Die Kieler Woche – ein Segeltörn

Ein Tag bei der Kieler Woche

Die Einladung eines Lieferanten machte es möglich, dass ich 2014 zum zweiten Mal die Kieler Woche besuchen und vom Wasser aus erleben konnte. Was die Marine auf Höhe Laboe macht und wie ich durch die Förde geschippert wurde, beschreibe ich hier.

Kieler Woche – erster Besuch

Ein Familienmitglied leistete seinen Wehrdienst bei der Marine und war im Rahmen seines Studiums in Kiel stationiert und dort im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit tätig. So kamen wir zu einer Einladung zur Kieler Woche – das war vor mindestens neun Jahren. Am Hafen lagen große Fregatten und Kriegsschiffe aus allen Ländern zur Besichtigung.

Für uns hieß es dann auch bald „Boarding“ auf einem Marineschnellboot. Beeindruckende 4.000 PS schoben uns dann im Standgas aus dem Hafen auf die Kieler Förde. Nach einer Führung durch Schiff saßen wir mit drei Marinesoldaten in einer Kajüte. Sie beschrieben mit glänzenden Augen von Ihren Fahrten. Ein Marinesoldat schloss mit den Worten „Schnellboot fahren ist geil!“. Damit würde er recht behalten – nur wusste ich das zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Der Kapitän erklärte dann, dass er in der Förde und im Ärmelkanal immer nur im „Standgas“ unterwegs sein darf. Dann begann die Besatzung uns Landratten zu zeigen, was das Boot zu leisten im Stande ist.

Nach und nach wurden drei weitere Maschinen mit jeweils 4.000 PS dazugeschaltet. Mit jeder Maschine ging ein Ruck durchs ganze Schiff. Zu letzt fuhren – nein – flogen wir mit 16.000 PS durch die Ostsee.

Bei der Einfahrt nach Kiel wurde ich noch Zeuge, wie die gesamte Besatzung auf Deck und alle angehörigen der Marine auf Höhe Laboe salutierten. Ich habe bei der Marine nachgefragt, was es damit auf sich hat. Ich bekam eine wirklich umfangreiche und detaillierte Auskunft:

„Schiffe/Boote erweisen beim Passieren des Marineehrenmals in Laboe den Flaggengruß. Kriegsschiffe führen gleichzeitig die Ehrenerweisung ”Front!” durch. Dazu wird durch Signal mit dem Horn oder der Batteriepfeife und das anschließende Kommando „Front nach Steuerbord“ bzw. „Front nach Backbord“ gerufen. „Front nach Steuerbord“ wird durch das einmalige Hornsignal oder durch einen langen und einen kurzen Pfiff mit der Batteriepfeife gegeben, „Front nach Backbord“ durch zweimaliges Hornsignal oder einen langen und zwei kurze Pfiffe mit der Batteriepfeife.

Auf das Signal und das Kommando zur Ehrenerweisung „Front“ stehen alle einzeln an Deck oder auf der Pier befindlichen Soldatinnen und Soldaten in der Grundstellung mit Front nach der befohlenen Schiffsseite still. Offiziere und Unteroffiziere mit Portepee grüßen.“

Dieser Moment beim Besuch der Kieler Woche hat sich bei mir ins Gedächtnis eingebrannt, denn in diesem Moment war absolute Ruhe auf dem Boot. Wenn man sich mit der Geschichte der Marine auseinandersetzt hat dieses Ehrenmal immer noch einen aktuellen Bezug, denn es steht zu Ehren aller Marineangehörigen, die im Dienst ihr Leben gelassen haben – zuerst für die unzähligen U-Boot Besatzungen die im zweiten Weltkrieg nicht heimgekehrt sind.

Der zweite Brauch, der mir sehr gut in Erinnerung geblieben ist, ist das so genannte Einlaufbier. Hier hat jede Besatzung ein ganz eigenes Ritual. Bei unserem Ausflug wurde an Deck ein sehr lang gezogenes Proooost zelebriert an dessen Ende die Besatzung gemeinsam und gleichzeitig die Bierflaschen öffnete – mit einem kräftigen Plopp. So endete ein erlebnisreicher erster Besuch auf der Kieler Woche.

Besuch in Laboe

Meinen zweiten Besuch auf der Kieler Woche habe ich mit einer Reihe von Terminen in der Umgebung von Kiel „garniert“. Am Abend hatte ich dann viel Zeit für einen Ausflug nach Laboe. Wie bestellt sollten die Sonne über Kiel – also auf der anderen Seite der Förde – untergehen. Dank des Dämmerungsrechners wusste ich, dass ich bis 20:02 Zeit hatte. Der Himmel zeigte sich von seiner schönen Seite, machte mir aber auch deutlich, dass ich den Sonnenuntergang nicht sehen werden, da eine dicke Regenfront sich vor die Sonne schob.

Kitesurfer und die Umgebung boten aber mehr als genug Motive, so dass meine Motivsuche erfolgreich war. Hier für Euch die Bilder dieses abendlichen Ausflugs.

Wir stechen in See – ein Segelten durch die Kieler Woche

Nach einer sehr entspannten und erholsamen Nacht ging es am nächsten Tag nach Kiel. In einem Yachtklub wartete ein Frühstück auf die ganze Gruppe und dann ging es auch schon an Bord. Ab jetzt gab es nur Wind, Wasser und eine Menge Schiffe und Boot.

So segelten wir an großen und kleinen Seglern vorbei und passierten den Marinehafen von Kiel. Erinnerungen an den ersten Besuch auf der Kieler Woche wurden wach. Seinerzeit lag ein russisches Kriegsschiff im Hafen. Bei meinem Besuch im Jahr 2014 lagen dort Kriegsschiffe aus der ganzen Welt. Im vorderen Teil des Hafens lag ein – wegen seiner Größe – beeindruckendes Kriegsschiff der U. S. Navy.

Wir kreuzten mit unserem Segelboot raus auf die Ostsee. Dabei passierten wir eine Menge großer und kleiner Boot, Schiffe, Dampfer, Segler usw. Die Kamera machte ihre Arbeit und ich habe es auch geschafft, aus der großen Anzahl der Bilder für Euch eine Auswahl zu erstellen.

Und wie geht die Geschichte weiter?

Nun, die Geschichte meiner Besuche der Kieler Woche endet hier. Wenn ich wieder einmal die Chance erhalte, mit einem Boot oder Schiff die Kieler Woche zu erleben, lasse ich Euch das gern Wissen. Bis dahin werde ich sicher noch weitere Themen für weitere Beiträge haben.

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