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Fotografie und Reise

Der Himmel im September 2020

Was hält der Septemberhimmel für uns bereit?

Es ist schon September! Das heißt, Du beginnst gerade die neunte Folge aus der Reiher „Der Himmel im…“ zu lesen. Auch der Himmel im September 2020 hält wieder Planete, den Mond und Sternzeichen für uns bereit. Hoffen wir also auf einige wolkenfreie Nächte, damit Du und ich die Schönheit des Septemberhimmel genießen können.

Der Mond spielte schon am Monatsanfang seine erste Hauptrolle am Himmel im September 2020
Auf dem Weg zur Bischof Neumann Kapelle zeigte sich der Mond zwischen diesem Granitgebilde

Die Planeten am Himmel im September 2020

Der Septemberhimmel hält für uns Himmelsbeobachter eine fantastische Sichtbarkeit der hellsten Planeten bereit. Darum soll es in den kommenden Absätzen gehen. Fangen wir mit unserem Nachbarn, dem roten Planeten an. Was macht der Mars am Himmel im September 2020?

Der Mars am Septemberhimmel

Der Mars wird im Laufe des Monats deutlich heller. Er geht am Anfang des Monats noch um 21:30 Uhr auf. Im Laufe des September entwickelt sich unser Nachbar zum Abendstern und zeigt sich in der Mitte des September 2020 schon um 20:30 Uhr am Himmel. Zum Monatsende verpasst der rote Planet den Sandmann nur knapp, denn er zeigt sich schon ab 19:30 Uhr am Septemberhimmel.

Am 5. September scheinen sich der abnehmende Vollmond und der Mars fast zu berühren, wobei der Mond rechts unten auf dem Mars geparkt ist. Am 8. Oktober wird der Mars weniger als 63 Millionen Kilometer von der Erde entfernt sein. Mars und Erde werden erst 2035 wieder so nah sein!

Jupiter und Saturn am Himmel im September 2020

Jupiter und Saturn sind direkte Nachbarn. Das reicht den beiden Planete augenscheinlich nicht, denn sie kommen sich immer näher. Die Sorge, dass die beiden Planeten kollidieren, kann ich Dir an dieser Stelle nehmen. Die Entfernung zwischen den Jupiter und Saturn wird nicht geringer, aber unsere Wahrnehmung spielt uns gern einen Streich. Wenn Du die beiden am Himmel im September 2020 beobachten möchtest, beginnt das Schauspiel am Anfang des Monats um 17:45 Uhr mit dem Jupiter, der Saturn zeigt sich dann ab 18:10 Uhr am Septemberhimmel. Auch hier wird es täglich früher. Zur Monatsmitte beginnt es schon um 16:53 Uhr bzw. um 17:18 Uhr. Ende des Monats zeigen sich Jupiter (15:52 Uhr) und Saturn (16:14 uhr) schon an der Kaffeetafel.

Jupiter und Saturn sind weniger als zehn Grad voneinander entfernt. Das ist weniger als die Breite einer Faust, die auf Armlänge gehalten wird. In einigen Ferngläsern kannst Du beide Planeten in das gleiche Sichtfeld bringen. Diese Nähe konnte man zuletzt vor zwanzig Jahren beobachten. Wenn der Sommer in den Herbst übergeht, nähern sich die Jupiter und Saturn einander an. Jupiter und Saturn schließen sich am 24. und 25. September mit dem Halbmond des ersten Viertels (Halbmond) zusammen, während der Mond direkt unter den himmlischen „Katzenaugen“ vorbeizieht.  Das Bild muss faszinierend sein.

Die Venus am Septemberhimmel

Unsere Nachbarin auf der Sonnenseite heißt Venus. Auch dieser Planet ist am Himmel im September zu sehen. Die Venus schimmert strahlend vor Sonnenaufgang vom Himmel. Anfang September können Nachtschwärmer und Sterngucker unsere liebreizende Nachbarin ab 02:13 Uhr beobachten. Am Ende der ersten Dekade verschiebt sich der Aufgang der Venus auf 2:27 Uhr. Das Ende der zweiten Dekade nutzt die Venus um noch später aufzugehen. Um 02:48 Uhr zeigt sie sich am Himmel. Zum Ende des Monats muss man schon überlegen, ob man noch oder schon wieder wach ist, denn die Venus zeigt sich ab 03:12 Uhr am nächtlichen Himmel.

Auch Uranus ist sichtbar am Himmel im September 2020

Das Licht, das der Uranus reflektiert ist am Septemberhimmel auch sichtbar. Das Licht der Sonne legt zum Uranus und danach zurück zur Erde schon 334 Lichtminuten. Das ist eine Strecke von etwa 6.000.000.000 km. Wenn Du also einen tiefen Blick in die Vergangenheit wagen möchtest, versuche den Uranus zu beobachten. Am Anfang des Monats geht der Eisriese um 21:30 Uhr auf. Am Ende der ersten Dekada kannst Du den Uranus ab 20:55 Uhr am Himmel finden. Zur besten Fernsehzeit, also um 20:15 Uhr geht der Uranus am 20.09.2020 am Himmel auf. Zum Ende des September zeigt sich der Eisriese dann schon ab 19:35 am Himmel.

Neptun und Merkur fehlen noch…

Der Nachbar der Sonne, der Merkur und der Planet mit der größten Entfernung zur Sonne, der Neptun sind für uns leider nicht am Himmel zu sehen, denn beide ziehen am Tag über den Himmel im September 2020.

Der Merkur am Septemberhimmel

In diesem Absatz hatte sich ein Fehler eingeschlichen. Ich wurde darauf aufmerksam gemacht und daher kommt hier die Berichtigung.

Der Merkur ist unserer Sonne am nächsten. Am Septemberhimmel zieht er am Tag seinen Bahnen. Am Monatsanfang geht der Merkur um 7:52 Uhr auf und geht gegen 20:36 Uhr unter. Im Monatsverlauf verschiebt sich der Aufgang und der Untergang immer weiter in den Tag – Ende der ersten Dekade 8:42 Uhr und 20:19 Uhr, Ende der zweiten Dekade 9:27 Uhr und 19:57 Uhr, zum Monatsende zeigt sich der Merkur am Himmel im Spetember 2020 von 10:00 Uhr bis 19:32 Uhr.

Neptun am Himmel im September 2020

Er ist verdammt weit weg und im Vergleich zur Erde besticht er mit dem vierfachen Erddurchmesser und dem rund 58 fachen Erdvolumen. Neptun ist, wie auch der Uranus ein Eisriese. Und er zeigt sich auch am Septemberhimmel. Zum Monatsbeginn geht der Planet um 20:08 Uhr auf und gegen 7:20 Uhr unter. Im weiteren Verlauf geht der viertgrößte Planet im Sonnensystem immer früher auf und auch unter. Zum Ende der ersten Dekade ist Neptun zwischen 19:32 Uhr und 6:43 Uhr zu sehen, am Ende der zweiten Dekade schaut der Eisriese den Sandmann mit (18:52 Uhr Aufgang, 6:03 Uhr Untergang) und zum Ende des September beginnt Neptuns Reise um 18:12 Uhr und endet um 5:22 Uhr.

Links neben der Milchstraße sind Jupiter und Saturn zu erkennen. Die beiden ziehen auch über den Septemberhimmel.
In der Neumondnacht im Juli habe ich die Nacht zwischen dem Dreisesselberg und dem Hochstein nach der tschechisch-deutschen Grenze verbracht. Dabei sind mir diese Aufnahmen der Milchstraße gelungen.

Tag-Nacht-Gleiche im September 2020

Der Juni hielt für uns den „längsten Tag“ bereit. Die Sonnenwende im Winter ist am 22.12.2020 und dazwischen ist dann am 22. September die Tag-Nacht-Gleiche, auch Herbstäquinoktium genannt. Damit beginnt dann der kalendarische Herbst, denn die Sonne bewegt sich weiter in Richtung Südhalbkugel. Dort wird an diesem Tag dann der Frühling eingeläutet. Das ganze passiert dann bei uns im März mit dem Frühlingsäquinoktium.

Der Mond am Septemberhimmel

Unser ständiger Begleiter eröffnete den Monat mit Vollmond. Experten streiten sich etwas, denn rechnerisch war der Mond am 01.09.2020 voll. In den meisten Zeitzonen ist der Mond jedoch erst am 2. September offiziell voll. Es wird manchmal als Vollkornmond bezeichnet. Diesen Spitznamen hat der Mond den Nordamerikanern zu verdanken. Zu dieser Zeit wird die Maisernte eingebracht. Folgende Namen wurden dem Vollmond noch angedichtet: Scheiding, Jagdmond, Gerstenmond, Holzmond, Engelmond.

Zur Zeit, als der Artikel entstanden ist, befinden wir uns in der Phase des abnehmenden Mondes. Halbmond am Septemberhimmel ist dann am 10.09.2020 um 11:25 Uhr. Nachdem der Mond weiter abnehmen wird, genießen wir dann am 17.09.2020 den Neumond am Himmel im September 2020 und sieben Tage später, am 24.09.2020 ist der Mond schon wieder halbvoll.

Ende September ist fast Vollmond, aber erst am 1. Oktober 2020 wird der Mond offiziell voll sein.

Die Sterne am Himmel im September 2020 (Quelle: Planetarium Berlin)

Sternkonstellationen am Himmel im September 2020

Die Sommerkonstellationen dominieren immer noch einen Großteil des Himmels, und das Sommerdreieck blendet in der Nähe des Zenits, sobald die Abenddämmerung endet.  Obwohl das Sommerdreieck keine offiziell anerkannte Konstellation ist, ist es eine herausragende Sternkonfiguration, die selbst in lichtverschmutzten städtischen Himmeln schnell entdeckt wird.  Es ist eines der besten Werkzeuge, um Dich beim Navigieren im nördlichen Sommerhimmel zu unterstützen, da die drei Sterne, die Du sehen kannst – Vega, Altair und Deneb – die hellsten Sterne in ihren jeweiligen Konstellationen sind: Lyra die Harfe, Aquila der Adler und Cygnus der  Schwan.  

Eine weitere hervorragende Sommerkonstellation ist Boötes, der Hirte. Boötes thront am frühen Abend im westlichen Himmel.  Es sieht aus wie ein Drachen mit dem brillanten Stern Arcturus, der den Schwanz des Drachens markiert.  Arcturus ist der hellste Stern am Sommerhimmel der nördlichen Hemisphäre.  

Ein weiterer Sommerklassiker ist das Sternbild Schütze, der Bogenschütze. Es ist dieses Jahr leicht am niedrigen südlichen Himmel zu finden, rechts von Jupiter und Saturn.  Nach der griechischen Mythologie ist Schütze ein Zentaur – halb Mensch, halb Pferd – und richtet seinen Pfeil auf den nahe gelegenen Skorpion.  Es ähnelt eigentlich eher einer Teekanne, aber Schütze klingt besser als Teekanne.  

Rechts oben auf der Venus siehst Du einige der hellen Winterkonstellationen wie Orion, den Jäger.  Während unsere Welt ihren Kreislauf um unseren Heimatstern fortsetzen wird, werden Orion und seine Band gegen Ende des Jahres unseren Abendhimmel übernehmen.

Genug der Vorschau! Nimm Dir etwas Zeit, um die Pracht der Septembersterne zu genießen. Wenn Du nach aktuellen Sternkarten suchst, empfehle ich Dir zu guter Letzt einen Besuch der Webseite vom Zeiss Planetarium in Berlin. Hier findest Du Sternkarten für jeden Monat.

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