Neue Höhen werden erobert – Empire State Building

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 5 19.07.15

Und täglich grüßt… Moment mal, schlafen die Kinder noch? Ja! Zum ersten mal im Urlaub mussten wir die Kinder wecken, das war gegen 7:00 Uhr. Auch heute wurde mein morgendlicher Gruß an die Stadt nicht erwidert, sicher wird das noch etwas werden. 🙂 Wie jeden Tag ging es dann in die Lobby unseres Hotels zum Frühstück.

Das morgendliche Frosten in der Lobby – wir nennen es Frühstück

Wie jeden morgen gab es Bagels – eine Sorte mit Rosinen und Zimt hatte meinen Gaumen erobert. Zudem gab es Cornflakes eines bekannten Herstellers (der mit dem K), verschiedene Sorten Aufstriche – kein Nutella 🙁 -und Kuchen. Ich gönnte mir morgens immer ein bis zwei Becher Orangensaft und die Kinder haben Rasberry Tee für sich entdeckt. Der Kaffee war auch ganz erträglich.

Wo geht’s heute hin?

Eines ist sicher, New York ist an jeder Ecke ein neues Abenteuer, welches die Stadt heute wohl für uns bereit hält?

Die Wegzehrung und die Trinkflaschen wurden verstaut. Fotoausrüstungen (bei mir das kleine Besteck) waren geladen und verstaut und Sonnencreme erinnerte uns daran, dass wir wirklich im Urlaub sind. Ihr kennt diesen bestimmten Geruch, den Sonnencreme verbreitet?

Heute haben wir fest den Besuch eines Gebäudes geplant, das mehrfach in seiner Geschichte das höchste Gebäude New Yorks war. Einmal auch nach den Anschlägen vom 11. September. Der New York Kenner weiß, es geht aufs Empire State Building.

Wo laufen sie denn?

Unseren Einstieg in die New Yorker Unterwelt stellte heute nicht die 72th. Street am Broadway dar, sondern die 72th Street am Central Park. Auf dem Weg dorthin fielen uns zahlreiche Absperrung und Polizei auf.

Was ist denn los? Jubelnde Menschen? Haben die uns etwa erkannt? Wie kommen wir auf die andere Straßenseite? Warum rennen dort so viele Leute? Da war doch was in den Nachrichten… Heute ist New York Triathlon!

Nachdem wir dann über einen leichten Umweg endlich zur U-Bahn kamen, hieß es wieder „Stand clear of the closing doors please!“ bis zur 34th Street.

Auf dem Weg zum ESB (so kürzen New York Profis das Empire State Building ab – nur dass Ihr es mal gelesen habt) waren noch Besorgungen zu erledigen. Eine neue Basecap für meine Frau und Postkarten für Familie, Freunde und Kollegen würden ausgesucht, die Postkarten wurden mit Briefmarken ausgestattet und bei diesem Shopping Trip wurde auch Johanna eine Basecap aus New York verpasst. Dann ging es schnell weiter, wir hatten doch ein Ziel.

Wo ist denn dieses Hochhaus?

Relativ schnell wurden wir von Promotoren angesprochen, ob wir auf das Empire State Building wollen und direkt das Ticket bei ihm kaufen wollen? Wir zeigten freundlich unsere New York Pässe und er wies uns weiterhin sehr freundlich den Weg zum Eingang. Der ist so unscheinbar, dass wir locker daran vorbei gelaufen wären. Die Wolkenkratzer sehen, wenn man daneben steht, alle gleich aus – nämlich hoch!

In der Halle aus Marmor begrüßte uns eine beeindruckende Abbildung des Empire State Building. Ich beschloss, dass ich das nach dem gelungenen Abstieg in Ruhe und ohne Zeitdruck fotografiere, denn wir wollten unbedingt rauf in die 86. Etage und den Ausblick genießen. Bevor wir hoch kamen, gab es die üblichen Kontrollen, wie wir diese von Flughäfen kennen. Meine liebe Ehefrau durfte die mitgeführte Nagelschere behalten. Hier muss ich einräumen, dass diese zum Wohl der Familie mit den Pflastern mitgeführt wurde. Blasenbildung ist bei den Wegen, die wir zurück legten nicht auszuschließen.

Wir buchten für unseren Aufstieg auch die 102. Etage mit – wenn schon, denn schon. Unsere New York Pässe ermöglichten uns zudem noch die Teilnahme am Skyride. Auf einer Leinwand lief ein Film mit Luftaufnahmen und die Plattform unserer Sitze wurde passend zu den zum Teil sehr wilden Flugbewegungen bewegt. Ein Spaß für Groß und Klein.

Rauf auf’s Empire State Building!

Nachdem wir die üblichen Schlängelgänge überwunden hatte, wurden wir noch fotografiert. Es ging mir gegen die Ehre als Hobbyfotograf, diese schlechten Bilder zu kaufen. Der nächste Schlängelgang war sehr übersichtlich – für uns. Reisegruppen und Familien nach uns sahen eine immer länger werdende Schlange vor sich.

Ratschlag für Euren New York Besuch: Geht am frühen Vormittag zu den Attraktionen, da ist es noch angenehm leer.

Dann ging es in den Aufzug. Auf den Gag mit dem Glasboden habe ich verzichtet 😉 . Es fand auch kein Entertainment statt, so dass eine eher ereignislose Fahrt in der 86. Etage endete. Nach unserem Besuch auf dem Rockefeller Center ahnten wir, was uns für ein Ausblick erwarten würde – dachten wir. Der Ausblick war wieder komplett anders und wieder überwältigend. Architekten, die sich in dieser Stadt verwirklichen durften, haben sich alle Mühe gegeben, den Besucher und Betrachter zu beeindrucken. Kurzer Hinweis an diese Künstler: Bei uns ist es Euch gelungen!

Was unterscheidet das Empire State Building vom Rockefeller Center?

Diese Frage ist nicht ganz objektiv zu beantworten – aber das ist auch nicht mein Anspruch 😛 :

1. Die Höhe

Das Empire State Bulding ist 381 Meter hoch (Architektonische Höhe) und die höchste Etage ist die 102. Etage – zu dieser kommen wir in diesem Eintrag noch). Das Rockefeller Center ist „nur“ 259 Meter hoch und verfügt über „nur“ 70 Etagen.

2. Die Aussichtsplattformen

Wenn in der Höhe das Empire State Building vorne liegt, gewinnt bei der Gestaltung der Aussichtsplattformen das Rockefeller Center ganz klar. Während das ESB (Ihr wisst schon, die Abkürzung der Profis 😉 ) eine Plattform in der 86. Etage hat – die 102. Etage kostet 20$ pro Person extra -, kann Top of the Rock mit drei großzügigen Plattformen punkten.

3. Absturzsicherheit vs. Fotografenwünsche

Hier geht der Punkt trotz der Gitter an das Empire State Building, denn die Glasscheiben auf dem Rockefeller Center stören beim fotografieren, wenn man keinen Polfilter nutzt um Spiegelungen zu „verstecken“.

Member of Club 102 – wir jetzt auch

Nachdem wir uns satt gesehen hatten – eigentlich geht das gar nicht – nahmen wir die 102. Etage in Angriff. Dort hat man den Eindruck, in einem Leuchtturm zu stehen – ein sehr hoher Leuchtturm, sehr weit weg vom nächsten Meer. Hier regelt eine Klimaanlage das Wetter und man kann auf sehr eingeschränktem Raum seine Runden drehen. Da sich eher wenige hier her auf den Weg machen, hatten wir unsere Ruhe und konnten den Ausblick genießen.

Auf dem Weg nach unten machten wir Bekanntschaft mit chinesischen Touristen. Bevor man sie sah – es waren vier Leute – hörten wir sie. Eine andere Familie im Aufzug wurde dann auch gefragt, woher sie denn kämen. Auf die eher einsilbige Antwort „Mexiko.“ kam ein aus allen chinesischen Mündern dieses „ohhhh Mechikoooo?!?“. Als dann um Präzisierung gebeten wurde und auch noch Cancun genannt wurde, war die Begeisterung nicht mehr zu stoppen. Immer wieder nickte man sich in der Gruppe zu und wiederholte „Cang-guhn“ (so ähnlich sprachen alle Mitglieder der chinesischen Gruppe das Wort aus). Als der Aufzug unten ankam, verließ die mexikanische Familie betont schnell den Aufzug und die Reisegruppe aus China warf sich quasi vor uns und verließ lautstark den Aufzug. Amüsant und speziell zugleich die chinesichen Touristen. Mein Spruch mit dem Glasboden wäre in diesem Aufzug gar nicht zum Tragen gekommen, so ließ ich es sein.

Jetzt was essen!

Der Ausgang war dann schnell gefunden – immer dem Cang-guhn nach 😀

Draußen angekommen, machte ich den Vorschlag, dass wir doch jetzt eine echte New Yorker Spezialität als Stärkung zu uns nehmen sollten. Also aßen wir am Fuße des Empire State Building einen Hot Dog. Da dieser nicht im Ansatz ein Sättigungsgefühl auslöste, wurden noch Brote, Obst und Gemüse aus dem Rucksack meiner lieben Ehefrau genüßlich verspeist.

An dieser Stelle möchte ich meinen Neid zum Ausdruck bringen! Wenn wir losgingen, war ihr Rucksack immer gefüllt mit den leckersten Dingen. Im Verlaufe eines Ausfluges wurde dieser Rucksack ständig leichter. Mein Rucksack war gefüllt mit dem Fotoequipment, immer schwer und er gewann durch die auf den Karten gespeicherten Bildern noch an Gewicht.

Wer bis hier so tapfer meinen Ausführungen gefolgt ist, darf auch gern Bilder ansehen.

Weiter geht’s…

Ein beliebter Satz während unserer Reise von mir war: „Und weiter geht’s…“ Eine Pause, die länger als eine Minute dauerte, ein Souvenirladen wurde betreten, ein Minion wurde entdeckt – und weiter geht’s! An einzelnen Stellen der Reise wurde das mit einem genervten „Jaha Papa!“ beantwortet. Am Fuße des ESB (nein es gefällt mir nicht, ich schreibe lieber Empire State Building) hatte ich mir noch Zeit für Fotos genommen, so dass mein „Weiter geht’s…“ nicht genervt aufgenommen wurde. Uns Eltern schlug die Frage entgegen, wo es denn jetzt hingehe. Unser nächstes Ziel war der erste Wolkenkratzer New Yorks. Wenn man heute vor dem als Flatiron Building bekannten Gebäude steht, wird einem erst bewusst, wie hoch die drei höchsten Wolkenkratzer in New York wirklich sind. Mit seinen 91 Meter und 22 Etagen ist es im Vergleich zum Chrysler Building (282 m, 77 Stockwerke), Empire State Building (391 m, 102 Etagen) und dem One World Trade Center (541 m, 104 Etagen) ein echter Winzling. Wir gingen also die 5th. Avenue Richtung Süd-Südost weiter.

Flatiron Building am Madison Square Park

Aufgrund seiner Bauweise gab es eine Besonderheit am Flatiron Building, die ich im Wikipediaeintrag zum Flatiron Building entdeckt habe.

Die aerodynamische Form des Gebäudes führt zu starken Luftströmungen in den anliegenden Straßen. Durch die Winde wurden die Röcke von Passantinnen hochgeweht. Die Polizei musste daher immer wieder Männer des Platzes verweisen, die sich am Gebäude aufhielten, um unter die Röcke der Frauen zu schauen.

Uns haben die Polizisten nicht verjagt, so dass wir auf einer schattigen Verkehrsinsel zwischen 5th Avenue und Broadway Fotos vom Gebäude und der Umgebung machen konnten. Dank der überall vorhandenen und kostenlosen Hotspots konnte ich sogar einen Facebook Post von dort mit einem Handypanorama versenden. Ihr sollt aber – sofern Ihr nicht bei Facebook meine Fans seit – in den Genuss von Bildern kommen, Ihr müsst hier auch viel mehr Text ertragen 😉 .

Zur absoluten Begeisterung der Kinder sind wir die 5th Avenue bis zum Washington Square gelaufen. Auf dem Weg dahin haben wir die Stadt einfach auf uns wirken lassen. Auf Höhe No. 1 5th Avenue wurde von einem Vegie-Restaurant kostenlos ein kühles Getränk verteilt. Auch wir haben uns den Genuss nicht entgehen lassen und waren begeistert. Hier konnte ich ganz einfach mitten auf der 5th Avenue stehen und Fotos machen, mitten in Manhattan ginge das nicht, ohne ein ohrenbetäubendes Hupkonzert auszulösen. Am Washington Square ist ein wunderschön eingerichteter Park. Ein Wasserspielplatz und viel Schatten lud zum Verweilen ein. Der Rucksack meiner Frau erfuhr weitere Erleichterung, während meine Speicherkarte immer schwerer im Rucksack wog – aber ich möchte mich nicht beschweren. Nach einiger Zeit hörten wir Applaus und wir fanden heraus, dass in dem Park verschiedene Künstler auftraten. Mitten im ansonsten hektischen New York ein Ort der Ruhe und der Kunst – einfach so. Das war ein angenehmer Kontrast. Nun ging es wieder in die heißen Schächte des Subway. Unsere Bahn wurde ab der 59th. Street zu einem Express und so rauschten wir fröhlich an der 72th. Street vorbei und fuhren bis zur 125. weiter. Von dort aus ging es dann mit einem Localtrain zurück. Dort enterten wir den Trader Joe’s und es gab Eis für alle!

Pizza für alle!

Jetzt habt Ihr schon so viel zu diesem Tag erfahren und es geht weiter, immer weiter… Da die Kinder auch zustimmten, machten wir uns auf den Weg zur Grand Central Station. Wir haben die Halle und das Treiben wieder auf uns wirken lassen und wir haben fotografiert. Der Apple Store wurde geschlossen und wir haben uns Richtung Timesquare auf den Weg gemacht. Wir wollten das Treiben dort auf uns wirken lassen – Fotografieren habe ich mir für später vorgenommen.

Und jetzt haben wir mal wieder Hunger und in einem Schnellrestaurant haben wir uns einfach mal eine Pizza bestellt. Das Pizzablech, das uns hingestellt wurde, hatte den Durchmesser von 50 cm – eine Käsepizza mit Hühnchen für vier Personen. Jeder hat sein Viertel verputzt. Johanna vom Pizzablech, die anderen von Papptellern. Als meine liebe Frau die Teller zusammen räumte, kam von Johanna ein Protest, den ich hier wörtlich wiedergebe: „Ey Mama, ich muss noch meinen Teller abkratzen!“

Das die New Yorker U-Bahn nach einem Tag mit so vielen Erlebnissen einschläfernd wirkt, wurde uns auf der Rückfahrt zum Hotel erneut bewiesen. Im Hotel angekommen waren die Kinder schnell im Bett und wir bereiteten den nächsten Tag vor, denn aufgrund der Planung und Buchungen wussten wir, dass unser Wecker um 5:00 Uhr klingeln wird – im Urlaub…

Euch vielen Dank für’s Lesen, Teilen und Kommentieren. Gute Nacht!

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: