Wale vor und Lobster auf Cape Cod

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 17 31.07.15

Guten Morgen auf Cape Cod. Ich lasse das Vorspiel mal weg, denn heute steht ein absolutes Highlight unserer Reise auf dem Programm. Nach einem gemütlichenn Frühstück checke ich besonders intensiv meine Fotoausrüstung. Heute darf kein Akku versagen. Heute darf keine Speicherkarte voll sein. Heute sehen wir hoffentlich Wale.

Nachdem ich also meine Ausrüstung geprüft habe – so ca. vier oder fünf Mal und die Verpflegung für die Tagestour eingepackt war, ging es los. Wir fuhren also nach Provincetown um mit Dolphin Fleet Whale Watch auf große Fahrt zu gehen. Wale zu beobachten wird auf der Insel in nahezu in jedem Ort angeboten. Die Bewertungen im Netz haben uns im Vorfeld schon diesen Anbieter auswählen lassen – euch ist das sicher egal, denn ihr wollt doch auch nur Wale sehen. 😛

Wale vor Cape Cod

Pünktlich um 12:30 Uhr gingen wir an Bord unseres Schiffes. Die Dolphins VIII lag im Hafen von Provincetown und wir setzten uns auf der Backbordseite am Heck hin. Schon bei der Ausfahrt aus dem Hafen machte ich meine Ausrüstung startklar, denn ich wusste nicht, wann wir die ersten Wale sehen werden.

Die Fahrt über den glatten Atlantik war bei herrlichem Sonnenschein sehr entspannt. Wir konnten von unserem „Walfänger“ aus die Insel betrachten und ich konnte erste Testaufnahmen machen. Mit einer ISO 200 konnte ich entsprechend kurze Belichtungszeiten erreichen. Der Himmel war blau und die Wale hätten jetzt auftauchen können, doch es hieß noch warten.

In einem ruhigen Moment sah ich am Horizont eine kleine Wolke. Ich beachtete die nicht weiter, bis daneben eine neue Wolke aufstieg. Ich war mir nicht sicher, was ich da sah. Doch dann sah ich die erste Schwanzflosse und es war klar.

Wale voraus!

Was jetzt kam, kann man mit Fotorausch beschreiben. Ich drückte immer wieder ab. Die Dolphin VIII verlangsamte deutlich die Fahrt. Um uns herum sahen wir immer wieder Schwanzflossen und Rückenflossen. Mal einzeln, dann in der Gruppe – die Wale schienen völlig ungestört immer wieder aufzutauchen. Ich habe mir gewünscht, dass ich einen springenden Wal erfassen kann. Es ist mir gelungen! Mit einem lauten YES! brachte ich meine Freude zum Ausdruck. Im nächsten Moment – ich stand gerade bei meiner lieben Ehefrau – tauchten direkt am Heck zwei Wale auf. Zum Greifen nah waren diese Wale. In diesem Moment standen wir Junghähne ganz zufällig zusammen. Es war ein Moment voller Energie und Frieden. Diese riesigen Meeressäuger so nah zu erleben, war absolut fantastisch. Eine ältere Dame kämpfte mit Freudentränen. Das sie so nah an Wale herankam, hätte sie wohl nicht erwartet. Der besten Ehefrau von allen und mir ging es ähnlich.

Ich machte mich auf den Weg nach vorne. Am Bug angekommen, traute ich meinen Augen nicht. Ein Wal tauchte direkt vor uns mit dem Kopf nahezu senkrecht auf. Es schien, als schaue er nach, was da an der Oberfläche ist. Ich drückte den Auslöser und dieses riesige Tier tauchte sanft wieder ins Meer ab.

Reicht das nicht?

Immer wieder fing ich die Schwanzflossen der Wale ein. Dabei entstand folgender Dialog zwischen meiner lieben Nicki und mir:

Ich: „Guck mal Schatz, ich habe wieder tolle Schwanzflossen fotografiert.“
Sie: „Wieviele hast Du denn schon?“
Ich: „So ca. 7 Milliarden.“
Sie: „Meinst Du nicht, dass das reicht?“
Ich: „Ich verstehe die Frage nicht.“ 😀

Eine Frau lachte, meine verdrehte etwas die Augen. Die lachende Frau kam auch aus Deutschland und war mit Tochter und Mann an Bord. Für mich ging die Jagd auf die Wale weiter. Unser Schiff nahm wieder Fahrt auf und ich machte mich dran, große Wasservögel im Flug zu fotografieren. Auch hier sind mir einige gute Schüsse gelungen.

Nach einiger Zeit, die ich mir mit der Erkundung des Oberdeck vertrieb, tauchten am Horizont wieder diese Wolken auf. Dieses mal wussten wir, was das heißt. Wieder tauchten Wale auf. Wieder hielt ich drauf. Wieder war es absolut fantastisch, diese Tiere zu sehen.

Zeit für den erhobenen Zeigefinger

Jeder, der diese Berichte liest, kann helfen, dass noch möglichst viele Generationen Wale in freier Wildbahn zu sehen bekommen. Es sind Kleinigkeiten, die unsere Umwelt schützen. Wenn jeder ganz viele dieser Kleinigkeiten beachtet, helfen wir alle mit.

  • Kauft keine Einkaufstüten aus Kunststoff.
  • Kauft Getränke in Mehrwegverpackungen.

Gerade diese leichten Dinge machen den Tieren im Meer das Leben so schwer. Jeder kann helfen!

Auf der Rückfahrt nach Provincetown habe ich mit Jasmin das Thema Umweltschutz ganz intensiv besprochen. Ja, unsere Umweltbilanz ist auf dieser Reise durch die Flüge nicht die beste. Wir achten jedoch mehr denn je darauf, dass wir auf Kunststofftüten verzichten. Wenn sich Kunststoff nicht verhindern lässt, muss das Zeug zumindest im Recycling landen.

Zurück nach Provincetown

Nachdem wir mit den sanften Riesen unsere Bekanntschaft geschlossen haben, ging es wieder zurück nach Cape Cod, genauer nach Provincetown. Wir waren absolut beeindruckt von den Erlebnissen. Die Wale zu sehen, sie fast berühren zu können war absolut gigantisch. Was da an positiver Energie zu erleben war, ist schwer in Worte zu fassen. Wenn Ihr die Chance habt, eine Tour zu machen, um Wale zu beobachten, nehmt die Chance wahr.

Übrigens: Der Rucksack meiner lieben Frau war an Bord um einiges leichter geworden…

Wieder am Hafen gingen wir erstmal zurück zum Auto. Wir hatten uns vorgenommen, dass wir heute das Urlaubsgeld vom lieben Opa Jochen auf den Kopf hauen und dass die Kinder Lobster probieren.

Erst Wale, jetzt Lobster

Wir zogen entspannt durch die Stadt und ließen uns etwas treiben. Immer wieder haben wir Geschäfte betreten. In den Läden gab es allerlei Kram. Unter anderem Uniformen von deutschen Polizisten, Lederkombis und andere skurrile Kostüme. Den Kindern haben wir das mit Mottoparties und Kostümen erklärt. 😉

Es gab auch ganz viel Läden mit wunderschönen Bildern und Kunstgewerbe. Zwischendurch kamen wir an Restaurants und Bars vorbei, die alle damit warben, den besten Lobster in P-Town anzubieten. Wir haben uns zunächst mal ein Eis geholt und sind weiter durch die Stadt gezogen.

Mein Appetit auf die Krebse wurde immer größer und so kehrten wir im Governors Bradford Restaurant ein. Im Außenbereich haben wir dann unseren Tisch gefunden. Neben Wasser, welches uns als Flatrate serviert wurde, haben wir uns für folgende Speisen entschieden:

  • Johanna und Jasmin jeweils ½ Lobster
  • Die beste Ehefrau von allen Lobster Salat
  • Ich 1 ¼ Lobster mit Kartoffelpüree (inkl. viel Garlic 🙂 )

Wir wurden mit Schürzen und Werkzeug ausgestattet und dann kam das Essen. In den Fotos findet Ihr auch unser Essen, so dass Ihr Euch ein Bild davon machen könnt. Jasmin bestellte Lemonade und ich hatte mich für ein Bier (alkoholfrei) entschieden. Nachdem wir alle bei Jasmin gekostet haben, bestellten wir eine große Runde Lemonade, denn es handelte sich um frisch zubereitete Zitronenlimonade. Oberlecker und gesund!

Johanna und der Lobster wurden keine Freunde, so dass meine liebe Frau dann mit ihr getauscht hat. Jasmin hat den Lobster aufgegessen, hat aber eine sehr zurückhaltende Begeisterung gezeigt. Ich selbst war froh, die Wahl so getroffen zu haben.

Im Anschluss schlenderten wir zum Auto. Nach 1 ¼ Stunden Fahrt haben wir unser Haus am See erreicht. Meine Mädels sind ins Bett verschwunden und ich habe auf der Terrasse mein erstes Panorama bei Nacht aufgenommen. Das Ergebnis ist einfach toll.

So neigt sich der Tag dem Ende entgegen. Die Beobachtung der Wale war grandios und der Tag war rundum schön. Jetzt heißt es wieder:

Danke fürs Lesen, Kommentieren und Teilen. Gute Nacht.

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