Auf nach Queens

Reisetagebuch unserer USA Reise Tag 4 18.07.15

Ins Museum mit den Kindern?!?

Was soll ich sagen? Kinder haben ihre eigene Uhr. Die beiden haben im Zimmer leise gespielt, so dass für uns gegen 7:00 Uhr die Nacht zu ende war. Mein morgendliches Ritual – ich habe jeden morgen das Fenster aufgemacht und aus voller Kehle „Good Morning New York“ gerufen – fiel auch an diesem Morgen nicht aus. Geantwortet hat wieder keiner 🙁 , aber das wird sicher noch. Zur Stärkung für einen neuen Tag in dieser wahnsinnig aufregenden Stadt ging es wieder in die Lobby und zum Frühstück.

It’s a rainy day in big apple…

Der Tag fing sehr gut an – wenn man das Wetter außer acht lässt. Als wir nach dem Frühstück vor’s Hotel gehen, überrascht uns ein leichter Regenschauer, seht selbst:

Leichter Regen in New York from Jan Junghahn on Vimeo.

Spontan haben wir die Planung für den Tag umgeworfen und nach einer kinderfreundlichen Indoor-Aktivität gesucht. In Queens sind wir dann fündig geworden. Laut Internet und Reiseführer soll die dortige Hall of Science für große und kleine Kinder spannend sein. Also wurden wieder die Rucksäcke gepackt und es ging los zur U-Bahn. Der Regen hatte natürlich aufgehört und hat sich in wunderbar drückende Schwüle verwandelt, die in ihrer gefühlten Temperatur nur noch von den Schächten und Bahnhöfen der Subway übertroffen wurden. Unser Zielbahnhof war die 111th Street im Stadtteil Queens. Ihr werdet es nicht glauben, aber weder Doug, noch Carrie Heffernan und auch nicht Carries schrulliger Vater Arthur waren zu sehen – ich glaube ja fast die gibt es gar nicht in echt 😉 .

Los Kinder, amüsiert euch!

Die Fahrt nach Queens führte uns über die Station Times Square / 42nd Street. Von dort ging es mit der Linie 7 unterm East River raus aus Manhattan in eine ganz andere Welt – nach Queens. Die höchsten Häuser sind Hotels mit sieben oder acht Etagen und von der bunten Glitzerwelt Manhattans bleibt nicht viel übrig. Alles ist gedrungener, einfacher und deutlich weniger luxuriös. Wir erreichten die Hall of Science und bekamen Einlass in eine Welt für große und kleine Wissenschaftler.

Die Kinder konnten Experimente mit Licht und Schall machen, ein großes Spiegelkabinett verzerrte uns, Mikroskope führten uns in die Welt der Pantoffeltierchen und Einzeller. Jasmin und Johanna tobten sich aus und Mama und Papa machten das, was Eltern so machen – wir warteten geduldig. Es wurde gebastelt, ein Marsrover gesteuert, getaucht, Armdrücken übers Internet und getestet, welche Rollstuhlkonstruktion nun die schnellere ist.

Dann kam der Zeitpunkt, dass sich der Hunger meldetet und wir setzten uns zum Essen. Dabei konnte man wunderbare Sozialstudien betreiben, deren nicht ganz wissenschaftlich fundierten Ergebnisse gibt es in einem des kommenden Reiseberichte.

Local oder Express?

Dank der Bauweise des New Yorker U-Bahn-Netzes gibt es eine Besonderheit. Es gibt Local-Trains – die halten an jedem Haltepunkt an – und es gibt Expresslinien, die rauschen auf gesonderten Gleisen und stoppen nur an ausgwählten Bahnhöfen.

Linie 7 Richtung #Manhattan #Subway #NYC #Queens #USAN3J

Ein von Junghahn24 Fotografie (@junghahn24) gepostetes Video am

Nun kommt es selbst bei einem ausgeklügelten System wie diesem vor, dass ein Polizeieinsatz, ein Notarzteinsatz, eine Weichenstörung oder ähnliches den Betriebsablauf stört und ein Zug Verspätung hat. MTA – der Betreiber der Subway – hat dafür eine sehr einfache Lösung, die wir selbst erlebt haben. Aus einem Localtrain wird kurzer Hand ein Expresstrain. So geschehen auf unserer Linie 7. Es kam die freundliche Durchsage, dass an bestimmten Stationen jetzt nicht angehalten wird, da ein Polizeieinsatz im Zug (keine Schießerei 😉 ) unseren Zug einige Minuten Verspätung einbrachte. Als die Verspätung aufgeholt war, wurde aus dem Express- wieder ein Localtrain.

Noch etwas ist anders, als ich es von meinen seltenen Ausflügen in der Berliner U-Bahn kenne:

  • Keine Obdachlosenzeitung
  • Keine Schmierereien im Zug
  • Keine zerkratzten Fenster
  • Keine Türstörungen
  • Kein Müll in den Zügen, dieser wird auf dem Bahnhof in den dafür vorgesehenen Behältern entsorgt.

Musikanten gibt es nur, wenn diese auch eine Zulassung für die U-Bahn haben – in einer der nächsten Folgen lernt Ihr Bongo Jack kennen. Die Türen werden zentral geöffnet und geschlossen (Stand clear of the closing door please)  und es gibt Piktogramme und Texte, die auf Verhaltensregeln hinweisen und – man mag es kaum glauben, die Leute halten sich an diese Regeln.

Zudem gibt es auf verschiedenen Bahnhöfen kostenfreies und gut ausgebautes WLAN und das die Handynetze funktionieren, habe ich selbst getestet.

Subway in New York

Die U-Bahn in New York heißt Subway. Das Netz hat Linien, die an jedem Bahnhof halten (LOCAL) und Expresslinien (EXPRESS).

Pech im Spiel

Nach unserer Ankunft im Hotel wurde kurzer Hand die Abendplanung (es war ein Besuch der Grand Central geplant) umgeworfen. Wir haben uns einfach nur ausgeruht und einige Runden Quartett gespielt. Johanna dominierte jede Runde, während Jasmin und ich den zweiten und dritten Platz abwechselnd belegten. Meine liebe Ehefrau – die beste von allen – hatte das nachsehen, wurde aber von Johanna mit warmen Worten getröstet „Mama, morgen geht’s dann besser :-).“

So endete dieser sehr heiße Tag in New York gut geschafft im Bett.

Danke für’s Lesen und gute Nacht.

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