opa und waren sehr erstaunt, dass wir aus Berlin kommen.

Oh, is a Thunderstorm…

… everybody go home!

Mit diesen Worten beendete Page (so heißt eines der Mädels) den Badespaß, bei dem sich Jasmin auch noch leicht am Knie verletzt hat. Auf dem Rückweg hatte ich wieder Probleme mit dem Ruderboot. Was mich beeindruckte, war das Verhalten der Kinder. Ein leises Grummeln am Himmel und ohne weitere Aufforderung fuhren alle mit ihren Booten nach Hause. Respekt für dieses verantwortungsvolle Bewusstsein.

Am Steg angekommen stellten wir fest, dass Jasmin sich am Knie eine Verletzung zugezogen hatte. Nichts gravierendes aber berichtenswert, Blut erhöht die Spannung 😉

Wildlife watching am Ruhetag

Das salzige Wasser wurde von der Haut geduscht, das Gewitter zog nicht über uns drüber und so saßen meine Frau und ich am frühen Abend auf unserem Steg und waren echt tiefenentspannt. Jasmin und Johanna übten Radschlagen. Vom Steg konnte man die verschiedenen Seebewohner bei der Futtersuche beobachten. Da wir keine Gefahr dargestellt haben, kam einen Graugansfamilie immer näher. Die Eltern beäugten uns, während das Jungtier in Ruhe fraß. Irgendwann fraßen alle drei Tiere, dann kam Jasmin zum Steg. Wir signalisierten ihr, dass sie langsam laufen soll. Die Graugänse gingen sofort in Schutzstellung, um die „Gefahr“ vom Jungtier fernzuhalten. Wenn die Alttiere um Jasmins Tierliebe gewusst hätten, hätten sie das Jungtier zu Jasmin geschickt. 😀

Auf dem See war Action ohne Ende. Wir konnten Enten und Graugänse, Möwen und Krabben (Kurt, Karl und Kornelius) beobachten. Am Horizont sahen wir zwei Greifvögel – Fischadler wie sich herausstellen sollte. Deren Horst war in einem Baum am See und wir konnten sehr gut beobachten, wie die beiden Adler über dem See kreisten um immer wieder in den See zu stürzen. Ich bin der Meinung, dass es ein Jungtier und ein Alttier war, denn die Erfolgsquote des einen Adlers war nicht besonders hoch.

Am Ende habe ich doch noch einige Aufnahmen unserer tierischen Nachbarn gemacht und wir haben unseren Ruhetag ganz entspannt rumgebracht. Ob am nächsten Tag mehr passiert ist? Das lest Ihr hier später. 😉

Danke fürs Lesen, Teilen und Kommentieren. Gute Nacht.

New York City – Und, hat es Euch gefallen?

Rückblick auf die erste Etappe unserer USA Reise

Acht Tage New York City und es bleibt diese eine Frage: Hat Euch New York gefallen?

Die Antwort ist für uns vier ganz einfach zu beantworten. Ja!

An dieser Stelle könnte dieser Artikel enden, aber ich bin kein Mensch weniger Worte, also müsst Ihr Euch auch noch die Begründung zu Gemüte führen.

New York City fasziniert

Vom ersten Moment an hatte uns die Stadt in ihren Bann gezogen. Wie bei so vielen Zielen in den USA, gilt auch für New York City: Man mag es oder man mag es nicht. Dazwischen gibt es nichts.

Die Stadt hat ihren eigenen Takt und der ist schnell. Wenn man als Tourist bummelt, wird man nur überholt. In dieser Stadt ist alles immer in Bewegung. Ob im Central Park die Jogger, auf den Sportplätzen die Baseball Teams, auf dem East River die großen und kleinen Schiffe, in Downtown Manhattan die gelben Taxis oder auf dem Timesquare die Menschen, die zu tausenden dort unterwegs sind, ob am Tag oder in der Nacht – alles und jeder bewegt sich. Man kann sich diesem Takt nur schwer entziehen – die Liegewiesen im Central Park sind wie gemacht dafür. 😉

Trotz dieser Hektik bewahren sich die Menschen eine Höflichkeit. Wenn Kinder mal im Wege stehen, werden sie als „Sweathearts“ angesprochen, nach einem kleinen Rempler kommt sofort ein „Oh sorry“ und wenn man etwas Platz macht oder beim Familienfoto nicht ins Bild rennt kommt ein „Thank you!“ Promotoren, die einen an jeder Ecke erwarten, lassen einen nach einem „No thank you“ sofort in Ruhe. Einzig mein morgendlicher Gruß an diese Stadt wurde nie erwidert 🙁 – irgendwas ist immer.

New York City ist reich an Facetten

Wer an New York denkt, sieht in erster Linie Manhattan. Manhattan ist aber nur ein Stadtteil von New York City. Verlässt man diesen Teil über den East River, wird alles kleiner, flacher. Es sind Welten, die schon Brooklyn von Manhattan trennt. Fährt man weiter raus (Queens oder Coney Island) könnte es jede amerikanische Stadt sein. Einfamilienhäuser, Reihenhaussiedlungen und Industriebauten bestimmen die Umgebung. Wenn man über die Stadt blickt und der Horizont nicht mit Dunst verhangen ist, kann man einen Blick auf die 20-Millionen-Metropole werfen und man entdeckt überall die kleinen grünen Flecken. Parks und Dachgärten sind die Rückzugsorte der New Yorker. Ob der Central Park oder die Highline (müssen wir noch besuchen 🙂 ) oder am Rockefeller Center – überall in Manhattan, aber auch in Queens und Brooklyn findet man Parks, die einem ein wenig Ruhe bieten.

New York City ist international

Berlin, meine geliebte Heimatstadt ist schon international. New York City toppt das jedoch um Längen – was nicht verwundert. Mir ist in New York aufgefallen, dass diese Stadt tatsächlich ein Schmelztiegel ist. Hier treffen Asiaten, Araber, Inder, Europäer, Amerikaner, Afrikaner, Australier, Juden, Christen, Hindus, Muslime, Buddhisten aufeinander. Man mag es kaum glauben, alle vertragen sich und können ganz normal miteinander sprechen. Man steht miteinander an, man akzeptiert die jeweils anderen einfach und begegnet sich mit Respekt.

Mein Fazit zu dieser Stadt

Ich muss da nochmal hin, wir müssen da nochmal hin und sicher nicht nur einmal. Viele Motive habe ich nicht geschafft, manche sind mir nicht gelungen und viele Orte möchte ich nochmal besuchen – nur zu anderen Tageszeiten. 😉

Das familiäre Fazit zu New York City

Uns vieren hat die Stadt gefallen. Jeder für sich hatte seinen Ort oder Moment in dieser Stadt gefunden. Jeden Abend waren wir platt, die Füße summten das Lied des Asphalts, der Kopf verarbeitete die Eindrücke des Tages und am nächsten Tag ging es wieder von vorne los. Leben möchte ich dort nicht, denn dann ist es wie in Berlin – man hat unendlich viele Möglichkeiten, kommt aber gar nicht dazu diese zu nutzen.

Genug der Worte! Jetzt dürft Ihr alle Bilder betrachten, die ich als Essenz aus den nahezu 1.000 Bildern ausgesucht habe. Bisher habe ich nur Bilder aus meiner Kamera bearbeitet und veröffentlicht, daher bleibt einfach dran. Auch die Bilder der anderen Familienmitglieder werde ich noch bearbeiten und zeigen. In voller Größe findet Ihr die Bilder auch auf meinem Flickr ® Account.

Im Haus am See sind wir schon angekommen. Wie es dort weitergeht und was uns dort noch so passiert ist, lest ihr auch wieder im Reisetagebuch – so ihr denn wollt.