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Der Himmel im Juni 2020

Es wird Sommer und die erste Hälfte des Jahres haben wir auch geschafft. Bisher muss man sagen, dass das Jahr 2020 ziemlich krass verläuft. In diesem, dem sechsten Beitrag aus der Reihe „Der Himmel im…“ geht es wieder um den Mond, die Planeten, die Sterne, einen Kometen und um die Sonne und was uns diese Protagonisten am Himmel im Juni 2020 zeigen.

Ein kleiner Rückblick

Im April habe ich die Lyriden gejagt und einigen eingefangen. Im Nachgang habe ich dann einen Zeitraffer produziert. Bevor wir also den Himmel im Juni 2020 besprechen, gönnt Euch etwa drei Minuten für diesen Film.

Die Lyriden und die Starlink Satelliten

Was passiert am Himmel im Juni 2020?

Es fängt gleich mit einem getrübten Licht an, denn am 5. Juni ist nicht nur Vollmond, es ist auch die zweite Halbschattenfinsternis des Jahres. Der aufmerksame Teil meiner geneigten Leserschaft wird sich eventuell an den Januar erinnern. Auch da gab es eine Halbschattenfinsternis und passend dazu eine große Menge Klugscheißerwissen. In den warmen Monaten ist so ein Ereignis auch entspannter zu beobachten, denn die Nachttemperaturen laden dazu ein, den Himmel zu beobachten. Der Vollmond im Juni geht gegen Sonnenuntergang auf und zieht einen niedrigen Bogen nach Westen über den südlichen Horizont. In Asien, Australien, Europa und Afrika wird es in dieser Nacht eine partielle Halbschattenfinsternis geben. Der Mond tritt dann zum Teil in den helleren Schatten der Erde ein. Vermutlich ist dieses Ereignis kaum wahrnehmbar.

Da schwant uns doch ein Komet am Himmel im Juni 2020

Der Komet Swan zeigt sich in den ersten Tagen des Juni am frühen Abend. Gegen Ende der Dämmerung kann man den Kometen, dessen offizieller Name C / 2020 F8 (Swan) lautet, am nordwestlichen Horizont.
Mit bloßem Auge ist der Komet kaum sehen, es wird wahrscheinlich ein Fernglas, besser ein Teleskop notwendig sind, um den Komenten zu erkennen. Swan ähnelt eher einem verschwommenen „Stern“ mit einem schwachen Schwanz, der nach rechts oben zeigt.

Planeten am Himmel im Juni 2020

Nicht weit von Swan entfernt ist in der Abenddämmerung der Planet zu erkennen, welcher der Sonne am nächsten ist. Mit bloßem Auge ist dann im Nordwesten der Planet Merkur zu erkennen. Selbst mit einem Teleskop werden die Oberflächendetails des Planeten nicht zu erkennen sein, gut zu erkennen ist dann seine Sichelform. Der Merkur durchläuft Phasen wie der Mond, da seine Umlaufbahn um die Sonne innerhalb der Erdumlaufbahn liegt. Bereits am 4. Juni 2020 kann man den Planeten im Westen beobachten. Er wird um 20:02 Uhr aufgehen und um 22:52 Uhr wieder am Horizont verschwinden.

Unsere Nachbarin die Venus, die seit November unseren Abendhimmel beherrschte, hat diesen verlassen. Als Morgenstern wird die Liebesgöttin in der letzten Juniwoche sich am frühen Morgen knapp über dem Horizont in Ost-Nordost zeigen.

Sommergestirne im Juni 2020

Zum Beginn der zweiten Juniwoche verlässt der Mond den frühen Abendhimmel. In diesen dunkleren Himmeln können Sie wirklich den langsamen Übergang von Frühlings- zu Sommersternen und Sternbildern sehen. Suchen Sie nach einem sehr hell leuchtenden, orangefarbenen Stern. Das ist Arcturus mit einem Durchmesser von rund 35 Millionen Kilometern. Damit ist dieser Stern knapp 25 mal so groß wie unsere eigene Sonne. Ihr Durchmesser beträgt 1,4 Millionen Kilometer. Arcturus ist 37 Lichtjahre entfernt. Das entspricht etwa 350 Billionen Kilometern Entfernung.

Was war vor 37 Jahren, als sich das heute sichtbare Licht auf den Weg zu uns machte? Ich war acht Jahre alt, Ronald Reagan war Präsident der Vereinigten Staaten, das Internet gab es noch nicht…

Arcturus ist der hellste Stern im Sternbild Boötes, der Jagdbauer, der eigentlich eher wie ein riesiger Nachtdrachen aussieht. Arcturus ist am Schwanz des Drachens.

Am östlichen Himmel erscheinen die Sterne des Sommers zum ersten Mal am Abend. Vorreiter ist Vega, der hellste Stern von Lyra der Harfe. Etwas links unter Vega befindet sich Deneb, der hellste Stern aus dem Sternbild des Schwan. Innerhalb dieses Sternbilds kann man leicht den Asterismus, das „Nordkreuz“, sehen, das sich seitwärts erhebt. Deneb liegt oben am Kreuz und ist mindestens 1500 Lichtjahre entfernt. Hier wird also sehr weit in die Vergangenheit geblickt.

Am niedrigen südostlich Himmel im Juni 2020 ist eine weitere Sommerkonstellation auf dem Vormarsch, der Skorpion. Das Sternbild des Skorpion ähnelt wirklich dem, was es sein soll. Sein hellster Stern Antares und markiert das Herz des Himmelsskorpions. Rechts oben von Antares sehen Sie drei diagonal aufgereihte Sterne, die den Kopf des Tieres umreißen. Antares ist ein unglaublich großer Stern. Die Erde würde sich immer noch im inneren Kern von Antares befinden, wenn Sie ihn anstelle unserer Sonne in unser Sonnensystem setzen!

So in etwa muss man sich den Himmel im Juni 2020 vorstellen. Die Planeten Saturn und Jupiter sind sehr gut zu erkenne, auch Antares im Sternbild des Skorpion ist zu erkennen.
Neben Saturn (1) und Jupiter (2) habe ich in diesem Bild Antares (3) im Sternbild Skorpion (4) markiert. Gut zu erkennen ist auch die Milchstraße.

Planeten als Katzenaugen am Himmel im Juni 2020?

Astrofotografie ist nichts für Leute, die gern pünktlich ins Bett gehen. So sind zum Beispiel gegen Mitternacht zwei Planeten zu sehen, die mancher auch als „Katzenaugen“ bezeichent. Die zwei superhellen nebeneinander liegenden Sterne sind tatsächlich die größten Planeten unseres Sonnensystems, Jupiter und Saturn.

Wenn Sie pünktlich ins Bett gehen, gibt es auch die Möglichkeit vor Sonnenaufgang nach den Planeten Ausschau zu halten. In Richtung Süd-Südwest sind die beiden Planeten ungefähr eine Stunde vor Sonnenaufgang sichtbar. Jupiter, der heller scheinende und etwas rechts unterhalb der Saturn sind dann auch mit einem Fernglas gut zu beobachten.

Der Junimond, der sich hier als zunehmender Mond am Himmel im Juni 2020 zeigt.
Der zunehmende Junimond am Himmel im Juni 2020.

Und nochmal der Mond

Der abnehmende Mond wird am 8. und 9. Juni eine mit Jupiter und Saturn ein Spektakel abziehen.In den frühen Morgenstunden zieht unser Erdtrabant unter den Planeten vorbei. Am 12. und 13. Juni hängt der letzte Viertelmond halb unter dem Mars und sorgt für ein großartiges himmlisches Ereignis!

Sonnenfinsternis am Himmel im Juni 2020?

Tatsächlich gibt es am 21. Juni 2020 eine ringförmige Sonnenfinsternis zu sehen. Allerdings nicht in Europa und auch nicht in Amerika. In den meisten Teilen Afrikas und Asiens wird es eine ringförmige Sonnenfinsternis zu sehen geben. Ringförmige Finsternisse ähneln totalen Finsternissen, erzeugen jedoch nicht die dramatische Dunkelheit der Totalität. Dies liegt daran, dass die Sonnenfinsternis während der monatlichen maximalen Entfernung des Mondes von der Erde auftritt, sodass die Mondscheibe nicht groß genug ist, um die Sonne vollständig zu bedecken. Mit einem kleinen bis mittelschweren Teleskop verbessert sich Ihre Sicht auf die Riesenplaneten dramatisch. Sie werden einige von Jupiters helleren Wolkenbändern und möglicherweise Jupiters großen roten Fleck sehen. Sie sollten auch das Ringsystem des Saturn viel deutlicher sehen.

Es geht bergauf, bis zum 21. Juni

Der Juni ist der Monat der kurzen Nächte. Wenn Astrofotografie auch vom Wetter sehr angenehm wäre, hat man die wenigste Dunkelheit. Das ändert sich im Juni 2020 am Himmel. Denn die Sonne erreicht den Zenit bei 23,5° nördlicher Breite am 20.6.2020 um 23:44 Uhr. Der 21.06.2020, auch Sommersonnenwende bzw. kalendarischer Sommeranfang wird auch als der längste Tag bezeichnet. In unseren Breitengraden geht die Sonne sehr früh auf und erst sehr spät wieder unter. So richtig Dunkel wird es gar nicht, je weiter man in Richtung Osten unterwegs ist.

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