Ein Tag in der Natur

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 12 26.07.15

Ausschlafen ist etwas ganz wunderbares. Hat der Erfinder / die Erfinderin von Ausschlafen wirklich schon alle Orden erhalten? Ist die Heiligsprechung erledigt? Wurden ihr/ihm Denkmäler errichtet? Heute, am zwölften Tag unserer Reise haben wir ausgeschlafen und anschließend ganz gemütlich gefrühstückt. Hatte ich schon gesagt, wie angenehm ruhig es hier auf Cape Cod ist? Ja? Dann wisst Ihr ja bescheid. 😉 Ein Ritual des Urlaubs hat sich nicht verändert. Vor jedem Ausflug werden Brote vorbereitet, Obst und Gemüse mundgerecht portioniert und verstaut. Auch am heutigen Tag wurde dieses Ritual mit einer Hingabe gepflegt, dass einem das Herz aufgeht.

Raus in die Natur

Das Wetter war wieder bedeckt und so haben wir uns für einen Besuch im Cape Cod Museum of Natural History in Brewster entschieden. Wir wussten nur vage, was uns dort erwartet, aber der Besuch dort war auch ein wenig dem instabilen Wetter gewidmet und, um es gleich zu sagen, es war ein voller Erfolg.

Das Museum besteht aus einem großzügigen Gebäude und einem tollen Weg zum Strand. Im Haus wird einem das Leben auf der Insel und im Ozean nahe gebracht. Wir konnten eine Fischadlerfamilie in ihrem Horst beobachten, dazu standen auch Ferngläser zur Verfügung. Vor einem großen Fenster war eine Futterstation aufgebaut, die Vögel und Nagetieren anlockte und so auch vor meine Linse brachte. Ein regelmäiges Ohhhhh erzeugten vor allem die Nager. Chip and Chap kennt Ihr vielleicht. Die beiden Streifenhörnchen ärgerten regelmäßig Donald Duck. Hier konnten wir die kleinen Nager in freier Wildbahn beobachten. Außerdem rannten auch immer wieder die amerikanischen Eichhörnchen durch die Szene. Auch die zu beobachtenden Vögel waren artenreich vertreten, so dass an diesem Tag auch die Natur im Fokus meiner Fotos lag. Die bequemen Sessel vor dem Fenster erleichtern die Arbeit eines Hobbyfotografen unheimlich. Die Kinder konnten während dieser Zeit basteln und sich mit Puzzeln der örtlichen Flora und Faune nähern.

Im Keller waren eine Reihe von Aquarien, in denen auch unsere Nachbarn, die Krabben vom Steg, zu sehen sind. In einem kleinen Becken kann man sehr gut sehen, was einem am Grund unseres Pond auch erwartet. Plattfische, Butterfische (sehen Aalen sehr ähnlich), Einsiedlerkrebse, Krebstiere in allen Größen und Muscheln. Ein echtes Wimmelbild ist dagegen übersichtlich gewesen. Wir konnten dann noch die Fütterung von Quallen und einem Hummer beobachten. Dem Hummer möchte ich nicht zu nahe kommen. Riesengroße, kräftige Scheren machten auch auf die Kindern ordentlich Eindruck.

Nachdem die Viecher alle ihr Futter hatten, gingen wir raus in die Natur, um den riesigen Außenbereich zu erkunden.

Picknick in der Natur

Wie schön ist es, in der Natur ganz entspannt ein Picknick zu machen, um dann festzustellen, dass ausgerechnet meine Brote im Haus geblieben sind. Also nicht im Haus des Museums, sondern im Haus am See. Ich nehme das nicht persönlich und ich habe trotzdem etwas essen können, aber es muss doch erwähnt werden, dass der Fahrer, Reiseleiter, Fotograf und Familienvater nicht versorgt war.

Wir stärkten uns für den „John Wing Trail„, der uns durch die Dünen zum Strand und ans Meer führen soll.

Ein Trail durch die Natur

Ich hätte Euch gern Hintergründe benannt, warum der Weg, den wir im folgenden beschreiten werden, John Wing Trail heißt. Die weiten des WWW gaben aber keine passende Antwort darauf, so dass ich Euch nur sagen kann: „Fahrt hin und informiert Euch dort.“ 😉

Der Weg führte uns zunächst an einem Schaukasten vorbei. Hier wurde gezeigt, wie lange einzelne Materialien in der Natur benötigen, bis sie zersetzt sind. In einer Gesellschaft, bei der selbst Papiertüten in Plastetüten eingepackt werden (das haben wir selbst erlebt), sollten diese Kästen vor jedem Supermarkt stehen.

Weiter ging es durch Marschland in die Dünen. Der Weg ist sehr gut ausgebaut, so dass wir auf einmal am Strand waren. Hier hieß es Schuhe aus und Barfuß laufen. Es war gerade Ebbe, so dass wir sehr weit laufen konnten. Unser Weg war gesäumt von allerlei Getier. Hier ein Einsiedlerkrebs, dort eine Möwe, an anderer Stelle wiederum eine Krabbe bzw. ein Gehäuse einer Krabbe. Der Rest des Krebstiers war höchtwahrscheinlich im Magen einer Möwe gelandet. Muscheln und Muschelteile in tollen Formen und Farben gab es zu sehen. Wir liefen durch kleine Fließe und konnten so das „Ende von Cape Cod“ ganz gut sehen.

An einer Stelle blieben wir eine Weile stehen, um den Wind und die Sonne zu genießen. Auf einmal standen wir im Wasser. Völlig unbemerkt kam das Wasser zurück, die Flut begann. Überall wurde der Rückweg Richtung Strand begonnen. Auch in der weiteren Nachbarschaft machten sich die Besucher auf den Weg zurück – allerdings mit dem Auto. Einige Strände sind hier für Autos zugelassen, so dass eine lange Kette von Allradfahrzeugen durch die tiefer werdenden Gewässer fuhr.

An dieser Stelle zeige ich mal einige Bilder aus der Natur, damit Ihr für den zweiten Teil den Augen etwas Abwechslung bieten könnt.

Auf nach P-Town

Die Flora und Fauna auf und um Cape Cod ist sehr maritim – was nicht wundert, da wir ja im Atlantik sind. Neben dem großen weißen Hai, der hier immer wieder gesichtet wird, liegt die Insel an den Routen der großen Wale. Somit hatten wir uns schon im Vorfeld für eine Walbeobachtungstour entschieden. Also sind wir nach Province Town (kurz P-Town) gefahren um die Tickets zu buchen.

Province Town zeichnet sich durch seinen liberalen Umgang mit gleichgeschlechtlichen Paaren aus und ist ein wenig deren Hauptstadt. An jeder Ecke in dieser Stadt sieht man die Regenbogenfahne und im Zentrum findet man Klubs, Bars und Theater, die auch mit Travestie-Shows werben – nach Aussagen der Promotoren ein Spaß für Groß und Klein. Durch diese Kultur ist es in dieser Stadt alles ein wenig entspannter. Heute sind wir aber nur hier, um die Tickets für das Whalewatching zu holen.

Anschließend ging es mit dem Auto wieder zum Haus am See. Dort angekommen, habe ich mich um die Bewohner des Sees gekümmert und einige Bilder von denen gemacht, die ich Euch am Ende dieses Berichtes gern zeige. Im Anschluss an das Abendbrot – es gab Nudeln 🙂 – ging es ans Kofferpacken, denn am nächsten Tag ging es Richtung Nord-Nordwest zu den Niagarafällen. Damit wir pünktlich loskommen, klingelt unser Wecker morgen früh um 6:00 Uhr.

Damit sage ich wieder Danke fürs Lesen, Teilen und Kommentieren. Gute Nacht.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: