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Der Himmel im Juli 2020

Im Juli ist auf der Nordhalbkugel Sommer, also kann man Abends und Nachts den Himmel beobachten ohne zu frieren. Der Himmel im Juli 2020 hält auch einiges bereit. Wie meine geneigte Leserschaft es gewohnt ist, stelle ich in der Reihe „Der Himmel im…“ die sprichwörtlichen Highlights vor.

Die Sonne am Himmel im Juli 2020

Unser Heimatplanet – nach aktuellem wissenschaftlichen Stand der einzig bewohnte Planet – die Erde erreicht ihren Aphel am 4. Juli 2020. An diesem Tag ist die Sonne 152.095.000 km von der Erde entfernt, weiter weg als zu jeder anderen Zeit im Jahr 2020. Das Licht der Sonne benötigt für den Weg zur Erde dann 8:27.33 Minuten. Wenn man sich das kurz mal bewusst macht, sehen wir also in die Vergangenheit, wenn wir das Sonnenlicht betrachten.

Die Sonne am Himmel im Juli 2020 ist besonders weit weg!
Dieser Halo entstand im Mai. Eiskristalle in der Luft verursachen diese Erscheinung. Im Juli 2020 wird sich die Sonne am weitesten von der Erde entfernt haben.

Warum gibt es Aphel und Perihel?

Wenn wir umgangssprachlich sagen, dass der bewohnte stein, den wir Erde nennen, um die Sonne kreist, ist das falsch. Wir umrunden die liebe Sonne in einer Ellipse. Darum ändert sich unser Abstand zur Sonne im Laufe eines Jahres. Beim Perihel (im Januar) ist die Erde etwa 5 Millionen Kilometer oder 16,6 Lichtsekunden näher an der Sonne als beim Aphel im Juli. Im Winter sind wir also faktisch näher an der Sonne, sie scheint etwa 7% heller, aber wir frieren… VERRÜCKT

Haben Perihel und Aphel Auswirkugen auf unser Klima?

Wenn man sich überlegt, dass bei uns auf der Nordhalbkugel Sommer ist, wenn die Sonne am weitesten entfernt ist und wir im Januar frieren, obwohl die Sonne 5.000.000 km näher an der Erde ist, kann man die Frage mit nein beantworten. Denn es kommt hinzu, das unsere Erde mit einer geneigten Achse durch unser Sonnensystem reist. Ein geringer Einfluss auf das allgemeine Klima ist zwar gegeben, aber dieser ist für uns nicht spürbar.

Der Mond am Himmel im Juli 2020

Der zunehmende Junimond am Himmel im Juni 2020.
Der zunehmende Mond zeigt sich auch am Himmel im Juli 2020.

Mondphasen am Himmel im im Juli 2020

Vollmond im Juli 2020

Der Heumond oder Bockmond zeigt sich am Himmel im Juli 2020. Diese Namen hat der Vollmond, der uns am 5. Juli 2020 die Nacht zum Tage macht. Weitere Namen für den Vollmond im Juli sind Donnermond, Sonnenmond, Würzmond, Bärenmond.

Die Legenden und Mythen über Werwölfe, höhere Kriminalitäts- und Krankheitsraten wird unser Trabant nicht los, weil er einfach die menschliche Fantasie beflügelt. Astronomonen und Astrofotografen mögen den Vollmond nicht sonderlich, denn er reflektiert das Sonnenlicht die ganze Nacht über mit einer solchen Intensität, dass die Sichtbarkeit schwächerer Objekte und auch der Milchstraße beeinträchtigt wird.

Schuld ist die Geometrie: Damit der Mond von der Erde aus gesehen vollständig beleuchtet wird, muss die liebe Sonne auf der direkt gegenüberliegenden Seite sein. Daher finden Sonnenuntergänge immer gleichzeitig mit einem aufgehenden Vollmond statt. Der Mondaufgang ist wunderbar anzusehen, aber in der Nacht ist es für Sternbeobachtungen zu hell. Außerdem ist der Vollmond einfach nicht so interessant. Da die Mondfläche aus unserer Perspektive direkt von „vorne“ beleuchtet wird, entsteht eine flache helle „Scheibe“ ohne Schatten, die normalerweise von Bergen und Kratern geworfen werden. Erfahrene Mondbeobachter führen ihre Beobachtungen etwas früher oder später im Mondzyklus durch, während der Halbmond-, Viertel- oder Dreiviertelmondphase.

Weitere Mondphasen im Juli 2020

Am 13. Juli zeigt sich die abnehmende Hälfte des Mondes am Himmel. Um 1:28 Uhr hat der Mond dann die Hälfte abgenommen. Nun kommt es zu der berühmten Sichelform und am 20. Juli beginnt mit dem Neumond um 19:32 Uhr die nächste Lunation. Am Himmel im Juli 2020 sehen wir dann am 27.07.2020 den zunehmenden Halbmond.

Lunar libration with phase Oct 2007 450px.gif
Von TomruenLunar_libration_with_phase_Oct_2007.gif, Gemeinfrei, Quelle: Wikipedia

Planeten am Himmel im Juli 2020

Jupiter und Mond

Gerade habe ich die Phasen des Erdtrabanten im Juli beschrieben. Am 5. Juli 2020 nach Sonnenuntergang gehts nicht nur mit dem Mondaufgang weitern. Eine nahe Begegnung zwischen Jupiter und Mond zeigt sich am Himmel im Juli 2020. Um 23:24 sind beide 10° über dem südöstlichen Horizont im Sternbild Schütze sichtbar.

Solche Begegnungen werden allgemein als Konjunktionen bezeichnet, wenn sich die beiden Objekte entweder die gleiche ekliptikale Länge oder die gleiche Rektaszension teilen. Dies kann leicht von der Zeit abweichen, bei der sie den geringsten Abstand haben. Die Konjunktion für die Begegnung am 5. Juli um 22:53 von Jupiter und Mond ist von meinem Standort aus nicht sichtbar. Gegen 23:24 Uhr werde ich trotzdem einen einen Blick riskieren, da die beiden Protagonisten immer noch sehr nah beieinander am Himmel erscheinen werden.

Mars und Mond

Eine Woche nach der Begegnung von Jupiter und Mond, gehen Mars und Mond auf Kuschelkurs. Um 01:33 zeigen sich die beiden Himmelskörper 9° über dem östlichen Horizont und passieren einander innerhalb von 2,69° im Sternbild Walfisch. Die eigentliche Konjunktion tritt am 11. Juli um 22:32 Uhr ein, wenn sich der Mond unter dem Horizont befindet Um 01:33 Uhr am 12. Juli 2020 werde ich dann in den Himmel im Juli 2020 schauen, denn zu dieser Zeit ist unser roter Nachbar unserem Trabanten sehr nahe.

Jupiter am Himmel im Juli 2020

Die Erde durchläuft ihre jährliche Umlaufbahn und erreicht einen Punkt, an dem sich die Sonne und der Planet Jupiter in entgegengesetzten Richtungen befinden. Zu dieser Zeit befindet sich Jupiter damit in Opposition. Das stellt auch die größte Annäherung der Erde an den Gasriesen dar.

Diese Anordnung mehrere Vorteile:

  • Die Erde liegt etwa 300 Millionen Kilometer näher am Jupiter als bei der Konjunktion.
  • Der Jupiter erscheint 68 % größer und 1,3 Magnituden heller.
  • Es wird auch reichlich Beobachtungszeit geben, denn wenn die Sonne am Abend des 14. Juli um 21:03 untergeht, geht Jupiter auf und bleibt die ganze Nacht sichtbar.

Spannend ist auch hier zu wissen, wie alt das Licht ist, das wir sehen werden. Die Sonne sendet ihr Licht zum Jupiter über eine Strecke von 778 Mio. Kilometer. Das Licht benötigt für diese Strecke 43 Minuten.

Während der Opposition benötigt das Licht etwa 35 Minuten für die Strecke vom Jupiter zur Erde. Wir sehen das vom Jupiter reflektierte Sonnenlicht. Somit ist das Licht 78 Minuten alt, wenn wir es mit unseren Augen wahrnehmen.

Neben Saturn (1) und Jupiter (2) habe ich in diesem Bild Antares (3) im Sternbild Skorpion (4) markiert. Gut zu erkennen ist auch die Milchstraße.
Neben Saturn (1) und Jupiter (2) habe ich in diesem Bild Antares (3) im Sternbild Skorpion (4) markiert. Gut zu erkennen ist auch die Milchstraße.

Saturn am Himmel im Juli 2020

Auch der Saturn begibt sich in Opposition zur Erde und zwar am 21. Juli 2020. An diesem Abend geht der Saturn um 20:56 Uhr auf und bleibt auch die ganze Nacht sichtbar.

Auch hier gibt es eine Reihe von Vorteilen, in dieser Konstellation:

  • Die Erde ist hier etwa 300 Millionen Kilometer näher am Saturn als bei der Konjunktion.
  • Der Saturn erscheint 39 % größer und 1,7 Magnituden heller.
  • Es ist Neumondphase, damit wird der Erdtrabant nicht mit seinem Licht stören.

Im vorhergehenden Absatz habe ich beschrieben, dass das Licht vom Jupiter etwa 78 Minuten alt ist, wenn wir es wahrnehmen. Wie verhält sich das beim Saturn?

Von der Sonne zum Saturn ist das Licht schon 79 Minuten unterwegs, also in etwa so lange, wie das Sonnenlicht für seinen Weg über den Jupiter zu uns auf die Erde benötigt. Nun muss das Licht noch zur Erde zurück. Für die Strecke von ca. 1.354.655.000 km (mittlere Entfernung) benötigt das Licht wiederum etwa 75 Minuten. Das Licht ist also schon locker 2:34 h alt, wenn wir es auf der Erde wahrnehmen.

Merkur am Himmel im Juli 2020

Am 22. Juli 2020 rückt der Planet Merkur in unser Sichtfeld. Der direkte Nachbar der lieben Sonne erreicht seine größte westliche Elongation von 20° am frühen Morgen des 22. Juli. Um 4:03 Uhr geht der heiße Stein im Osten auf. Bei Sonnenaufgang steht Merkur 12° über dem Horizont. Er verblasst schnell am heller werdenden Himmel.

Die Umlaufbahn des Merkur liegt weiter innen als die Erdbahn und nahe genug an der Sonne, sodass er nie weit von der Sonne entfernt über unseren Himmel wandert. In den meisten Nächten geht Merkur so nah an der Sonne auf oder unter, dass es unmöglich ist, ihn zu beobachten. Nur in der Zeit der maximalen Elongation (Winkel zwischen Planet und Sonne am Himmel) bleibt Merkur über dem Horizont, nachdem es dunkel geworden ist.

Ich wünsche Euch einen tollen Juli mit vielen klaren Nächten, Sternbildern, Satelliten, und Planeten. Wenn Ihr jetzt denkt, dass es das für den Juli gewesen ist, dann lest besser noch diesen Artikel zu Sternschnuppen im Sommer.

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