Ruhetag Nr. 2 oder Dramatik auf hoher See

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 16 30.07.15

Nach drei aufregenden Tagen im Empire State wurde für den heutigen Tag mal ein Ruhetag ausgerufen. Nach der langen Autofahrt gestern war unser Haus am See genau der richtige Ort für Entspannung, Erholung und Dramatik auf hoher See – aber dazu später mehr.

Wir haben Nachbarn!

Etwas hat sich verändert. Da sind Geräusche, die wir hier nicht kannten. Huch, das Nachbarhaus ist ja mal bewohnt. Mal sehen, was das für Leute sind. Noch ein Highlight testen wir ab heute, unsere Außendusche. Wenn kreischende Kinder ein Gradmesser für Spaß unter der Dusche sind, hat unsere Außendusche alle Vorgaben erfüllt. Wer jetzt an eine Außendusche Marke Campingplatz denkt, liegt falsch. Natürlich ist unsere Dusche mit einer Mischbatterie versehen und man kann so ganz frei seine Wohlfühltemperatur einstellen. Die Mädels haben aber die Angewohnheit mit entsprechendem Lärmpegel noch Kalt zu duschen. Die Nachbarschaft wurde darüber auch informiert. 😀

So ein Ruhetag beginnt man – nach dem Duschen – am besten mit einem entspannten Frühstück. Heute wurden zusätzlich Blaubeeren und Pfirsiche gereicht – die wir gestern auf dem Feld gekauft haben. Nach dem Frühstück wurden nochmal Postkarten geschrieben, damit auch alle eine bekommen, die wir mit Grüßen aus Amerika erfreuen wollten. Die Kinder tobten sich im Garten und am Steg ausgiebig aus und ich wechselte zwischen Sessel und Terrasse. Nach jedem Wechsel gab ich mich wieder der Entspannung hin.

Auto fahren am Ruhetag?

Bei der Planung der nächsten Stunden und Tage fiel uns auf, dass unsere Vorräte an Lebensmitteln zur Neige gingen. So hieß es rein ins Auto und ab zum Supermarkt. Neben den üblichen Dingen haben wir auch besonders wohl schmeckende Weintrauben entdeckt. Diese durften bei keinem Ausflug oder beim Frühstück oder als Snack oder so nebenbei oder zum Mittag oder zum Abend fehlen.

Für die Postkarten fehlten uns noch Briefmarken. Aus New York wussten wir, dass die Marke für den Versand nach Europa 2,50 $ kostet. Was wir nicht wussten, wir wurden beim Kauf der Briefmarken in New York übers Ohr gehauen. An unserem Ruhetag steuerten wir eine Poststation an und erlebten eine Überraschung. Statt 2,50 $ kostet der Versand einer Postkarte nach Europa nur 1,25 $. Was lernen wir daraus?

  1. In den USA steht auf der Briefmarke kein Preis.
  2. Briefmarken kauft man am besten im Postoffice.

Mit dieser Lehre und den Einkäufen ging es zurück ins Haus, der Ruhetag musste weiter ausgiebig zelebriert werden.

Jetzt fahr’n wir über’n See

Nachdem wir die Einkäufe eingelagert haben, gab ich mich wieder der Entspannung hin, ist ja Ruhetag. Auf einmal waren Johanna und Jasmin ganz geschäftig unterwegs. Ich kümmerte mich nicht, bis ich sah, dass die Kajaks, die gerade noch unter der Terrasse lagen, fachmännisch am Steg vertäut waren. Im nächsten Moment rumpelte es aus Richtung der Garage und die Mädels kamen mir mit Schwimmwesten entgegen. Fröhlich lachend kündigten sie an, dass sie jetzt zur Sandbank paddeln werden. Aha! 😯

Meine liebe Ehefrau – die beste von allen – erklärte dann, dass es sich dabei um eine reine Damentour handeln werde. Jasmin paddelte wie gewohnt alleine, Johanna und meine Nicki teilten sich ein Kajak. Ich wurde zum Smutje ernannt und durfte meine Piraten nach erfolgreicher Karperfahrt ein Mahl reichen. Ich? Kochen? Am Ruhetag? Okay, aber nur mit der passenden Musik.

Meine Schrecken des Swan Pond machten sich also auf den Weg zur Sandbank und ich verzog mich in die Kombüse.

Ruhetag vs. Seenot

Während ich am Ruhetag also in der Küche schufften musste, vergnügten sich meine drei Damen auf der Sandbank. An dieser Stelle wieder mal ein Auszug aus den Notizen meiner lieben Frau:

• Wasser heute höher auf Sandbank, Halterung mit Paddel hielt Kajaks nicht ganz und musste immer wieder fest gesteckt werden.
• Mädels genossen es von der Sandbank ins Wasser zu springen, dann ging’s wieder zurück.

Was ich während meiner harten und schweren Küchenarbeit am Ruhetag nicht mitbekam, war absolute Dramatik auf hoher See. Während der Rückfahrt hatten meine Piratenbräute mit kräftigem Gegenwind zu kämpfen. Das doppelt besetzte Kajak ließ sich schwer steuern und beim Gegensteuern passierte es dann. Johanna und Nicki kenterten. Bevor ihr die DGZRS ruft, lasst Euch sagen, dass Nicki noch gut stehen konnte und auch Johanna mit ihren Zehenspitzen den Boden berührte.

Jasmin – ein Profi auf dem Kajak – eilte den Schiffbrüchigen zur Hilfe. Das Kajak konnte gedreht werden, Jasmin hielt es fest und Johanna entkam Neptuns Griff als Erste. Auch meine Nicki konnte sich ins Kajak ziehen und die Fahrt konnte fortgesetzt werden.

Als ich auf dem Vorderdeck erschien, um das – am RUHEtag – unter größten Anstrengungen in der Kombüse bereitete Mahl anzukündigen, wurde ich über die dramatischen Ereignisse informiert. Mein erste Gedanke: Wenn das meine Schwiegermutter hört… 😀

Die von mir zubereiteten Nudeln mit Würstchen schmeckten nach diesen Erlebnissen nochmal so gut. Anschließend gingen meine Piratenbräute das Salz aus dem Pond abduschen – natürlich in der Außendusche.

Den Abend verbrachten wir damit, dass wir unsere Nachbarn beobachteten – nein, nicht die Nachbarn im Haus, sondern unsere tierischen Nachbarn auf dem Pond. Unsere Krabben Kurt, Karl und Cornelius labten sich an den Algen, die Graugänse und Schwäne naschten gemeinschaftlich von den Wasserpflanzen, Möwen zogen ihre Kreise und auch die beiden Fischadler versuchten sich im Fischfang.

So fand dieser Ruhetag ein Ende, nicht jedoch ohne dass ich meine Kamera nutzte um das Treiben auf dem See festzuhalten. Viel Spaß mit den Bildern.

Vielen Dank fürs Lesen, Teilen und Kommentieren. Gute Nacht.

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