Abenteuer USA Sommer 2015

Nachts am See

Das Abenteuer USA 2015 ist zu Ende

Mit diesem Eintrag im Reisetagebuch endet nun auch das virtuelle Abenteuer USA 2015. In zwanzig Berichten habe ich versucht, einen Eindruck unserer Reise zu vermitteln.

Für meine Töchter, für meine liebe Frau und für mich haben sich Träume verwirklicht, Wünsche wurden erfüllt und neue Wünsche wurden geweckt. Wenn Ihr uns nach den Highlights fragt, wird jeder sein großes oder kleines Erlebnis hervorheben.

Da war New York City: Eine Stadt, die wirklich nie schläft. Eine Metropole, die einen in ihren Bann zieht. Die Wolkenkratzer, die großen und kleinen Parks, die vielen Menschen und die großen und kleinen Geschichten. Es gab diese Momente ungläubigen Staunens, diese Momente der absoluten Entspannung, diese Momente voller Emotionen.

Da war der vergessene Führerschein, der das Abenteuer USA fast beendete, wie mir meine liebe Frau hinterher erzählt hat.

Dann war da unser Haus am See, unser Zentrum der Ruhe bei unserer Reise.

Nicht zu vergessen sind die Niagarafälle, der Lake Ontario, der Lake Erie, der Lake Senica und die Genesee Falls.

Die Wale in freier Wildbahn zu sehen, hat uns sicher geprägt. Die vielen kleinen, nebensächlichen Bekanntschaften, die wir überall gemacht haben. Keine Namen, keine Adressen, nur Erinnerungen.

Nach der Reise hörten wir immer wieder den Satz: Das habt Ihr richtig gemacht, das kann Euch keiner mehr nehmen. Diese Erinnerungen und Erlebnisse sind jetzt ein Teil von Eurem Leben.

Ja, es stimmt. Was auch in Zukunft passiert, diese vielen, tollen Erinnerungen bleiben erhalten.

Nach der digitalen Aufbereitung der Bilder und meiner Gedanken zu unserer Reise kommt nun der nächste Schritt. Ich werde die Texte und Bilder so anordnen und überarbeiten, dass ich daraus ein Buch gestalten kann. Auflage: 1 Stück, ganz exklusiv, einzusehen bei uns zu Hause.

Danke!

  • Danke, dass Ihr uns auf unserem Abenteuer USA begleitet habt. Ihr habt dabei über 30.000 Worte ertragen!
  • Danke an meinen Papa, der unser Airportshuttle in Berlin war.
  • Danke an Susi und Ulf, dass Ihr uns den Führerschein gemailt habt.
  • Danke an Heike, Susi, Jochen und Ulf, die den Trip an die Niagarafälle mit ermöglicht haben.
  • Danke an Gerlinde und Klaus für Eure Zuwendung zu dieser Reise.
  • Danke an die beste Ehefrau von allen, die mir die Planung überlassen und mit ihren Notizen dieses Tagebuch ermöglicht hat.
  • Danke an meine Töchter, die jeden Moment dieser Reise in sich aufgesogen haben.
  • Danke an Petrus, der das Wetter so grandios sein ließ.

Wie geht es weiter?

Nach dem Abenteuer USA ist vor dem nächsten Abenteuer. In fünf bis sechs Jahren wollen wir wieder „rüber“. Wo es hingehen wird, wissen wir noch nicht. In unseren Köpfen spielt Oregon, der Washington State und Kalifornien eine große Rolle – also die Westküste. Es kann aber auch nach Virginia, North-Carolina und South-Carolina gehen – also an die Ostküste. Unser nächstes Abenteuer kann sich aber auch irgendwo dazwischen abspielen. Für unser nächstes Abenteuer USA beginnen die Planungen jetzt. Ganz grob, ohne Druck, ohne festen Plan – nur die Idee, dass wir wieder anders Reisen werden. Die Mädels sind dann 11 und 15 Jahre alt. Ob da ein ruhiges Haus am See die richtige Wahl ist oder ein echter Roadtrip mit vielen Meilen im Auto – man weiß es nicht.

Und bis dahin?

Zwischen den Reisen in die USA haben wir auch Urlaub gemacht und auch diese Urlaube strotzten nur so von Erlebnissen, Abenteuern und Erfahrungen. Freundschaften haben sich dadurch vertieft, andere Regionen wurden entdeckt und unzählige Fotos wurden gemacht. So wird es auch in den nächsten Urlauben sein. Ziele? Viele!

Heimreise – alles geht einmal zu Ende…

Heimreise - Textnachricht

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 20 03. August 2015

Um 6:00 Uhr klingelt unser Wecker für uns Eltern. Die Kinder dürfen noch ein wenig liegen bleiben. Es verschwinden auch die letzten Teile in den Taschen und Koffern. Beim letzten Frühstück vor der Heimreise ist das Haus fast schon fertig zur Übergabe. Jeder nimmt für sich Abschied vom Haus, vom Pond. Im Gästebuch wird ein lieber Eintrag und ein Bild hinterlassen und ein kleines Papierboot wird auf den Namen „Pondhouse“ getauft und zu Wasser gelassen. Nachdem alle Taschen und Rucksäcke im Auto verstaut sind, schließe ich das Haus ab und lege den Schlüssel unter die Fußmatte.

Es war eine schöne Zeit im Haus am See. Wir vier haben die Tage auf der Insel sehr genießen können und sind sehr gut erholt. Als wir die erste Etappe der Heimreise beginnen, läuft ein Lied aus dem letzten Muppets Film. „We’re doing a sequel“. Das ist sicher ein Zeichen und auch unsere Hoffnung. Es beginnt die Fahrt zum Flughafen, die Fahrt nach Newark. Die Strecke führt uns entlang des Kanals, der Cape Cod zu einer Insel macht. Um 10:25 Uhr Ortszeit überqueren wir die Sagamore Bridge und lassen Cape Cod hinter uns.

Vor uns liegen ingesamt knapp 300 Meilen. Die Fahrt durch die Bundesstaaten ist unspektakulär bis…

Wie steht der denn da?

… wir auf unserer Heimreise durch das hüglige Connecticut fahren und in der Einfahrt einer Raststätte, in der Talsohle ein dunkles Auto steht. Die beste Ehefrau von allen stellte die Frage „Was macht der da?“ und ich antwortete „Das ist ne Radarfalle.“ In dem Moment wird mir klar, dass der auch uns messen kann und ich – wie Ihr sicher noch wisst – nur mit einer Kopie meines Führerschein unterwegs bin. Ein Blick auf den Tacho sagt mir, dass ich etwa fünf Meilen pro Stunde schneller als erlaubt unterwegs bin.

Bis hier hin war alles sehr entspannt. Als wir den Wagen des Sheriff passierten, packte der seine Radarpistole ein und ich beobachtete wie er los fuhr. In dem Moment war das Adrenalin in den Haarspitzen, der Blutdruck erreichte erschreckende Werte und der Puls war nicht mehr messbar. Er blieb weit hinter uns und ich wollte mich gerade wieder entspannen. Auf einmal sah ich den Ordnungshüter mit Blaulicht hinter uns auftauchen. Ich war blass, ich schwitzte und ich schob etwas Panik. Wie erkläre ich dem das mit dem Führerschein? Welche Strafe wird erhoben? In meinem Kopf war die Hölle los und in diesem Moment schoss der Sheriff an uns vorbei und setzte sich hinter ein anderes Fahrzeug.

So langsam kehrte Entspannung bei mir ein. Es war klar, dass er nicht uns gemessen hat. Meine liebe Frau und ich konnten wieder lachen. Nur zehn Minuten später sah ich im Rückspiegel wieder Blaulicht. Ich zitiere mich mal selbst: „In dem Moment war das Adrenalin in den Haarspitzen, der Blutdruck erreichte erschreckende Werte und der Puls war nicht mehr messbar.“ Wie sich herausstellt, war das „nur“ ein Krankenwagen.

Heimreise durch die Bronx

Nach einer Pause zum Tanken – am Flughafen wäre das sicher unnötig teuer geworden – fuhren wir nach New York. Durch die Bronx ging es im Schritttempo, so dass ich mir meine Gedanken über den zum Teil fragwürdigen Zustand der Straßen machen konnte. Immer, wenn es möglich war, ging der Blick nach Links. Hier konnten wir nochmal die Skyline von Manhattan mit dem Empire State Building sehen und auch noch einen Blick auf den Central Park erhaschen.

Wir schoben uns im New Yorker Verkehr zur George Washington Bridge. Auf der unteren Fahrbahn verließen wir dann New York (sowohl Staat, als auch Stadt) und steuerten zunächst den Wal Mart an, in dem wir die Sitzerhöhung für Johanna gekauft haben. Am Serviceschalter machten wir vom 90-tägigen Rückgaberecht gebrauch. Das Teil wurde uns ohne Murren abgenommen und der Kaufpreis wieder auf der Kreditkarte gutgeschrieben.

Tanken auf der Heimreise – Flughafen vs. Interstate

Aus Deutschland kennt man das. Dort wo viele schnell noch tanken (Flughäfen vor den Mietwagenstationen, Autobahn) ist der Sprit teurer als in der nahen Stadt. Mit diesem Gedanken hatte ich in Connecticut getankt für 1,65 $ pro Gallone (ca. 40 cent pro Liter). Am Flughafen hätte ich 30 US-Cent weniger pro Galone bezahlt und es hätte auch bis dahin gereicht… Naja, hilft nüscht.

Jetzt abbiegen?

Um zur Alamo Station zu kommen, waren es noch zehn Meilen und wir waren sehr gut in der Zeit. Somit fuhren wir gern die zusätzlichen Runden, die wir aufgrund von unübersichtlichem Straßengewirr gepaart mit späten Ansagen von Helga gefahren sind. Nachdem wir die Station dann erreicht haben, gaben wir das Auto ab. Beim Ausräumen fiel uns auf, dass wir noch Donuts hatten – noch verschweißt. Diese schenkten wir den Mitarbeitern von Alamo. Die erste Etappe der Heimreise war geschafft.

Mit den Koffern und Rucksäcken ging es jetzt zum Airtrain, der uns von P5 nach P2 bringen wird. Hier gilt nur noch Flughafenroutine. Wir geben unser Gepäck auf und vertilgen die letzten Brote und Gemüseteile. Dann geht es zur Ausreise und durch die Sicherheitskontrolle.

Bloß nicht einschlafen!

Es ist 19:30 Uhr, unser Boarding ist für 22:50 Uhr terminiert. Mit allen Tricks beschäftigen wir die Mädels, damit sie nicht schon auf dem Flughafen einschlafen. Immer wieder gehen wir auf Suche nach verlorenem Kleingeld und wir wurden fündig. Der Flughafen gab auch den Blick auf Manhattan frei, so dass wir sehen konnten, wie dort die Lichter angingen.

Ich genehmigte mir ein letztes Bier vor der Heimreise und die beste Ehefrau von allen labte sich an etwas Schokolade. Pünktlich kam unser Flieger und wir nahmen unsere Plätze ein. Die Kinder haben den Start fast gar nicht mehr mitbekommen. Auch Jasmin hatte ihre Ruhe. Ich sagte immer wieder, welche Sehenswürdigkeiten von Manhattan gerade zu sehen sind. Sie quittierte das mit der Frage: „Papa, darf ich jetzt endlich schlafen?“.

Ich unterhielt mich gerade noch mit meiner lieben Frau, da kam auch schon das Essen. Zwischen dem Ende des Gespräches und dem fragenden Blick der Stewardess vergingen fünf Sekunden. Ich weckte meine Frau, damit sie auch etwas essen kann. Das Essen war äußerst lecker, die Kinder haben echt was verpasst. Dann war auch für uns Alte der Tag zu Ende.

Licht an, Frühstück!

Das Ende der zweiten Etappe unserer Heimreise wurde uns durch viel Licht klar gemacht. Ca. 105 Minuten vor der geplanten Landung wurden wir geweckt. Leider hat das Licht die Wirkung bei unseren Kindern total verfehlt. Es war nicht einfach die Damen zu wecken und wach zu halten.

Das Frühstück wurde serviert und dann hieß es auch schon „Velkommen til København“. Europa hat uns wieder. Bei der Einreise haben unsere Mädels auch einen Einreisestempel erhalten, so dass deren Pass jetzt schon Stempel von folgenden Ereignissen hat:

  • Einreise in San Francisco 2010
  • Einreise in New York 2015
  • Einreise in Canada 2015
  • Einreise in Dänemark 2015

Heimreise ohne Speed Boarding?

Wenn einer eine Heimreise tut… Es ist schon der vierte August und wir sind seit einigen Minuten in Kopenhagen. Nachdem wir unser Gate für die dritte und letzte Etappe unserer Heimreise gefunden haben, wurde es witzig.

Ein älteres Ehepaar fiel uns auf. Also weniger das Paar, eher sie. Beim Checkin sagte Sie mehr als einmal zu ihm und mit deutlicher Hektik in der Stimme „Wir haben doch Speedboarding!“ Er – durch die Jahre sicher einiges gewohnt – überhörte ihr lamentieren. Wir machten uns so unsere Gedanken. Das Flugzeug, mit dem es jetzt weitergeht, hat 96 Sitze, aufgeteilt in 2 Reihen zu drei bis vier Sitzen. Die Tür ist auch die Treppe. Es gibt keine First Class, es gibt nicht mal eine Business Class. Was erwartet die Dame?

Am Bus, der uns zu diesem kleinen Flugzeug bringen wird, gab es für die Dame wieder kein Speed Boarding, was meine Frau und ich auch hörbar feststellten. Mittlerweile machten wir uns einen Spaß daraus auch über Speed Boarding zu sprechen. Am Flugzeug wurde die Dame erneut enttäuscht. Kein Speed Boarding und es sollte noch schlimmer kommen.

Ich bewunderte ihn für seine Ruhe, doch sie verlor langsam aber sicher die Haltung. Nicht etwa weil unsere Kinder vor dem Paar saßen. Sein Handgepäck passte weder unter den Sitz vor ihm, noch in das Fach über ihm. Die Stewardess nahm sich des Koffers an und ging Richtung Cockpit. Die Dame war außer sich. Folgende Fragen stellte sie:

  • „Wo geht die mit dem Koffer hin?“
  • „Warum steigt die jetzt mit deinem Koffer aus?“
  • „Warum passt der nicht da oben rein?“
  • „Wo ist jetzt dein Koffer?“

Wir mussten lachen, denn er war tiefenentspannt und unterhielt sich mit der Stewardess auf skandinavisch, während sie die Fragen immer wieder wiederholte, ohne eine Antwort zu erhalten. Dann platzte es aus ihr raus „Hoffentlich bekommen wir den Koffer in Deutschland wieder…“. Auftritt Stewardess „Natürlich bekommen sie den Koffer in Berlin wieder.“ Lächelt, dreht sich um und geht. Wir konnten nicht mehr. Das Gesicht der Dame verlor jeden Zug. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass die Stewardess sie verstand. Der Ton der Stewardess signalisierte auch sehr deutlich, aber freundlich, dass die Dame bitte mal die Luft anhalten solle. Wir lachten noch die nächsten dreißig Minuten.

Mit der Landung in Berlin endete diese Etappe unserer Heimreise. Am Gepäckband wartete die Dame mit uns auf das aufgegebene Gepäck, den Koffer hatte ihr Mann schon wieder. Auch hier übrigens kein Speedboarding für die Dame.

Am Ausgang wartete mein Papa auf uns. Wir waren pünktlich wieder in Berlin gelandet und er brachte uns nach Hause. Das Abenteuer #USAN3J endet an dieser Stelle mit dem Ende der Heimreise.

Die Notizen meiner lieben Frau enden mit folgenden Worten:

Und ja – AMERIKA – WIR KOMMEN WIEDER

Euch danke ich auch an dieser Stelle fürs Lesen, Teilen und Kommentieren. Gute Nacht!

Zurück durch den Empire State

Fahrt durch den Empire State

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 15 29.07.15

Was für ein Hotel am Rande des Empire State… Die zumeist sehr jungen Gäste kennen Worte wie Nachtruhe oder Türklinke nur aus dem Fernsehen. Egal, wir reisen heute durch den Empire State zurück nach Cape Cod. Was wir auf der Fahrt alles erleben und sehen, lest Ihr in dieser Folge unseres Reisetagebuches.

Ohren zu halten, ich knalle jetzt die Tür vom Hotelzimmer zu… RUMMMS! Okay, weiter geht’s.

Breakfest at…

Nee, nicht Tiffanys! Wir sind zwar im Empire State New York, dort jedoch in Niagara Falls. Und wir nächtigen auch nicht im Trump Tower, sondern im Days Inn. Diese entscheidenden Unterschiede sorgen auch dafür, dass wir – wie schon gestern – im Dennys unser Frühstück zu uns nehmen. Heute war jedoch Wartezeit notwendig, denn größere Reisegruppen blockierten nahezu alle Plätze im Restaurant. Kein Problem, wir haben Zeit und WLAN. 😉

Wir waren noch immer beeindruckt von dem, was wir gestern im Empire State und in Canada erleben durften. Darüber sprachen wir, während wir warteten. Die Schlange nach uns wurde zusehends länger. Nach 20 Minuten bekamen wir einen Tisch zugewiesen und ich gab die Losung aus „Frühstücken wie ein Kaiser! Wann es wieder etwas gibt, ist offen!“. So bestellten wir uns ein normales Frühstück. 😀

Trotz des sichtbaren Stresses war unsere Kellnerin ausgesprochen freundlich und zuvorkommend. In einem Smalltalk erzählte sie uns, dass es seit 6:00 Uhr morgens so voll sei. Mehrere Reisegruppen seien in dieser Zeit versorgt worden.

Für unsere Fahrt durch den Empire State waren wir jetzt gestärkt und so ging es mit den letzten Handschlägen für den anstehenden Check Out weiter. Pünktlich um 9:00 Uhr verließen wir die Tiefgarage des Hotels. Es sollte eine lange Fahrt durch den Empire State werden.

Auf Wiedersehen Niagara Fälle

Der Abschied von den Niagarafällen viel nicht schwer, denn wir haben uns mit dem Ort auf ein Wiedersehen geeinigt. Trotzdem fiel der Abschied etwas schwerer als gewohnt. Immer wieder ging der Blick zurück oder rechts aus dem Auto um noch einmal die Gichtwolke zu sehen.

Dieser Tag im Empire State wird jedoch noch genug Wasser für uns bereit halten und nach etwa 45 Minuten Fahrt waren wir endlich durch Buffalo durch und in Hamburg angekommen.

Einige Worte zu Buffalo: Dieser Stadt sieht man an, dass es Industrie nicht einfach hat. Große Bauten, die nicht genutzt werden, verwaiste Bahngleise und viele dunkle Industriebauten säumten den Weg durch die Stadt. Wir sind in Buffalo nicht ausgestiegen, weil wir uns auch im Vorfeld nicht mit dieser Stadt beschäftigt haben. Ob das ein Fehler war, überprüfen wir beim nächsten Besuch, 😉

Aufgefallen ist uns das viele Wasser und damit sind wir auch wieder beim Thema. Nachdem wir vorgestern in Lake Ontario baden waren und gestern in den Niagarafällen geduscht haben, steht heute der Lake Erie auf dem Programm. Wieder gehen die Junghähne im geschlossenen Familienverband ins Wasser – dieses Mal im Lake Erie. Unser Strand ist Woodlawn Beach State Park in besagtem Hamburg. Der See ist am frühen Vormittag nicht so stark besucht und so konnten wir uns am breiten Sandstrand direkt am Wasser positionieren. Es wurde getobt, getaucht, geschwommen, geworfen was das Zeug hält. Wir hatten richtig Spaß und hätten gern noch einige Stunden hier verbracht. Da wir aber noch einige Meilen vor uns hatten, haben wir uns mit einer ausgiebigen Badesession begnügt – naja, plus abspülen der Badesachen vom Sand und dem erneuten Abspülen des Sandes, denn die Badesachen haben die Schwerkraft geprüft. 😀

Gut erfrischt und entspannt stiegen wir ins Auto. Für die Route zum nächsten Ziel habe ich unsere Helga so programmiert, dass nicht der schnellste Weg oder die optimale Route, sondern eine schöne Route ausgesucht wird. Auf der Fahrt zu den Niagara Fällen haben wir den Interstate lange genug gesehen, jetzt wollten wir die Landschaft des Empire State bewundern.

Der Empire State und seine Wasserfälle

Unsere Tour führt uns nun Richtung Südosten vom Lake Erie zum Genesee River. Hier erwartete uns nach 1,5 Stunden fahrt durch hüglige, bewaldete Landschaft wieder ein Wasserfall.

Die Route war wirklich reizvoll. So erlebten wir Straßen, die sich über fast 40 km wie ein Strich durch die Landschaft zogen und dabei auch ein leichtes Achterbahngefühl aufkommen ließen. Es ging rauf und runter und dabei musste man sich immer fein an die Geschwindigkeit halten, denn schon hinter dem nächsten Hügel konnte der Sheriff warten. Links und rechts dehnten sich an der Route große Waldgebiete aus und Farmen säumten unseren Weg.

Manche Kreuzung hielt eine besondere Überraschung bereit. Ein klassisches Stoppschild wird durch den Zusatz „All ways“ erst richtig spannend. Was heißt das nun? Eigentlich ist die damit verbundene Verkehrsregel denkbar einfach. „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ oder auf die Verkehrssituation angepasst: Wer zuerst an der Kreuzung ankommt, stoppt und darf dann auch als erster die Kreuzung passieren. Dabei ist es egal, ob von rechts ein anderes Fahrzeug kommt, ob man beim Linksabbiegen den Gegenverkehr kreuzt oder ob im Himmel Jahrmarkt ist. Sollte man sich unsicher sein, sucht man den Blickkontakt mit den anderen Fahrzeugführern und schon regelt sich das. Super unkompliziert, wenn man das mal verstanden hat.

Wir fuhren durch Dörfer, in denen man auch gern noch einige Aufnahmen zu „Unsere kleine Farm“ hätte drehen können.

Nach 1,5 Stunden waren wir dann im Letchworth State Park angekommen. Wie bei jedem State Park, kostet auch hier der Eintritt bzw. die Einfahrt 7 $. Dafür kann man dann auch bis zum Highlight direkt mit dem Auto fahren. Alles sehr bequem, alles sehr umweltunfreundlich, denn Laufen ist in einem schattigen Laubwald im Sommer eine tolle Erholung – sei’s drum, wir sind auch mit dem Auto hingefahren…

Genesee Falls im Empire State

Schon beim Verlassen des Autos hörten wir den mittleren Wasserfall des Genesee River rauschen – unser zweites Tagesziel. Ich hatte bei der Planung der Route durch den Empire State New York ganz bewusst diesen Umweg in Kauf genommen, denn die Bilder, die im Netz von diesem Wasserfall zu sehen sind, haben mich neugierig gemacht. Ich wurde nicht enttäuscht. Der Wasserfall ist sicher nicht soooo imposant wie die tagszuvor besuchten Niagarafälle, hier ist die Natur aber um längen schöner, weil vorhanden. Der Wasserfall des Genesee River ergießt sich mitten im Wald und man kann den Genesee River auch erlaufen und ihm eine Weile durch das Tal folgen. Der Abschnitt im Letchworth State Park wird auch als „Grand Canyon of the East“ bezeichnet, denn der Fluss schneidet sich gut 200m tief und nahezu 30 m breit in die Landschaft des Empire State.

Die Seneca (Die Ureinwohner dieser Gegend, ein Volk der Irokesen) nennen den von uns besuchten Wasserfall Ska-Ga-Dee. Der Middle Falls hat eine Höhe von über 30 m und ist nach einer alten Seneca – Legende so wundervoll, dass selbst die Sonne jeden Mittag im Zenit stehen bleibt, um ihn zu bewundern.

Und wo wir gerade so schön im erklären sind…

Der Genesee River entspringt im Bundesstaat Pennsylvania und fließt von Süden nach Norden durch New York – den Empire State. Auf einer Länge von 253 km überwindet der Fluss einen Höhenunterschied von 609 m bevor in Rochester in den Lake Ontario mündet.

Zurück in den Letchworth State Park… Hier gibt es über 50 weitere Wasserfälle. Mit 107m Fallhöhe ist der Inspiration Fall der tiefste Wasserfall im Empire State. Damit haben wir ca. 50 Gründe, diesen Park in einer späteren Reise nochmal zu besuchen. Nach einigen Fotos ist es nun an der Zeit, das nächste Ziel im Empire State anzusteuern.

Zwei Stunden inkl. Obst und Eis

Für die folgende Tour waren etwa zwei Stunden Fahrzeit berechnet. Auch hier ging es nicht über Interstate sondern durch die wunderschöne Landschaft im Bundesstaat New York (Das dies der Empire State ist, hatte ich schon erwähnt? 😉 ). Auf der Fahrt ging es wieder rauf und runter, vorbei an dichten Waldgebieten, großen und kleinen Farmen, über Flüsse und durch niedliche Ortschaften.

Auf etwa der Hälfte stand am Wegesrand ein Verkaufsstand. Hier griffen wir uns zwei Schalen Blaubeeren und eine Schale Pfirsiche. Bezahlt haben wir an der Kasse des Vertrauens, wie ich das bisher nur aus Süddeutschland kannte. Die Pfirsiche und die Blaubeeren waren oberlecker, saftig und süß. Das war kurz vor Canandaigua. Warum ich den Ort erwähne? Ganz einfach: Eine ungeplante aber menschlich notwendige Pause lies uns diesen Ort und sein Schnellrestaurant kennenlernen. A’s Sweets & Treats hatte alles, was wir in diesem Moment brauchten – eine Toilette. Ohne über Verzehr oder ähnliches zu sprechen, durften wir die Toilette benutzen, zudem gab es dort WLAN.

Da es schon früher Nachmittag war, haben wir uns auch noch ein Eis gegönnt. Dazu wieder mal ein Auszug aus den Reisenotizen meiner lieben Ehefrau – der besten von allen:

Zwischenstopp ausgesprochen leckeres Eis für alle in Cheshire.
Small Size sah hier aus wie großes Softeis in Deutschland in Kugeln gesprochen: 3 große Eiskugeln

Der Laden war so, wie ich mir diese Läden vorstelle. Alles in Gläsern vom Anisbonbon bis zur Zuckerstange. Schön anzusehen und soooo verführerisch. Wir konnten zumindest bei den Sweets widerstehen, aber das Eis war echt gut und wie schon dargestellt reichlich.

Weiter ging die Fahrt, denn wir wollten noch in einem der Finger Lakes baden und wir hatten auch noch etliche Meilen vor uns.

Zu den Finger Lakes könnte ich euch auch etliches Schreiben, Ihr könnt das aber auch bei Wikipedia nachlesen oder selbst hinfahren.

Durch die Pausen hat es dann am Ende gut drei Stunden gedauert, ehe wir am nächsten Ziel, dem Seneca State Park im Empire State angekommen waren. Alle raus aus dem Auto und ab zum Strand. Dieser war durch zwei resolute Bademeister bewacht und gerade, als wir ins Wasser gehen wollten, kam die Ansage, dass jetzt alle aus dem Wasser raus müssten, denn der Strand wird jetzt geschlossen. 😯 Dafür würde wohl in wenigen Minuten der Wasserspielplatz geöffnet. 😎

Nun hätten wir einfach ins Wasser gehen können, aber da hingen Schilder, die das untersagten und wir hielten uns dran – naja fast. Wir sind dann doch im geschlossenen Familienverband in den Seneca Lake gegangen, um wenigstens die Füsse zu benetzen – IMMER GEGEN DAS SYSTEM 😀 Baden wäre hier auch keine Erholung gewesen, denn das Wasser war gut warm.

Die kleinen Mädels aus meiner Reisegruppe hatten dann noch ihren Badespaß, denn der Wasserspielplatz war gut zum Toben. Nach etwa einer Stunde wurde auch der Wasserspielplatz geschlossen und für uns Vier geht die Fahrt durch den Empire State in Richtung Cape Cod weiter.

Die letzten Meilen im Empire State

Jetzt wird es zäh, denn es liegen noch sechs Stunden Fahrt vor uns. In einem Supermarkt haben wir uns mit Sandwiches und Getränken versorgt. Nachdem wir gegessen und getrunken haben, geht die Fahrt los – errechnete Ankunft gegen Mitternacht. In unserem Rücken geht die Sonne unter und unsere Helga sagt so Sachen wie „Dem Straßenverlauf 299 km folgen.“ Aufmunternd!

Auf der Fahrt kommen wieder die Medien zum Einsatz und nach einem Film ist für die Kinder Schlafenszeit. Wir „Alten“ genießen die Ruhe und das Licht. Ein flammendes Highlight war auf dem letzten Stück ein brennender LKW auf einem Rastplatz.

Gegen 0:30 Uhr machten wir die letzte Kaffeepause. Diese fand schon nicht mehr im Empire State statt. Wir waren schon in Massachusetts. Meine Copilotin – die beste von allen 😉 – nutzt die Pause für 20 Minuten Schlaf, denn sie achtet darauf, dass ich nicht einschlafe. Tolle Frau, wa?

Das Ende unserer Fahrt durch den Empire State liest sich in den Notizen meiner lieben Frau wie folgt:

  • Endlich 2:00 Uhr nachts am Pond angekommen
  • Was für eine Fahrt und doch hat sich die Fahrerei gelohnt.
  • Wir haben soviel gesehen, erlebt und hatten eine tolle Strecke, sicherlich nicht die schnellste, aber dafür die schönere und sehenswertere.

Dem ist nichts hinzuzufügen, außer einige Bilder und der übliche Abschluss.

Vielen Dank für Lesen, Kommentieren und Teilen. Gute Nacht!

Wasser, verdammt viel Wasser!

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 14 28.07.15

Nun sind wir vierzehn Tage in der Weltgeschichte unterwegs, aber heute sind wir verdammt nah am Wasser gebaut. Aber eins nach dem anderen…

Nachdem sich am Abend der erste Schock wegen unseres Hotels gelegt hatte, starteten wir gut ausgeruht in den neuen Tag. Im Bad floss das Wasser zum duschen und Zähneputzen und gut erfrischt ging es zum Frühstück. Im Denny’s haben wir zum ersten Mal ein Frühstück mit dem Kaloriengehalt eines ganzen Tagesbedarfes genießen dürfen. Johanna und Jasmin hatten jeweils drei Pancakes, dazu Joghurt und Rührei. Für die Erwachenen gab es Pancakes (mit viel Süß und Topping), Bacon, Bratwurst, Ei (Spiegelei für den Herren, die Dame wählte Rührei) und Kartoffelrösti… Kaffee und für die Kinder Milch waren dabei. Thomas unser Kellner hatte ordentlich zu tun, war dabei aber ausgesprochen freundlich. So gestärkt konnte der Tag an den Niagarafällen beginnen.

5.000 Badewannen pro Sekunde

Die ersten Minuten an den Niagarafällen lesen sich in den Notizen der besten Ehefrau von allen so:

Wow, wow, wow, unglaublich, fantastisch, großartig, irre, der Wahnsinn ….. Das alles und noch viel mehr beschreibt unseren Eindruck

Kennt Ihr das Gefühl, wenn Ihr an einen Ort Eurer Träume kommt und alles real wird und besser ist, als Ihr Euch das vorstellen konntet? So ging es uns, als wir das Wasser der Fälle sahen. Wir hatten von der Größe gelesen, wir haben Bilder und Filme über die Niagarafälle gesehen, nun sind wir hier. Wir sehen diese Unmengen an Wasser, die sich mit Getose an den Fällen ergießen. Wir sehen die Boote, die von der kanadischen und der US Seite immer wieder die Leute ganz nahe an die Fälle heranbringen. Wir können die Fälle fast berühren.

Wenn die Menge von 5.000 vollen Badewannen pro Sekunde zwischen 20 und 50 Meter tief stürzen, dabei Regenbögen entstehen, Wolken aufsteigen, dann kann man einen Eindruck gewinnen, welche Kraft Wasser hat.

Was haben wir heute alles vor?

Der Tag heute ist ausschließlich für die Niagarafälle geblockt:

  • Wir wollen mit einem Boot ganz dicht an die Niagarafälle heranfahren.
  • Wir wollen nach Kanada laufen.
  • Wir wollen wieder zurück in die USA laufen.
  • Wir wollen die Treppe der Winde runter.
  • Wir wollen im HRC auf der US Seite essen.
  • Wir wollen das viele Wasser genießen.
  • Wir wollen viele Fotos machen.

All das soll in einem Tag untergebracht werden.

Es geht auf’s Wasser!

Zunächst müssen wir uns von diesem rauschenden und berauschenden Anblick der Niagarafälle lösen und uns die Eintrittskarten für Maid of the Mist kaufen. Das sind die Bootstouren, die einen ganz nah an die Fälle bringen und bei denen man voll im Wasser steht. Unseren lieben Freunden Nicki und Björn ist es zu verdanken, dass wir auch auf dem Boot Aufnahmen machen konnten. Hier konnten wir uns eine wassergeschützte Kamera ausleihen, die nun auch hier endlich zum Einsatz kam.

Danke liebe Nicole F.! 🙂

Zunächst konnten wir auf einer Plattform einen neuerlichen Blick auf das viele Wasser werfen, das hier in die Tiefe stürzt. Dank einer Gruppe aus Niedersachsen entstand auf der Plattform ein Familienfoto, im Gegenzug habe ich die Truppe auch bildlich festgehalten. Anschließend bewegten wir uns in Richtung Aufzug, denn jetzt wollten wir mit dem Boot in den Nebel fahren. Im Aufzug wies mich ein Guide auf meine offenen Schnürsenkel am Rechten Schuh hin – hörbar und verständlich für alle Fahrgäste. Ein wunderbarer Moment, der nur davon gestoppt wurde, dass eben dieser Guide mir – wieder hörbar für alle – den Rat gab als nächstes meine Schnürsenkel zu schließen. Ich nahm mir diesen Rat zu Herzen. Nun hieß es alles vor dem kommenden Wasser zu schützen. Also Kamera einpacken, Handy verstauen und den Regenschutz über den Rucksack ziehen. Anschließend habe ich dann auch den Schnürsenkel am linken Schuh neu gebunden – sicher ist sicher. 😀

Ein Blick auf die Schlange vor uns ließ uns kurz schaudern. Ne Menge Leute wollen wohl mit dem Boot fahren. Zu unserer Freude legt dann ein Boot an und die Schlange reduzierte sich sehr schnell. Auf dem Weg zum Anleger wurden uns die Regenponchos in modischem Blau überreicht. Mein Wunsch nach Größe L wurde übergangen und ich bekam die verfügbare Universalgröße und einen kleinen Anranzer von meiner Ehefrau – der besten von allen. Ich vermute, dass Sie auch nicht die Wunschgröße erhalten hat und mir damit Ihren Unmut kundtun wollte. 😀

Unser Boot war ansprechend leer, so dass wir mit den Kindern backbord vorn an der Reling standen und das Ablegemanöver herbeisehnten. Alles, was jetzt passiert ist Wasser. Nach kurzer Fahrt standen wir in der Gischt der kleineren amerikanischen Fälle. Ich schloss die Augen und ließ mich benetzen. Die Geräuschkulisse setzte sich zusammen aus dem Tosen der Niagarafälle und dem Johlen der Fahrgäste. Irgendwann auf dieser Fahrt in dem vielen Wasser gab ich meiner Frau einen dicken Knutscher, denn dieser Tag ist Ihr geschenkt worden. Unsere beiden Mädels genossen die Fahrt hörbar und schon erreichten wir die Brautschleierfälle – also die kanadische Version der Niagarafälle. Auch hier erhob sich ein Johlen auf dem ganzen Schiff. Die Leute erlebten hörbar die sanfte Seite dieser Naturgewalt. Schon ging es zurück zum Anleger.

Von der Tour habe ich hier ein kleines Filmchen für Euch.

Niagarafälle Maid of the Mist von Jan Junghahn bei Vimeo.

Runter vom Boot, Treppe rauf

Wir haben nicht genug Wasser abbekommen, also sind wir noch die Treppe (rechts neben dem Anleger) rauf. Hier kommt man ganz nah an die Fälle und wird endlich wieder nass. Der Wind der dabei entsteht ist schon deutlich spürbar. Ein riesiger Spaß für Groß und Klein und so schön kühl an diesem heißen Tag. Zum Glück hatten wir die blauen Universalponchos schon abgelegt. Meiner war mir zu groß… Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, dass wir auch unsere eigenen Capes dabei hatten, denn wir haben diese überhaupt nicht gebrauchen können. 😉

Übers Wasser nach Kanada

Nachdem wir uns von den Fällen gelöst haben, gingen wir zunächst in unser Hotel zurück. Hier haben wir eine kurze Erholungspause eingelegt, etwas gegessen und die Trinkflaschen wieder aufgefüllt. Wir waren bereit für den nächsten Schritt. Mit leichtem Herzklopfen gingen wir auf den Grenzübergang zu. Die Pässe hatten wir dabei und in uns wuchs die Aufregung mit jedem Schritt. Kommen wir einfach rüber? Wie läuft die Einreise nach Kanada? Kommen wir einfach zurück? Wie läuft die Einreise in die USA?

An einem Parkplatz ist ein Schild, das den Weg zum Grenzübergang weist. Wir folgen dem Schild und stehen vor einer Drehtür. Einfach durchgehen? Ja! Also los…

Schon stehen wir auf der Rainbow Bridge und gehen nach Kanada. Unfassbar! Dieses Kribbeln im Bauch, dass wir auch dieses Land besuchen können. Immer wieder denke ich zurück. In dem Alter meiner Kinder war das alles Utopie. Da waren wir an der Ostsee, im Harz oder im Erzgebirge. Die einzige Grenzen, die ich in diesem Alter zu sehen bekam war die Mauer und die Grenze zur CSSR. Geträumt haben wir damals von Ungarn… Zurück ins Jetzt…

Wir haben die Mitte der Brücke erreicht. Ein Schild weist diese Stelle als Grenzlinie aus. Wir nahmen uns an die Hand und machten einen beherzten Sprung nach Kanada. Die Freude in mir war riesig. Nur noch wenige Schritte, einige Fragen einer Grenzbeamtin, die ich freundlich beantwortete – als sie nach Waffen fragte, verneinte ich, obwohl die Vorlage für einen Wortwitz zu verlockend war. 😀 Dann drückte die Dame in unsere Pässe den notwendigen Stempel und wir betraten offiziell Kanada.

Die Ansicht der Fälle von der kanadischen Seite ist großartig. Viele beschreiben den Anblick als Besser, ich sage eher anders. Denn die Nähe zu den Fällen auf der US-Seite erlaubt einen ganz anderen Blick. Ich habe mich dran gemacht ein HDR Panorama von den Fällen zu machen. Also baute ich meine Kamera mit Stativ und Nodalpunktadapter auf, richtete alles ein und begann zu fotografieren. Meine Mädels machten sich auf den Weg und erkundeten die Umgebung. Ich nahm mir die Zeit auch noch den Graufilter einzusetzen um längere Belichtungszeiten zu erzeugen und dadurch Bewegungsunschärfen zu erzeugen – ich gab mich ganz in Ruhe meinem Hobby hin und vergass den Trubel um mich herum.

Nachdem ich meine Bilder auf dem Chip hatte, suchte ich meine Familie und fand sie – wie soll es anders sein – im Shoppingtempel. 😉 Nachdem die Damen sich gegen alle Versuchungen entschieden haben, sind wir noch Richtung Hard Rock Café Niagara Fall (Canada) gelaufen. Dabei haben wir einen schön angelegten Park passiert. Immer wieder suchten wir nach den kleinen oder großen Unterschieden zwischen Kanada und den USA – wir konnten keine entdecken. Das liegt sicher daran, dass wir nicht wirklich in Kanada, sondern an den Niagarafällen sind. Kanada steht aber auf der Löffelliste.

Zurück übers Wasser

Nachdem wir im Rock Shop des HRC nichts ansprechendes gefunden haben, ging es wieder in Richtung USA. Jetzt kribbelte es wieder im Bauch. Kommen wir einfach so wieder rüber? Wie wird die Einreise verlaufen? Am Übergang standen wir jedoch vor einem ganz anderen Problem. Wir mussten Geld bezahlen um Kanada zu verlassen. Ein toller Trick, rein kommt man kostenlos, wenn man jedoch raus möchte… Nun ja, für uns vier waren es zwei US-Dollar. 😉

Auf der Brücke kam ich wieder kurz ins Grübeln. Wir können einfach zwischen den Staaten hin und her laufen, unbeschwert das Leben genießen – es geht uns doch verdammt gut!

Den Strich in der Mitte der Rainbowbridge sind wir wieder im geschlossenen Familienverband übersprungen um dann zur Border-Control zu gehen. Der Officer prüfte unsere Pässe und fragte uns nur, wann wir wieder nach Deutschland reisen würden, dann ließ er uns passieren. Da wir nur als Tagesbesucher in Kanada waren, mussten wir auch keine Gebühren entrichten und waren einfach wieder in den USA angekommen.

Jetzt ging es erneut ins Hotel. Wir erholten uns wieder ein wenig und machten uns frisch für den Abend, denn der Besuch des HRC auf der US-Seite stand an. Ich hatte im Vorfeld reserviert, so dass wir an der Schlange vorbei gehen konnten und zum Tisch geführt wurden. Eine Reisegruppe Senioren saß auch im HRC. Die älteren Damen schauten etwas verstört drein, denn die Musik war laut (Rock eben), an den Wänden flimmerten die passenden Videos (Rockmusikvideos) und an der Wand hingen eingerahmt Schlüpfer. Die älteren Herren schauten etwas anders, sobald sich die jungen Kellnerinnen näherten.

Nach dem Essen ging es in den Shop und dieses mal haben sich die Kinder auch etwas ausgesucht. Jasmin hat sich eine Kette ausgesucht und damit uns Eltern überrascht. Keine klassischen Kette, die 10 jährige Mädchen tragen, sondern eine Kette mit einem schwarzen Plektron, einer silbergrauen Kugel und einer silbergrauen Krone. Johanna hat sich ein großes Tuch ausgesucht und für den Kühlschrank kam noch der Magnet mit. An diesem Tag haben wir beschlossen, dass wir aus jedem HRC uns diesen Magneten (HRC Logo und Ort) mitbringen, wenn wir schon dort waren.

Abendstimmung am Wasser

Es war ein lauer Sommerabend, den wir mit einem ausgedehnten Spaziergang über den Niagara-River zu einem ganz gemütlichen Abschluss brachten. Das Licht war schön, die Luft ganz mild und wir gingen ganz gemächlich. Hier noch ein Foto, dort noch ein Blick auf das Wasser und dann ging es in gemütlichstem Spazierschritt zurück zum Hotel, nicht ohne immer wieder auf das Wasser zu sehen. Die Kinder waren müde und auch wir „Alten“ waren geschafft.

Es war der erhoffte tolle Tag an diesem Naturwunder in Nordamerika. Es war die absolut richtige Entscheidung, die Niagarafälle in die Reise einzubauen.

Wenn Ihr die Chance habt, die Niagarafälle zu besuchen, macht es, Schaut Euch dieses Naturschauspiel aus Wasser an.

Schon wieder habt Ihr nahezu 2.000 Worte über Wasser, Grenzen und Boote gelesen. Da habt Ihr Euch auch einige Fotos verdient. Ich bedanke mich fürs Lesen, Kommentieren und Teilen und sage: Gute Nacht!

Interstate 90 Richtung West-Nordwest

Interstate 90

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 13 27.07.15

Was für ein schreckliches Geräusch ist das? Ach der Wecker… Moment mal! Ich habe doch Urlaub; es ist noch nicht ganz hell und ich werde von einem Wecker geweckt? Das muss einen guten Grund haben… Ach stimmt, heute fahren wir Baden. Jedoch nicht im Atlantik und auch nicht in unserem Pond oder in der Badewanne… Der Lake Ontario ist heute das große erste Ziel. Von dort aus geht es dann nach Niagara Falls. Unsere Route führt entlang der Interstate 90, dazu aber später mehr, der Tag beginnt.

Küken Travel übernimmt

Warum wir zu so früher Stunde aufstehen und die Kinder wecken hat eine Vorgeschichte, die im Januar beginnt, wenn man es genau nimmt, sogar noch früher. Es war dieser eine Nebensatz, den meine liebe Frau – die beste Ehefrau von allen! – im Rahmen der gemeinsamen Planungen fallen ließ. „…, gern würde ich die Niagarafälle sehen.“ Was dann geschah, lest Ihr in meinem Vorbericht.

Nun hatte meine liebe Frau also die Reiseunterlagen zum Geburtstag bekommen und ich begab mich ab heute in die Rolle eines Reiseleiters, Fahrers und Fotografen. Meine Reisegruppe saß mit mir am Frühstückstisch. Entgegen zu den anderen Tagen, war es heute sehr ruhig und noch etwas verschlafen.

In den Notizen meiner Frau liest sich das so:

Montag, 27.7.
• Alle pünktlich aus den Federn
• Frühstück – Verhalten ruhig und noch sehr verschlafen
• letzte Sachen für den Trip zusammengepackt und die Fahrt zu den Niagarafällen kann starten, der Fahrer von Küken Travel erwartet uns schon 😊

Hauptroute: Entlang der Interstate 90

Im Vorfeld hatte ich schon entlang der Interstate 90 eine Route gesucht. Wir fuhren aus Massachusetts raus und durchquerten den Empire State New York. Ich hatte mir vorgenommen, dass die Fahrt auch für die jungen Gäste meiner Reisegruppe interessant wird. So standen für die jungen Fahrgäste Getränke und Snacks bereit. Auf den iPads waren aktuelle Filme mit direktem Bezug zu unserer Reise (Madagaskar 1 und 2) und auf dem iPod bzw. iPhone war für jeden eine exklusive Musikmischung.

Wir fuhren über den Hudson River durch eine bergige Umgebung. Auf den Schildern an der Interstate 90 wurden uns Orte mit spannenden Namen angekündigt. So fuhren wir an New Lebanon, Albany (das ist die Hauptstadt des Bundesstaates New York), Shenectaddy und Rotterdam vorbei. Kurz vor Amsterdam passierten wir den mit 1724 Fuss Höhe höchsten Punkt der Route. Das hört sich gewaltig hoch an und da wir quasi bei Normalnull gestartet sind, ist das auch ordentlich – dieser etwa 525,4752 Meter hohe Pass auf der Interstate 90.

Die erste Pause machte ich nach 2,5 Stunden. Beine vertreten, WLAN checken und weiter geht es.

Die kommenden 2,5 Stunden zogen sich wie Kaugummi. Wir fuhren zwar durch eine reizvolle Landschaft, aber mit 3,5 Litern Hubraum in einem V6 Aggregat sind 65 erlaubte und 75 gefahrene Meilen pro Stunde schon anstrengend. Ich kann nicht mal sagen, dass tolle Orte an der Interstate 90 waren. Auch diese Etappe beendeten wir mit einer Pause für alle. Dieses Mal wurde auch die Keramik besucht – nicht dass das interessant wäre, aber mehr ist auf der Interstate 90 nicht passiert.

Daten und Fakten zur Interstate 90

Da es weiterhin alles andere als spannend wird, langweile ich Euch mal mit Fakten zur Interstate 90. Diese Straße verbindet den Atlantik mit dem Pazifik. Dabei werden auf einer Länge von 4958 km von Westen nach Osten folgende Bundesstaaten durchquert:

Washington > Idaho > Montana > Wyoming > South Dakota > Minnesota > Wisconsin > Illinois > Ohio > Pennsylvania > New York > Massachusetts

Die Interstate 90 ist mit fast 5.000 km der längste Interstate Highway, den die USA zu bieten haben. Östlich der Staatsgrenze zu New York wird die Interstate 90 als Massachusetts Turnpike geführt. Mautstationen gibt es eine Menge und die funktionieren alle. 😉 Wir werden im Laufe unseres Ausfluges die Interstate 90 in beide Richtungen befahren.

Die nächste Etappe hatte ein wichtiges Ziel. Der Lake Ontario wurde angesteuert. Das dieses Etappe wiederum drei Stunden dauern wird, habe ich im Vorfeld verschwiegen. Die Fahrt dorthin war ähnlich abwechslungsreich wie die vorhergehenden Etappen und hier und da kam von meinen Fahrgästen eine leise Nachfrage nach der geplanten Ankunft. Die Interstate 90 haben wir hinter uns gelassen.

Auf einmal war links und rechts nur noch Wasser und Marinas säumten den Weg. Es waren die ersten Ausläufer und Zuflüsse zum Lake Ontario und auf den Hinweisschildern lasen wir „Hamlin Beach State Park“. Wir sind gleich da!

See oder Meer?

Nachdem wir die obligatorischen sieben Dollar Eintritt bezahlt haben, steuerte ich den Parkplatz an. Es gab kein Halten mehr, wir schnappten uns die Badesachen und machten uns auf den Weg zum Strand. Möwen und Graugänse in großer Anzahl machten uns klar, dass WIR hier die Besucher sind.

Lake Ontario
Der Strand im Hamlin Beach State Park

Am Strand angekommen legten wir kurz eine neue Regel fest: Neue Gewässer werden im geschlossenen Familienverband erobert. So nahmen wir vier uns an den Händen und gingen etwas ehrfürchtig in diesen See, dessen Mitte die Grenze zwischen den USA und Kanada darstellt, an dessen Horizont der Himmel ins Wasser taucht. Das Wasser war angenehm kühl so dass unsere Ehrfurcht schnell in einen ausgiebigen Badespaß umschlug.

Ich habe meine Gedanken zu diesem Moment in einem kleinen Film festgehalten. MAZ ab.

In diesem Film stelle ich etwas fest, was mich auf unseren Reisen schon mehrfach beschäftigt hat. Als ich 10 Jahre alt war – so alt ist meine große Tochter auf dieser Reise -, waren die USA ein unerreichbares Ziel. Selbst unser Reisebüro war nicht erreichbar, denn es hat seinen Sitz in Berlin Tempelhof. Heute ist es für unsere Kinder selbstverständlich, mit der S-Bahn zum Olympiastadion zu fahren, in Spanien oder den USA Urlaub zu machen, mit den Großeltern nach Tschechien oder Dänemark zu fahren. Überall ist dieser Tage auch die Rede von der deutschen Einheit. Ich bin froh und glücklich, dass wir diesen Tag feiern können und ich bin dankbar den Leuten, die vor 26 Jahren friedlich Ihre Stimme erhoben haben, um diese Freiheit einzufordern.

Zurück zu unserer Reise…

Wir badeten ausgiebig, wir konnten die warmen Sonnenstrahlen genießen, bis zu dem Moment, an dem unsere Mägen meldeten, dass wir hungrig sind. Wir nahmen uns noch die Zeit, ein Familienfoto zu machen und dann ging es weiter.

Stilecht fanden wir ein klassisches Diner am Lake Ontario. Das Black North Inn wurde dank Navi schnell angesteuert und wir gaben uns der amerkanischen Küche hin. Die Fahrt zu diesem Restaurant war speziell, denn die Straße parallel zum Lake Ontario (Lake Ontario State Parkway) war so leer und in einem so schlechten Zustand, dass ich mir nicht zu jeder Zeit sicher war, ob uns das Navi auch richtig führte. Nach etwa 20 Minuten hatten wir das Restaurant erreicht.

Das verpasste Bild

Was wir gegessen haben, haben wir nicht dokumentiert. Wir konnten den beginnenden Sonnenuntergang beobachten und dann saßen wir schon wieder im Auto. Auf der Fahrt nach Niagara Falls habe ich die kürzeste Strecke ausgewählt. Diese führte uns über Landstraßen durch romantische kleine Orte, die im Licht des Sonnenuntergangs leuchteten. Ich kann mich noch erinnern, dass wir an einem Haus vorbeigefahren sind, das im roten Licht des Sonnenuntergangs so schön anzusehen war. Die Veranda war geschmückt mit dem Sternenbanner, zwei Schaukelstühle standen einladend bereit, die Fensterläden waren weiß, wie auch die Überdachung der Veranda. Das Rot des Sonnenuntergangs ließ das Haus leuchten, das weiche Licht sorgte für ganz sanfte Farben. Mit Rücksicht auf meine Reisegruppe habe ich auf einen Fotostop verzichtet und ganz ehrlich… ich bereue es ein wenig. Dieses Bild geht mir nicht aus dem Kopf und ich verbinde es mit der Reise, ohne dass ich es Euch zeigen kann.

Es war bereits dunkel, als Helga (so nennen wir unser Navi) die erlösenden Worte sagte: „Sie haben Ihr Ziel erreicht.“. Ich hatte das „Days Inn“ wegen der Lage gebucht. Zu Fuß werden wir in fünf Minuten an den Fällen und an der Rainbow Bridge sein und auch das Hardrock Café auf der US-Seite ist nur wenige Gehminuten vom Hotel entfernt.

Beim Einfahren in die Tiefgarage schauerte es mich etwas. Das Hotel machte nicht den besten Eindruck. Es war muffig und es tropfte von der Decke. Auch der Geruch im Flur und der „herzliche“ Empfang sprach nicht unbedingt für das Hotel. Nachdem wir unser Zimmer mit den zerschlissenen Vorhängen, der sehr lauten Klimaanlage und dem komischen Geruch übernommen haben – die Tür wurde durch einen zarten Tritt geöffnet – gaben wir die Losung aus „Es ist nur zum Schlafen und zwei Nächte halten wir das aus…“.

Die Kinder fielen müde ins Bett, ich holte noch zwei Bier und dann hieß es für meine Reisegruppe und mich „Gute Nacht“.

An dieser Stelle wie immer vielen Dank fürs Lesen, Kommentieren und Teilen.

New York City – Und, hat es Euch gefallen?

Rückblick auf die erste Etappe unserer USA Reise

Acht Tage New York City und es bleibt diese eine Frage: Hat Euch New York gefallen?

Die Antwort ist für uns vier ganz einfach zu beantworten. Ja!

An dieser Stelle könnte dieser Artikel enden, aber ich bin kein Mensch weniger Worte, also müsst Ihr Euch auch noch die Begründung zu Gemüte führen.

New York City fasziniert

Vom ersten Moment an hatte uns die Stadt in ihren Bann gezogen. Wie bei so vielen Zielen in den USA, gilt auch für New York City: Man mag es oder man mag es nicht. Dazwischen gibt es nichts.

Die Stadt hat ihren eigenen Takt und der ist schnell. Wenn man als Tourist bummelt, wird man nur überholt. In dieser Stadt ist alles immer in Bewegung. Ob im Central Park die Jogger, auf den Sportplätzen die Baseball Teams, auf dem East River die großen und kleinen Schiffe, in Downtown Manhattan die gelben Taxis oder auf dem Timesquare die Menschen, die zu tausenden dort unterwegs sind, ob am Tag oder in der Nacht – alles und jeder bewegt sich. Man kann sich diesem Takt nur schwer entziehen – die Liegewiesen im Central Park sind wie gemacht dafür. 😉

Trotz dieser Hektik bewahren sich die Menschen eine Höflichkeit. Wenn Kinder mal im Wege stehen, werden sie als „Sweathearts“ angesprochen, nach einem kleinen Rempler kommt sofort ein „Oh sorry“ und wenn man etwas Platz macht oder beim Familienfoto nicht ins Bild rennt kommt ein „Thank you!“ Promotoren, die einen an jeder Ecke erwarten, lassen einen nach einem „No thank you“ sofort in Ruhe. Einzig mein morgendlicher Gruß an diese Stadt wurde nie erwidert 🙁 – irgendwas ist immer.

New York City ist reich an Facetten

Wer an New York denkt, sieht in erster Linie Manhattan. Manhattan ist aber nur ein Stadtteil von New York City. Verlässt man diesen Teil über den East River, wird alles kleiner, flacher. Es sind Welten, die schon Brooklyn von Manhattan trennt. Fährt man weiter raus (Queens oder Coney Island) könnte es jede amerikanische Stadt sein. Einfamilienhäuser, Reihenhaussiedlungen und Industriebauten bestimmen die Umgebung. Wenn man über die Stadt blickt und der Horizont nicht mit Dunst verhangen ist, kann man einen Blick auf die 20-Millionen-Metropole werfen und man entdeckt überall die kleinen grünen Flecken. Parks und Dachgärten sind die Rückzugsorte der New Yorker. Ob der Central Park oder die Highline (müssen wir noch besuchen 🙂 ) oder am Rockefeller Center – überall in Manhattan, aber auch in Queens und Brooklyn findet man Parks, die einem ein wenig Ruhe bieten.

New York City ist international

Berlin, meine geliebte Heimatstadt ist schon international. New York City toppt das jedoch um Längen – was nicht verwundert. Mir ist in New York aufgefallen, dass diese Stadt tatsächlich ein Schmelztiegel ist. Hier treffen Asiaten, Araber, Inder, Europäer, Amerikaner, Afrikaner, Australier, Juden, Christen, Hindus, Muslime, Buddhisten aufeinander. Man mag es kaum glauben, alle vertragen sich und können ganz normal miteinander sprechen. Man steht miteinander an, man akzeptiert die jeweils anderen einfach und begegnet sich mit Respekt.

Mein Fazit zu dieser Stadt

Ich muss da nochmal hin, wir müssen da nochmal hin und sicher nicht nur einmal. Viele Motive habe ich nicht geschafft, manche sind mir nicht gelungen und viele Orte möchte ich nochmal besuchen – nur zu anderen Tageszeiten. 😉

Das familiäre Fazit zu New York City

Uns vieren hat die Stadt gefallen. Jeder für sich hatte seinen Ort oder Moment in dieser Stadt gefunden. Jeden Abend waren wir platt, die Füße summten das Lied des Asphalts, der Kopf verarbeitete die Eindrücke des Tages und am nächsten Tag ging es wieder von vorne los. Leben möchte ich dort nicht, denn dann ist es wie in Berlin – man hat unendlich viele Möglichkeiten, kommt aber gar nicht dazu diese zu nutzen.

Genug der Worte! Jetzt dürft Ihr alle Bilder betrachten, die ich als Essenz aus den nahezu 1.000 Bildern ausgesucht habe. Bisher habe ich nur Bilder aus meiner Kamera bearbeitet und veröffentlicht, daher bleibt einfach dran. Auch die Bilder der anderen Familienmitglieder werde ich noch bearbeiten und zeigen. In voller Größe findet Ihr die Bilder auch auf meinem Flickr ® Account.

Im Haus am See sind wir schon angekommen. Wie es dort weitergeht und was uns dort noch so passiert ist, lest ihr auch wieder im Reisetagebuch – so ihr denn wollt.

Finale in New York

One World Trade Center - Finale in New York

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 8 22.07.15

Blauer Himmel und Sonnenschein, so begrüßt uns die Stadt zum großen Finale in New York an diesem Morgen. Auf dem Plan steht heute Coney Island (die Badewanne von New York) und das große Finale auf New Yorks neuestem Wolkenkratzer. Das One World Trade Center bildet die Kulisse am letzten Abend in dieser wahnsinnig aufregenden Stadt.

„Finale in New York“ weiterlesen

Mit der U-Bahn raus, zu Fuß wieder rein – Brooklyn Bridge

Charakteristisch sind die Kabelträger auf der Brooklyn Bridge.

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 7 21.07.15

Kurz ein Wetterupdate: Es ist bewölkt aber sehr warm – jede Bewegung ein neuer Schweißausbruch. Ein guter Tag, um übers Wasser zu gehen – mit Hilfe der Brooklyn Bridge.

Einen ausgeschlafenen guten Morgen an unserem siebenten Tag. Heute haben wir es ganz ruhig angehen lassen und haben erst gegen 8:00 Uhr aus den Betten gefunden. Ich sag Euch eins… Nie wieder! Beim Frühstück saßen wir getrennt, das passiert uns sicher nicht nochmal. Ansonsten war beim Frühstück alles beim Alten. Dafür habe ich gelernt, dass der New Yorker um 8:03 Uhr schon auf dem Weg ins Büro ist. Das erkläre ich mir damit, dass ich wieder keine Erwiederung meines morgendlichen Grußes an diese sehr krasse Stadt erhalten habe. Jede andere Erklärung gehört in den Bereich der Verschwörungstheorien.

„Mit der U-Bahn raus, zu Fuß wieder rein – Brooklyn Bridge“ weiterlesen

Früh Aufstehen für eine alte Dame – Freiheitsstatue

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 6 20.07.15

Na, seit ihr schon wach? Unser Wecker klingelte am sechsten Tag unserer USA Reise um 5:00 Uhr. Ich begrüßte die Stadt wie jeden Morgen durchs offene Fenster, geantwortet hat wieder keiner. Das wird sicher an der Uhrzeit liegen. Die Kinder durften noch ein wenig länger schlafen, aber um 05:30 Uhr war auch für die kleinen Weltenbummler die Nacht vorbei. Heute war ein besonderes Ziel ausgemacht – wir besuchen die Freiheitsstatue.

Aufs Frühstück warten?!?

Im Gegensatz zu den anderen Tagen waren wir die ersten beim Frühstück und eine halbe Stunde zu früh 🙁 . Nicht wie in unserer Planung vorgesehen um 6:00 Uhr, sondern um 06:30 Uhr beginnt das Frühstück – und die Zeit läuft.

Ich habe gelernt, dass man eine Dame – vor allem eine in hohem Alter – nicht warten lässt, denn die Freiheitstatue empfängt schon seit 129 Jahren Reisende aus aller Welt, so diese denn mit dem Schiff in New York ankommen.

An dieser Stelle beschreibe ich Euch nicht unser Frühstück, denn es ändert sich ja nichts 😉 , wir haben eine U-Bahn zu erreichen.

Wir haben einen Termin!

Zum ersten mal haben wir uns mit dem Fahrplan des Subway auseinander gesetzt. Um 7:37 Uhr fährt unser Zug von der Station 72th. Street / Broadway ab. Zum ersten mal im Urlaub haben wir uns auf dem Weg zur U-Bahn an die New Yorker angepasst und die Fußgängerampeln als Vorschläge wahrgenommen – es kommt kein Auto, also rüber. Auf dieser Art erreichten wir unsere U-Bahn pünktlich.

Diese Zeichen gibt es zwar, aber den New Yorker interessiert das nicht im geringsten. #NYC #USAN3J

Ein von Junghahn24 Fotografie (@junghahn24) gepostetes Foto am

Umsteigen bitte

Auf unserem Weg zum Battery Park kam eine Durchsage, die wir erst beim dritten Mal verstanden haben. Es hieß umsteigen, denn die hinteren Wagen des Zuges fahren wohl nicht zum Battery Park. Warum das so ist, zeigt dieser kleine Film…

South Ferry Plattformen from Jan Junghahn on Vimeo.

Am Battery Park angekommen, kamen sogleich die mittlerweile bekannten Promotoren auf uns zu, um uns Tickets zu verkaufen. Leider auch in diesem Fall erfolglos. Ich hatte im April! diesen Ausflug komplett gebucht, inkl. Aufstieg in die Krone. Da täglich nur 3.000 Leute ins Innere der Freiheitsstatue gelangen, ist frühes Buchen erforderlich und da legt man sich auf Datum und Uhrzeit des Besuches fest. Ich hatte uns für 9:00 Uhr bei Lady Liberty angemeldet, daher auch der frühe Start in den Tag.

Die Tickets haben wir uns am Counter abgeholt und am Anleger stand auch direkt eine Fähre bereit. Die Überfahrt nach Liberty Island – hier steht die Freiheitsstatue – dauert wenige Minuten, in diesen Minuten genießt man einen grandiosen Blick auf die Südspitze Manhattans. An diese Tag ist auch unser familieninterner Running Gag entstanden: „Hatta Mana?“ „Manahatta!“. Die Erklärung für dieses Wortspiel ergibt sich aus dem Namen, den die Ureinwohner der Insel gaben, die wir heute als Manhattan kennen. Sie nannten dieses Gebiet Manahatta für hügeliges Land oder Land der vielen Hügel.

Auf der Insel angekommen, verbrachten wir die ersten Minuten mit dem zweitliebsten Hobby der Amerikaner – anstehen. Zuerst holten wir uns den kostenlosen Audioguide ab, der uns über die Insel führen wird. An der großen Flagge vorbei ging es dann in die nächste Schlange. Hier stand man an, um der Freiheitsstatue unter den Rock zu gucken. 😀 Vor uns standen schon viele „Voyeure“ und hinter uns wurde die Schlange auch wieder länger und länger. Könnt Ihr Euch noch an den Rat erinnern?

Zeit zum Beobachten und Nachdenken

Die Kinder haben wir im Schatten geparkt und wir standen fröhlich in der Schlange. Ich nahm mir noch Zeit für ein Selfie und beobachtete die Umgebung, um meine wissenschaftlich wenig fundierten Sozialstudien zu betreiben.

Eines ist mir hier aufgefallen! Während überall auf der Welt die Religionen und „Rassen“ sich die Köpfe einschlagen, verstehen sich hier Araber mit Juden, Christen mit Moslems, Russen mit Amerikanern, Chinesen mit Japanern. Jasmin fragte mich, warum das nicht überall auf der Welt so ist, mir fiel keine logische Antwort ein. Es mag an dem Ort liegen oder das Reisen bildet oder andere Gründe haben – aber es geht auf engstem Raum, dass nahezu alle Kulturen der Welt in einer Schlange stehen und geduldig warten und miteinander reden.

Rucksäcke müssen draußen bleiben

Die Schlange bewegte sich gemächlich in Richtung Eingang und wir wussten, dass wir unsere Rucksäcke loswerden mussten. Beim Blick auf die sichtbare Schließfachwand kam einen Ahnung auf, dass der Platz für die Rucksäcke vor uns in der Reihe schon nicht reichen wird. Wer rauf möchte, darf aber keinen Rucksack mitführen… Eine leichte innere Unruhe kam auf. Ablenkung gab es nicht, denn die Zahl der Rucksäcke vor uns steigerte sich. Familien stehen in Schlangen ungern als komplette Gruppe an – wir ja auch nicht, und wenn der Familienvertreter – zumeist das älteste männliche Mitglied der Gruppe – nahe genug am Eingang stand, gesellten sich die anderen Mitglieder der Gruppe hinzu. 😯

Als wir in Höhe des Eingangs ankamen, sortierten sich auch unsere Kinder in die Schlange ein – die beiden hatten KEINE eigenen Rucksäcke. Jetzt sahen wir auch drei weitere Wände mit Schließfächern und unsere Anspannung wich starker Erleichterung. Wie es so üblich ist, fand sich hier auch direkt ein Souvenirshop mit allerlei Kitsch und Krempel.

Nachdem wir schon beim Boarding an der Fähre gründlich gescannt und die Taschen durchleuchtet wurden, ging die Sicherheitsprozedur hier weiter. Die Tickets sind personalisiert und der freundliche Ranger wollte die dazu passenden Pässe sehen. Diese trugen wir immer bei uns, so auch diesesmal. Nun kam der freundliche Hinweis, dass Taschen, Rucksäcke, Essen und Getränke (außer Wasser) eingeschlossen werden müssen, Kameras und Medikamente sind erlaubt. Hier kamen sie zum ersten mal zum Einsatz – meine Neopren-Objektiv-Köcher. Diese konnte ich am Gürtel oder mittels Karabiner auch an den Gürtelschnallen befestigen. Somit musste ich mich während des Aufenthaltes nicht einschränken in der Auswahl der Objektive.

Nachdem wir zunächst versucht haben, die zwei US-Dollar für die zweistündige Schließzeit mit einem Zehner zu bezahlen, mussten wir erstmal Geld wechseln. Ging schnell, schien aber sichtlich zu nerven – also den Mitarbeiter im Shop. Ungewöhnlich war, dass hier keine Kreditkarte akzeptiert wurde. Dann haben wir zwei Fächer gemietet, denn in eines passt ziemlich genau ein durchschnittlicher Rucksack. Mein Fotorucksack ist etwas umfangreicher, mit sanfter Gewalt ließ sich aber auch diese Tür schließen. So standen wir bereit für den Aufstieg.

Nicht so schnell! Sicherheit geht vor!

Um der Freiheitsstatue endlich zu Kopfe steigen zu können, wurden wir erneut gescannt – das volle Programm. Taschen leeren, Gürtel raus, Mütze ab und durch den Detector – und immer wieder der Hinweis, dass jegliche Speisen und Getränke in der Freiheitsstatue verboten sind. Einige Gäste – nach meinen Beobachtungen meist Amerikaner – schienen das mit dem Essen und Getränken weder auf Chips, Schokoriegel oder Softdrinks zu beziehen. Denen wurde durch die strengen Ranger sehr deutlich gemacht, dass die Regeln auch dafür gelten. Wegwerfen oder zurück und in den Schrank einschließen (und nochmal die zwei Dollar löhnen, denn durch das Öffnen endete die Mietzeit – gerissen diese Amis) oder vor den Augen des Ranger komplett verzehren.

Dieser Teil – also Ablegen am Battery Park bis zum passieren der letzten Kontrolle – hat eine Stunde gedauert. Gebt zu, ihr dachtet es sei mittlerweile später Nachmittag. 😉

Nu aber ruff!

Nachdem sich meine Damen auf den Aufstieg vorbereitet hatten, begann dieser auch. Könnt Ihr Euch an die Audioguides erinnern? Diese gaben wir jetzt wieder ab. Es lagen die ersten 215 Stufen vor uns, alle angenehm breit und gut klimatisiert. Wir merkten die Stufen nicht in den Beinen, so dass der Aufstieg auch schnell erledigt war.

Auf der ersten Plattform angekommen, zog es uns Richtung Krone, doch eine gut gelaunte Rangerin verweigerte uns den Zugang. Sie machte uns klar, dass wir uns zuächst auf dem Podest umsehen sollen, danach wird Sie uns den Aufstieg freigeben. Also raus und da war es wieder… dieses wow! Der Blick über das Wasser auf Manhattan, die beeindruckende Skyline, die Schiffe, die Helikopter – einfach nur wow. Meine Kamera, aber auch die Kamera von Jasmin und meiner lieben Ehefrau wurden kräftig genutzt. Sattsehen geht einfach nicht. Nachdem wir die Runde gemacht haben, standen wir wieder vor der Rangerin. Jetzt ließ sie uns gewähren und spätestens jetzt wussten wir, warum Taschen und Rucksäcke unangebracht sind. Die Wendeltreppe, die in die Krone führt, ist schmal und steil. Es gibt hier nur einen Weg – im Gänsemarsch rauf. Aufgrund der Bauweise – die Dame hat sich komplett in Kupfer gehüllt und verzichtete auf eine Klimatisierung – warnten viele Seiten, dass es im Inneren der Freiheitsstatue im Sommer bis zu 10° Celsius wärmer sein kann, als außerhalb. Wenn das zutrifft, erwarteten uns zwischen 40° C und 45° C unter dem Gewand der Lady Liberty. Dem war nicht so, es herrschten sehr angenehme Temperaturen, die den Aufstieg zu einem Genuß werden ließen.

Im engen Kreis ging es also hoch, 75 Stufen. Kleine Austritte erlaubten ein Blick ins Innenleben.

Die Tragkonstruktion hat ein gewisser Gustav Eiffel (der mit dem Turm in Paris) erdacht und – so habe ich es später auch bestätigt bekommen – es ist Stahlfachwerk. Beeindruckend, diese Technologie wurde schon 1700 v. Chr. mit Holz angewendet und findet sich noch heute in modernen Brücken-, Fassaden- und Dachkonstruktionen wieder. In Berlin ist ein bekanntes Fachwerk am Kaisersaal im Sony Center am Potsdamer Platz zu bewundern – genug zur Architektur, weiter geht’s…

Ein dickes Lob an dieser Stelle an unsere Kinder – bis hierher haben sie jede Stufe ohne Murren mitgemacht, kein „Wann sind wir endlich oben?“, kein „Ich mag nicht nach oben…“. Danke dafür! 🙂

Oben angekommen ist das Gefühl einfach großartig. Der Blick aus der Krone ist wenig spektakulär, aber das „WIR haben es geschafft“ – Gefühl ist absolut toll. Oben warten auch zwei Ranger auf einen und ich glaube, dass dieser Arbeitsplatz zum Lächeln bringt. Nun waren wir es, die dort oben um die Wette strahlen. Nun waren wir es, die vor Stolz platzten. Nun waren wir es, die von der netten Rangerin gefragt wurden, ob sie ein Familienfoto machen soll. Als ich ihr reflexartig das iPhone reichte, lehnte sie ab und verwies auf meine Kamera, die sie mit den Worten „is better quality“ forderte. Mir verschlug es fast den Atem, soviel Glück an einem Ort? Ich gab ihr die Kamera und sie löste aus, schaute aufs Display und fluchte leise wegen des Gegenlichtes. Dann drückte sie erneut ab und fand die Aufnahme gelungener.

Wir konnten noch einen Blick in den Schacht zur Fackel erhaschen – dorthin kommt man leider nicht mehr – und dann begann der Abstieg. Auch hier haben die Konstrukteure gut gearbeitet, denn man steigt in einem versetzten Kanal nach unten, so dass man nicht auf Gäste trifft, die nach oben wollen.

Freiheitsstatue – erlebbare Geschichte

Im Podest der Lady Liberty findet sich ein Museum, das die Entstehung, Finanzierung, Geschichte und Gegenwart dieser älteren Dame darstellt. Ich habe die Führung sehr genießen können, denn die Exponate und Zeichnungen wurden durch den Audioguide sehr gut und verständlich erklärt. Wenn Ihr mehr wissen wollt, fahrt einfach nach New York und besucht die Freiheitsstatue. 🙂 Selbst unsere Kinder haben den Erwachsenen-Kanal gewählt, denn die Kinderversion ist wohl sehr kurz gehalten. In der Kinderversion führt ein Turmfalke namens Francis über das Gelände und die Ausstellung, ob es sich um eine Falkin oder einen Falken handelt, wurde mir nicht überliefert, das könnt Ihr dann Eure Kinder fragen, wenn Ihr dort gewesen seid. 😉

Nochmal ruff!

Wir hatten noch nicht genug und haben nochmal den Aufstieg zum Podest (215 Stufen) in Angriff genommen. Der Aufstieg in die Krone war nicht mehr möglich, denn unsere Bändchen dafür wurden uns bei Beginn der letzten Etappe zur Krone abgenommen. Wir wollten aber auch die Freiheitsstatue endlich von Nahem und von Vorne sehen. Diesmal meldeten sich die Waden und Oberschenkel ab der Hälfte der Stufen. Oben angekommen gingen wir direkt wieder einige Stufen runter,  um in den alten Fort-Bereich zu kommen. Hier hielten wir uns eine ganze Weile auf und fotografierten die Umgebung, die Freiheitsstatue und die Fahne. Nach einem Familienselfie mit vier Damen ging es dann zum Ausgang aus dem Sicherheitsbereich, denn der Magen meldete sich und verkündete aufkommenden Hunger. Also schnell die Rucksäcke rausholen und los. Wenn, ja wenn da nicht die Zweistundengrenze überschritten worden wäre. Jedes unserer Fächer kostete einen weiteren Dollar und die Rucksäcke waren erlöst.

Im Schatten haben wir dann vier Stühle zusammen gestellt und eine ausgedehnte Pause gemacht. Dabei wurde beschlossen, dass wir die Fähre auf Ellis Island nicht verlassen werden, die Kinder waren platt wie ne Flunder. Mit der Fähre ging es dann an Ellis Island und an der Freiheitsstatue vorbei zurück nach Manhattan.

Bongo Jack und seine Frau aus Schwaben

Am Battery Park haben wir ausgesprochen gut gelaunt die Fähre verlassen und den Weg zur U-Bahn eingeschlagen. Dabei beobachteten wir erneut die im Film oben dargestellte Besonderheit und stiegen in den Zug ein. Mit uns stieg dann auch ein Straßenkünstler ein und sortierte seine Tageseinnahmen. Er fragte uns, ob wir Deutsche seien – man muss uns das angesehen haben – und verließ dann fröhlich unseren Wagen durch die Verbindungstür. Ein oder zwei Stationen später kam er wieder in unseren Wagen und stellte sich als Bongo Jack vor. Er gab eine Interpretation von Ella Fitzgeralds Klassiker Summertime zum Besten und begeisterte uns durch seine entspannte und lockere Art. Ein kleines Filmchen gefällig? Bitte schön!

Bongo Jack interpretiert Summertime from Jan Junghahn on Vimeo.

Nach diesem künstlerischen Genuss verabschiedete er sich bei uns und wies uns noch darauf hin, dass seine Frau aus Schwaben kommt. Deshalb verabschiede er sich auch nicht mit einem Tschüß, sondern mit einem „Auf Wiedersehen“. Wieder mal  schlief Johanna in der U-Bahn ein und Jasmin hielt gerade so die Augen offen.

Im Hotel angekommen, ging Johanna freiwillig ins Bett und schlief ein, Jasmin nutzte ihren Nintendo zur Entspannung. Der für Abends geplante Familienausflug auf die Brooklyn Bridge wurde zunächst auf meine Jasmin und mich geschrumpft. Aber auch Jasmin gestand uns, dass sie für die Tour zu erschöpft sei. Johanna und meine liebe Ehefrau – die beste von allen – holten sich etwas Salat zum Abendessen, während Jasmin und ich zum Columbus Circle liefen, um das nächtliche New York auf die Speicherkarten zu bannen.

Auf dem Rückweg genehmigten wir uns noch einen Hot Dog und um 23:00 Uhr waren wir wieder im Hotel und fielen erschöpft ins Bett.

Jetzt habt Ihr wieder über 2.200 Worte ertragen, da habt Ihr Euch auch einige Bilder verdient.

Vielen Dank fürs Lesen, Kommentieren und Teilen – Gute Nacht.