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Die Plejaden

Ein unscheinbare Scheibe mit einigen goldenen Punkten sorgte für großes Aufsehen in Deutschland. Die Himmelsscheibe von Nebra ist das älteste Dokument, dass die Menschen im heutigen Deutschland mit dem Himmel und seinen Gestirnen befasst haben. Darauf abgebildetet sind die Plejaden, um die es in diesem Artikel geht.

Wer oder was sind die Plejaden?

Die sieben Schwestern, welche die Plejaden darstellen sind im Sternbild des Stier zu finden und zwischen 360 und 445 Lichtjahren von der Erde entfernt. In Kilometern umgerechnet beträgt die Entfernung der Plejaden zwischen 3.405.863.079.763.042 km und 4.210.025.195.818.204,5 km.

Das Siebengestirn setzt sich aus den Töchtern von Atlas und Pleione zusammen. Sie hören nach der griechischen Mythologie auf die Namen Alkyone, Asterope, Elektra, Kelaino, Maia, Merope und Taygete.

Die Plejaden als Animation mit den Sternen, die das Siebengestirn umgeben.
Die Plejaden im Detail

Die Himmelsscheibe von Nebra

Schon unsere Urahnen kannten dieses Gestirn und verewigten diese in Gold auf einer Kupferscheibe vor etwa 3.700 bis 4.100 Jahren. Dazu wurde noch der Vollmond und der zunehmende Mond in Gold aufgebracht. In einer zweiten Phase haben unsere Urahnen noch die Horizontbögen für den Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

Wikipedia erklärt die zweite Phase so:

Die später hinzugefügten Horizontbögen überstreichen jeweils einen Winkel von 82 Grad, ebenso wie Sonnenauf- und -untergang zwischen Winter- und Sommersonnenwende am Horizont auf dem Breitengrad des Fundorts. Wurde die Scheibe waagerecht so auf dem Mittelberg positioniert, dass die gedachte Linie vom oberen Ende des linken Bogens zum unteren Ende des rechten Bogens auf die Spitze des etwa 85 km entfernten Brocken zeigt, konnte die Scheibe als Kalender zur Verfolgung des Sonnenjahrs genutzt werden. Vom Mittelberg aus gesehen geht die Sonne zur Sommersonnenwende hinter dem Brocken unter. Für die Vermutung, dass der rechte Bogen der westliche, den Sonnenuntergang markierende sei, spricht seine Nähe zur geneigten Mondsichel, die in der erwähnten Konstellation von der untergehenden Sonne erleuchtet ist. Ob die Scheibe in diesem Zustand als Instrument zur Bestimmung der Sonnenwenden genutzt wurde, oder ob sie das Wissen über diese Bestimmungsmöglichkeiten lediglich darstellt, ist ungewiss.

Plejaden fotografieren

Das Jahr 2020 steht bei mir unter dem Motto Astrofotografie. Die Plejaden sind seit mehr als 4.000 Jahren Bestandteil astronomischer Beobachtungen, was liegt da Näher, als das Siebengestirn zu fotografieren.

Im Winterurlaub im schönen Stubaital ist es mir gelungen. Am südlichen Nachthimmel war Orion deutlich zu erkennen und ich habe mich aufgemacht, einen Zeitraffer aufzunehmen. Bei der Auswertung der Bilder suchte ich bekannte Sterne und wurde auf eine kleine Gruppe aufmerksam, die ich zuerst als kleinen Wagen identifizierte. Bei genauer Betrachtung konnte es genau das Sternbild nicht sein und ich habe mein iPhone gezückt und die App Sky Guide geöffnet. Mein Verdacht, dass es sich um die Plejaden handelt, wurde bestätigt.

Für die Android Nutzer habe ich zwei App Empfehlungen aus der Community erhalten. Zum einen wurde Sky View empfohlen, zum anderen wurde mir die App Sky Portal empfohlen. Testet gern beide Apps und lasst mich gern wissen, was Ihr nutzt um den Himmel zu erkunden.

Wie haben es die Plejaden auf den Sensor geschafft?

Wie ich schon geschrieben habe, war es eher ein Zufall, dass ich die sieben Schwestern eher durch Zufall einfangen konnte. Ich habe die Kamera auf ein Stativ gesetzt und mit meinem 14mm Weitwinkel bestückt. Nachdem ich mit dem Mond auch den Fokus auf „unendlich“ gestellt habe, ging es an die Einstellung von ISO und Zeit.

Der Nachthimmel mit den Plejaden
In dieser Aufnahme sind neben Orion, Sirius und dem Mond auch das Siebengestirn, also die Plejaden zu erkennen.

Der Mond, genauer der zunehmende Mond schien vom freien Himmel und wurde durch den Schnee reflektiert. Aufgrund der geringen Lichtsmog konnte ich mit folgenden EXIF Daten arbeiten:

  • ISO 1.600
  • 5 Sek. Belichtungszeit
  • Brennweite 14mm
  • Blende f/2.8

Sternkarte gefällig?

Ich habe mich mal beispielhaft an zwei Bildern versucht, eine Sternkarte zu erstellen. Auf der ersten sehr Ihr eine Aufnahme, bei der ich die Plejaden erwischt habe. Zum Vergrößern einfach auf das Bild klicken.

Neben den Plejaden (1) sind hier noch Orion (2), Rigel (3), das Sternbild Stier (4), die Hyaden (5), das Sternbild Widder (6), Beteigeuze (7) und Uranus (8) gut zuerkennen. Der Mond ist so groß, dass ich den Erdtrabanten mit vollem Namen beschriften konnte.
Neben den Plejaden (1) sind hier noch Orion (2), Rigel (3), das Sternbild Stier (4), die Hyaden (5), das Sternbild Widder (6), Beteigeuze (7) und Uranus (8) gut zuerkennen. Der Mond ist so groß, dass ich den Erdtrabanten mit vollem Namen beschriften konnte.

Im zweiten Bild habe ich Euch das Wintersechseck markiert. Dieses Gebilde sieht man in dieser Stellung nur im Winter und es setzt sich zusammen aus sieben Sternen (kling komisch, ist aber so 😉 ). Auch hier habe ich die Sterne markiert, durch Linien verbunden und im Text zum Bild findet die geneigte Leserschaft die Namen der Sterne.

In diesem Bild habe ich Euch das Wintersechseck markiert. Es setzt sich aus Rigel (1), Sirius (2), Prokyon (3), Polux (4), Kastor (5), Kapella (6) und Aldebaran (7) zusammen.
In diesem Bild habe ich Euch das Wintersechseck markiert. Es setzt sich aus Rigel (1), Sirius (2), Prokyon (3), Polux (4), Kastor (5), Kapella (6) und Aldebaran (7) zusammen.

Was passiert als nächstes?

Ich habe die Aufnahmen für Timelapse gemacht und dabei habe ich noch eher unbewusst den Nachthimmel eingefangen. Nun werde ich die Aufnahmen nach und nach zusammen setzen und Euch dann auch diese Filme zeigen.

Wenn Euch der Beitrag gefallen hat, erzählt es gern weiter und gebt Anderen auch die Chance meine Texte zu lesen. Vielen Dank 🙂

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